Dreharbeiten für neuen Rosenmüller-Film

Hauptdarsteller David Kross und Regisseur Marcus H. Rosenmüller in der Rosenau. (Foto: Jürgen Olczyk)
 
Florian Pittroff als Wembley-Stadion Besucher.

Rosenau wird zum Wembley-Stadion.

Von Marion Buk Kluger

Kürzlich drehte Marcus H. Rosenmüller Szenen für einen historischen Fußballfilm in Augsburg und Umgebung.Der bayerische Kultregisseur (u.a. „Wer früher stirbt, ist länger tot“) verwirklicht derzeit seinen neuen Kinofilm „Trautmann“ und kam hierzu für Dreharbeiten auch ins Augsburger Rosenaustadion. Die Titeltrolle spielt übrigens David Kross („Der Vorleser“, „Krabat“). In der Story geht es um die Lebensgeschichte von Bernd Trautmann, der zum Ende des Zweiten Weltkrieges in britische Kriegsgefangenschaft gerät. Dort wird er bei einem Fußballspiel unter deutschen Soldaten entdeckt und schließlich Torwart beim Erfolgsverein Manchester City. Der Protest gegenüber dem „Nazi-Torwart“ ist groß. Doch beim Cup-Finale 1956 sicherte Trautmann, der unbemerkt mit gebrochenem Halswirbel spielte, vor 100.000 Besuchern, darunter der Queen, seiner Mannschaft den Sieg. Trautmann wird Liebling der englischen Fußballfans.


Im Film, der im Herbst 2018 in die Kinos kommt, wird es so aussehen, als ob die Reporter das spannende Finale zwischen Manchester City und Birmingham City 1956 im Wembley-Stadion verfolgen, gesessen haben die aber in der Glaskabine im Rosenaustadion.
Herstellungsleiter Thomas Blieninger erklärte zudem, dass im Rosenaustadion die Zuschauertribüne eben perfekt so aussieht wie früher. Rund 300 Frauen und Männer aus Augsburg und der Region wurden für die Dreharbeiten gecastet, die das Fußballpublikum mimen. Einer davon ist der Augsburger Journalist Florian Pittroff: „Es war sehr spannend, Rosenmüller immer dabei und sausympathisch. Auch die Mitarbeiter und Set-Betreuer waren immer freundlich und nett. Ich freu mich auf den Film.“

Weitere Berühmtheiten in der Rosenau

Augsburgs berühmter Boxer Willi Färber war von 1951 bis 1972 Platzwart im Rosenaustadion. Seine Fliegengewicht-Kampfbilanz von 1947-1951: 29 Siege, davon 17 K.O.s, fünf Niederlagen und sieben Unentschieden. Ebenso bekannt ist Paul Renz, der die internationalen Pfingstturniere der Fußballjugend im Rosenaustadion von 1953 bis 1991 organisiert hat und nachdem die Paul-Renz-Sportanlage an der Donauwörther Str. 170 benannt ist.

Zudem fanden auch einige Benefizspiele in der Rosenau statt, wie am 5. Oktober 1993 das erste Benefizspiel der DFB-Geschichte zwischen der Nationalmannschaft und „Bundesliga international“, einer Auswahl ausländischer Bundesligaspieler. Das Motto: „Friedlich miteinander – mein Freund ist Ausländer“ gegen Ausländerfeindlichkeit.
10 Millionen Zuschauer sehen die Partie live im Fernsehen bei RTL, 21.000 Zuschauer sind im Stadion live dabei. Die Schirmherrschaft hatte Dr. Helmut Kohl, damals Bundeskanzler.
Oder am 3. September 1999 das Benefizspiel des FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg für Opfer des „Pfingsthochwassers“ in Bayern. Es war eine Liveübertragung des veranstaltenden Bayerischen Rundfunks. Das Motto: „90 Minuten für Bayern“, nach einer Idee von Dr. Edmund Stoiber, der auch beim Spiel anwesend war.


Alles außer Fußball

Und dann gab es noch weitere Veranstaltungen in der Rosenau: Als in Augsburg noch viele amerikanische Soldaten stationiert waren, gab es jedes Jahr am Abend des 8. August, dem Tag des Augsburger Friedensfestes, ein Konzert deutscher und amerikanischer Militärkapellen und ein großes Feuerwerk im Rosenaustadion.
1951 fand der Deutsche Katholikentag im Rosenaustadion statt.
1953, am 14. Juni, sprach der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer vor 20.000 Zuhörern im Rosenaustadion über den „Neuen Kurs“ der DDR-Regierung, der kurz darauf zum Volksaufstand des 17. Juni führte: „das ist eine Bankrotterklärung des kommunistischen Regimes in Deutschland“.

1955 wurde die 1000-Jahr-Feier der „Schlacht auf dem Lechfeld“, im Rosenaustadion abgehalten. Gedacht wurde des Sieges, Ottos des I. über die heidnischen Ungarn im Jahr 1955. Außenminister Heinrich von Brentano forderte vor 60.000 Zuschauern die Christenheit zum Kampf gegen das „neue Heidentum“ des Kommunismus auf.
Im August 1969 kamen zum 1. Internationalen Fallschirm-Schauspringen 3.500 Zuschauer ins Rosenaustadion, um das außergewöhnliche Können der Helden zu sehen. Das Spielfeld diente den Springern als Landefläche.

Das „Augsburger Pfingsttreffen“ 1971, der Vorläufer des bundesweiten Ökumenischen Kirchentags, lockte zum Schlussgottesdienst am 5. Juni 1971 über 18.000 vor allem junge Besucher ins Rosenaustadion.

19. Juni 1998: Abschied mit militärischem Zeremoniell für die US-Armee, die nach 52 Jahren Augsburg verließ. 12.000 amerikanische und deutsche Gäste besuchten die Feier mit Truppenparade, US-Militärchor, Fahrzeug-Show und gemeinsanem „Zapfenstreich“ von US-Soldaten und dem Lechfelder Jagdbombergeschwader 32.
Auch Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder war während seiner Amtszeit im Stadion zu Gast. Am 24. Juni 2000 sprachen er und Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber bei der Abschlusskundgebung des 27. Deutschen Feuerwehrtages vor 12.000 Zuhörern über die Sozialversicherungspflicht von Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Dienste.
Am 9. Juli 2000 feierten beim großen katholischen Glaubenstag der Diözese Augsburg 12.000 Gläubige im Rosenaustadion einen Gottesdienst. 2.000 Musiker und Sänger verschiedenster bayerischer Musikbunde und Kirchenchöre musizierten zusammen, was auch einigermaßen gelungen sein soll.
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