Treff für Süchtige in Oberhausen: Die Stadt bricht ihr Schweigen

Entlastung für den Bahnhof Oberhausen: Ein betreuter Trinkertreff soll nun 500 Meter weiter in der Dinglerstraße 10 eingerichtet werden. (Foto: David Libossek / Archiv)

Mit der Bekanntgabe des Standorts für einen Süchtigen-Treff in Oberhausen hat die Stadt am Freitagabend das Rätselraten beendet. Laut Pressemitteilung ist ein Objekt in der Dinglerstraße 10 ausgewählt worden.



Noch am Mittwoch irritierte Ordnungsreferent Dirk Wurm im Stadtrat mit der Aussage, den Standort des Süchtigen-Treffs in Oberhausen erst nach der Unterzeichnung des Mietvertrages bekannt geben zu wollen und auch erst dann Gespräche mit den Anwohnern zu führen.

Doch offenbar war der Druck auf die Verwaltung seit Mittwoch deutlich gestiegen; auch Ob Kurt Gribl selbst hatte Kritik geübt. Am Freitag nun erfolgte die Kehrtwende, für die man sich den Segen des Ältestenrates am späten Freitagnachmittag holte, wie die Pressemitteilung ausführt.  "Um niemanden vor vollendete Tatsachen zu stellen, werden die Anwohner und Bürger in den nächsten Wochen umfassend informiert", heißt es nun von der Stadt - wohlgemerkt vor der Unterzeichnung des Mietvertrags.

Das Gebäude in der Dinglerstraße 10, das die Stadt als künftigen Treffpunkt für die Drogen- und Alkoholiker-Szene ausgewählt hat, war früher das Lokal "Paparazzi".  

"Nach mehrmonatiger Suche sehen das Ordnungsreferat und die beiden Träger SKM Augsburg und Drogenhilfe Schwaben die Immobilie als gut geeignet an – unter anderem wegen der fußläufigen Erreichbarkeit vom Helmut-Haller-Platz", heißt es in der städtischen Pressemitteilung. Das ehemalige Lokal ist rund 500 Meter vom Oberhauser Bahnhof entfernt.

Auf dem Platz  vor dem Oberhauser Bahnhof trifft sich seit Jahren die Drogen- und Alkohol-Szene Augsburgs. Mit dieser Situation sind Anwohner und Zugreisende nicht glücklich und beschwerten sich in der Vergangenheit häufiger. Insbesondere die Nutzung des Helmut-Haller-Platzes ist durch diesen Umstand beeinträchtigt.

Die Stadt nun sieht den betreuten Treffpunkt als Teil eines Gesamtkonzeptes für den Helmut-Haller-Platz und dessen direktes Umfeld. Ziel der geplanten Einrichtung in der Dinglerstraße sei es, den Betroffenen Beratung, Betreuung und Hilfestellung zu bieten und eine alternative Aufenthaltsmöglichkeit zum Helmut-Haller-Platz zu schaffen. Sie soll als Café betrieben werden, das an mehreren Wochentagen bis nachmittags geöffnet ist. Dort soll auch der Konsum von mitgebrachtem Alkohol gestattet sein.

"Es liegt zwar noch viel Überzeugungsarbeit vor uns, aber wir sind uns sicher, dass der Treffpunkt der richtige Ansatz ist“, so Dirk Wurm.

Der Ordnungsreferent wird die Anwohner am 2., 3. und 6. November vor Ort persönlich informieren. Ende November finden mehrere Informationsveranstaltungen in der Dinglerstraße 10 statt. (pm/mh)
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