Wo Parken gar gefährlich ist

hier durchzukommen ist schon mit dem PKW schwer. Foto Blöchl
 
Es geht eng zu in den Straßen. Foto Blöchl


Autos gehören zum modernen Leben - unbestritten. Mobilität ist beinahe alles, ihr wird viel untergeordnet. Bestellungen im Internet sollen möglichst sofort geliefert werden, der Pizzaservice ist bequem. Das alles führt zu immer mehr Verkehr - auch in den Wohnviertel. In Oberhausen stehen neben den Autos der Anwohner zunehmend Lieferwagen und auch Lkws, manchmal sogar Busse, in den Wohnvierteln. Besonders an Abenden und an Wochenenden geht es eng zu. Als Anwohner einen Parkplatz zu finden - oft unmöglich.

Menschenleben gefährdet?

Vor allem rund um die Flurstraße ist dieses Phänomen zu beobachten. Neben den Problemen, einen Parkplatz zu finden, geht von den oft sehr verengten Straßen auch eine hohe Gefährdung aus. Man kann sich vorstellen, dass an einigen Stellen das Durchkommen für Krankenfahrzeuge oder die Feuerwehr oft nicht möglich ist. Maximilian Walser wohnt in der Flurstraße und beobachtet das "Drama" seit längerer Zeit. Er berichtet, dass ein Rettungswagen einen Umweg fahren musste, weil eine Straßenzufahrt von Transportern zugeparkt war. In einem Briefwechsel mit der Stadtverwaltung ergab sich keine Lösung. Etwaige Kontrollen werden wohl nicht in den vor allem betroffenen Abendstunden und an Sonn- und Feiertagen stattfinden, weshalb sich Verkehrsüberwachungs- und Ordnungsdienst diese Kontrollen sparen könnten, erklärt Walser. Er fordert, dass die städtischen Dienste auch an Abenden und Wochenenden aktiv werden. Seine Forderung, ein Anwohnerparksystem einzuführen, wurde von der Stadtverwaltung mit Hinweis auf die gültige Beschlusslage des Stadtrates abgelehnt. Dieser sieht derartige Regelungen nur noch für die Innenstadt vor. Walser sieht einen Widerspruch darin, dass einerseits das Viertel nur noch als Wohngebiet ausgewiesen ist, trotzdem aber massiv durch die Transporter und Lkws praktisch gewerblich genutzt wird.

Auch WBG-Mieter beschwerten sich bei der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Augsburg. Auf einem Ortstermin, den SPD-Stadtrat Dieter Benkard organisiert hatte, wurde kürzlich versucht, Lösungen zu finden. Aber auch Tiefbauamtsleiter Josef Weber, Reinhard Staudenmayer, von der Straßenverkehrsbehörde, der Chef der WBG, Mark-Dominik Hoppe, und Stadtrat Benkard sowie die Bewohner, die die Beschwerde eingereicht hatten, fanden auf die Schnelle keine Lösung. Die einzige Möglichkeit wäre eine Schranke an der gesperrten Äußeren Uferstraße zu öffnen, um zusätzlichen Parkraum zu schaffen.


Durch die notwendige Erweiterung der Drei-Auen-Schule wird der jetzige Geh- und Radweg auf die gesperrte Straße verlegt, da auf dem Grünstreifen an der Äußeren Uferstraße die zusätzlich benötigten Container als Klassenräume aufgestellt werden sollen. So ist das Ansinnen der Anwohner nicht umsetzbar.

Nun hat die SPD-Fraktion die Initiative ergriffen und einen Antrag erarbeitet, der die Einführung des Anwohnerparkens fordert. Im Antrag heißt es: "Die Verwaltung wird beauftragt, das Gebiet zwischen Wertachbrücke, Äußerer Uferstraße, Donauwörther und Dieselstraße als Anwohnerparkzone auszuweisen."

Man darf gespannt sein, ob dieser Vorstoß erfolgreich sein wird; denn das hätte Signalwirkung auf die ganze Stadt, da ähnliche Probleme in vielen anderen Stadtvierteln ebenfalls zunehmen.
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