Zwei Jahre Aufschub für Kupa West: Augsburg einigt sich mit Künstlern

Heimelige Kreativwerkstatt: Im Kulturpark West fühlten sich viele Künstler sehr wohl. Jetzt dürfen sie zwei Jahre länger bleiben. Foto: Markus Höck/Archiv

Augsburg - Die Künstler im Kulturpark (Kupa) West auf dem Areal der ehemaligen Reese Kaserne müssen nun doch nicht Mitte des Jahres ausziehen. Die Stadt und die Vertreter der Kreativen haben sich in zähen Verhandlungen auf einen zweijährigen Aufschub geeinigt. Geregelt haben sie nun auch den Umzug auf das Gaswerkgelände, der bis 2019 abgeschlossen sein soll.

Mit einem "lachenden und einem weinenden Auge" sieht Peter Bommas nach eigener Aussage die Einigung. Bommas ist Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH Kupa West. Sie hatte 2007 das Gelände von der Stadt für symbolische 500 Euro gepachtet mit der Aufgabe, Heimat für Künstler und Kreative zu sein und die Gebäude und Zimmer weiter zu vermieten. Von Anfang an war der Vertrag befristet auf zehn Jahre. Spätestens am 31. Juli 2017 hätten eigentlich alle raus gehen müssen. Doch den Künstlern gefällt es in der ehemaligen Reese-Kaserne gut und so hatte sich schon früh Widerstand gegen den bevorstehenden Auszug angekündigt. Die Stadt, die selbst Interesse daran hat, dass Augsburgs Motor der Kunstszene erhalten bleibt, hat das Gaswerkgelände als Alternative ins Spiel gebracht. Lange war der Umzug dorthin umstritten, nach einem Jahr Verhandlungen hat man sich nun zumindest auf die Eckpunkte geeinigt. Und daher kommt Bommas' weinendes Auge: Im Gaswerk wird für seine Kupa West GmbH kein Platz mehr sein. Das Gelände selbst gehört den Stadtwerken, die Stadt agiert als Zwischenmieter und stellt den Künstlern und Bands die Ateliers und Probenräume zur Verfügung. "Mit 4,99 Euro Kaltmiete bleiben wir unter den fünf Euro", verspricht Pressesprecher Richard Goerlich. Allerdings eine Garantie für wie lange es bei den 4,99 Euro bleiben wird, können weder Goerlich noch Kulturreferent Thomas Weitzel geben. Der räumt ein, dass "moderate Steigerungen über die Zeit nicht auszuschließen sind". Ohnehin müsste da noch mit den Stadtwerken gesprochen werden.

Doch Bommas ist überzeugt, dass die Dienste des Kupa West noch weiter benötigt werden. Er werde sich nach alternativen Flächen umsehen, denn der Bedarf könne allein durch das Gaswerkgelände nicht gedeckt werden. Schon allein deshalb nicht, weil die Stadt zunächst Augsburger Künstler für das Gaswerkgelände bevorzugen will. Die Kreativen aus dem Umland bleiben außen vor. Die Stadt begründet das mit dem Einsatz von öffentlichen Mitteln. 100 000 Euro schießt sie jährlich zu, um die Mieten niedrig zu halten.

Doch auch wenn Kupa West nicht mit umziehen kann, für die Künstler und Bands sei es "zu begrüßen, dass nun endlich Klarheit herrscht", sagt Bommas. Er ist froh, dass es gelungen sei, sich auf die Verlängerung zu verständigen.

Jetzt sieht die Planung vor, dass in der zweiten Hälfte 2018 mit dem Umzug auf die rund 4500 Quadratmeter, die im Gaswerk zur Verfügung stehen, begonnen wird. Ein Großteil der mehr als 1000 Kupa-Künstler hat mittlerweile seine Bereitschaft signalisiert, in das Gaswerk überzusiedeln.

Eventuell kann auch der Liveclub Kantine den Umzug aus der ehemaligen Reese-Kaserne mitmachen. Zumindest ist geplant, auf dem Gelände des Gaswerks ein vergleichbares Angebot zu schaffen. Die Stadtwerke Augsburg haben dazu eine Kanzlei mit der Ausschreibung beauftragt. Ob die Kantine letztlich den Zuschlag erhält, ist freilich ungewiss.

Noch ist die Vereinbarung wenig wert. Es fehlt die Zustimmung im Stadtrat. Doch Goerlich ist zuversichtlich, dass die Räte ihren Segen geben. "Die Signale stehen eher auf grün als auf orange", bezieht sich Goerlich auf den Verlauf der Vorbereitungen.
(Von Markus Höck)
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