Theater: Angst essen aus Seele

Wann? 07.06.2017 19:30 Uhr

Wo? Abraxas Kulturhaus, Sommestraße 30, 86156 Augsburg DE
Augsburg: Abraxas Kulturhaus | Während das Team der SCHAUBURG, des Kinder- und Jugendtheaters der Stadt München, das Schicksal von Pouya mehrere Wochen in den Medien verfolgt hat, hat es immer wieder das Phänomen „Angst“ beschäftigt: Angst der Bürger wie der Politiker, Angst vor Veränderung und Verlust, Angst davor, Wohlstand teilen zu müssen, Angst vor dem Neuen. Und dann war es der Titel des bekannten Films von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1974 (!), der zu diesem Projekt führte: „Angst essen Seele auf“. Bei den Vorbereitungen und Überlegungen zur Besetzung tauchte der Gedanke auf, dass niemand die Rolle des Ausländers Ali besser darstellen könnte als Pouya, der während seiner jahrelangen Odyssee auf der Suche nach einem sicheren Leben mit Zukunft unzählbare Angst-Situationen durchleben musste. Deshalb freut sich die Schauburg München sehr, dass das Angebot eines Arbeitsvertrages, den das Theater direkt nach Kabul geschickt haben, dazu führte, dass er ein Visum bekam, nach Deutschland zurück kommen konnte und nun in dieser Produktion mitspielt. „Angst essen Seele auf“ nach dem Drehbuch des gleichnamigen Films von 1974 ist die unmögliche Liebesgeschichte zwischen der alten Emmi, die ihr Geld als Putzfrau verdient und einem sehr viel jüngeren Ausländer, der von allen Ali genannt wird. Beide lernen sich in einem damals „Gastarbeiterkneipe“ genannten Lokal kennen. Da Ali total beengt haust – sechs Männer in einem Raum – zieht er bei ihr ein, und später heiraten die beiden sogar. Vielleicht geschieht das alles nur aufgrund des sozialen Drucks von außen. Emmis Kinder sind fassungslos über diese Mesalliance, die Nachbarn zerreißen sich das Maul ebenso wie die Kolleginnen. Vorurteile sprießen überall. Ihre Liebe ist das wichtigste gemeinsame Kraftfeld zwischen Emmi und Ali, womit sie sich gegen den allgegenwärtigen Ausländerhass und die Ablehnung der verheirateten Kinder wehren können. Nach einem gemeinsamen Urlaub verändert sich ihre Umwelt. Der Grund dafür ist nicht eindeutig. Haben alle ihre Meinung geändert? Sind sie durch einen Denkprozess zu mehr Toleranz gekommen? Wenden sie eine subtile Umarmungstechnik an? Während der Druck von außen schwindet, verflüchtigt sich die Liebe zwischen den beiden. Die gegenseitige Aufmerksamkeit lässt nach, Ali schläft mit der Wirtin der Gastarbeiterkneipe. Als Emmi dort wieder auftaucht und beide versuchen, noch einmal neu zu beginnen, bricht Ali zusammen. Der Arzt diagnostiziert eine typische Krankheit bei Ausländern: Magengeschwüre. Emmi hält Alis Hand.
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