Cannabis-Plantage im Keller: Polizei entdeckt durch Zufall zwei Aufzuchtanlagen bei einem 31-Jährigen

Zwei Cannabis-Plantagen fand die Polizei im März letzten Jahres in Landsberg. (Foto: 123rf)
Augsburg: Amtsgericht |

Eine regelrecht professionelle Cannabis-Plantage hat ein 31-Jähriger in seiner Wohnung und in einem angemieteten Keller in Landsberg betrieben. Die Polizei kam ihm schließlich durch Zufall auf die Schliche. Am Mittwoch fiel im Amtsgericht Augsburg das Urteil.

Der Angeklagte hatte früher selbst täglich Marihuana konsumiert und das nicht in unerheblichen Mengen, wie er vor Gericht zugab: „Ein bis zwei Gramm am Tag waren es sicher.“ Dies sei einer der Gründe gewesen, warum er die Anlagen gebaut habe. Nachdem die Polizei im Jahr 2015 seine Wohnung durchsucht hatte, da er schon mehrmals wegen Cannabis-Besitzes auffällig gewesen war, fühlte sich der Landsberger sicher und plante sein Vorgehen sehr genau. Er kaufte einzelne Teile für die Anlagen über das Internet und lieh sich laut eigener Aussage auch Geräte von Bekannten aus. Im Januar 2016 begann er schließlich mit dem Anbau. Jedoch flog alles schon nach drei Monaten auf: Die Vormieterin des Kellers, den der 31-Jährige für seine Plantagen nutzte, erhielt vom Vermieter fälschlicherweise eine sehr hohe Stromrechnung, obwohl sie den Keller schon längst abgegeben hatte. Dies machte sie stutzig und da sie selbst noch einen Schlüssel für den Keller besaß, benutzte sie diesen, um in den Raum zu gelangen. Dort erwartete sie die große Aufzuchtanlage mit mehreren Cannabis-Pflanzen.
Sofort alarmierte sie die Polizei. Als die Ermittler den Tatort begutachteten war schnell klar, dass die Pflanzen auf jeden Fall dem 31-Jährigen gehörten. Die Polizisten fanden persönliche Dinge von ihm sowie Bankkarten mit seinem Namen. Sofort durchsuchten die Beamten auch die Wohnung des Mannes und die Polizei entdeckte dort eine weitere Aufzuchtanlage mit mehr als 60 Pflanzen, einer Bewässerungsanlage und einer Lüftungsanlage.

Die Verhandlung


Vor Gericht zeigte sich der Landsberger kooperativ und gestand auch schon gleich zu Anfang der Verhandlung die Tat. Als Zeugen sagten drei der Polizisten aus, die bei der Durchsuchung des Kellers sowie der Wohnung dabei waren. „Als wir die Wohnung betraten, kam uns sofort ein starker Cannabis-Geruch entgegen. Die Anlage, die sich in einem eigenen Zimmer befand, war sehr professionell aufgebaut“, sagte einer der Beamten aus und sein Kollege ergänzte: „Die Menge an Cannabis, die wir in der Wohnung gefunden haben, war so erheblich, dass wir damit rechnen, dass sie nicht nur für den Eigenkonsum gebraucht wird, sondern auch für den Verkauf gedacht ist.“
Dagegen behauptete der 31-Jährige weiter, er habe nie mit potenziellen Kunden über einen Verkauf gesprochen, da er nicht gewusst hätte, wie sich die Pflanzen entwickeln würden und ob sie überhaupt zum Konsum geeignet wären. Nach zweieinhalbstündiger Verhandlung fiel das Urteil. Die Staatsanwaltschaft legte dem Angeklagten zur Last, er habe, wie durch Zeugenaussagen bestätigt, sehr professionell gearbeitet und es sei keine spontane Aktion gewesen. Positiv sei, dass er Reue gezeigt habe, denn er sagte am Ende: „Das war ein Riesenfehler. Ich habe jetzt mein Leben komplett geändert.“ Trotzdem forderte die Staatsanwaltschaft eine Strafe von etwas mehr als drei Jahren: „Wir sind hier an einem Punkt, an dem man keine Bewährungsstrafe mehr geben kann.“

Das Urteil

Nachdem sich die Richterin mit den zwei Schöffen beraten hatte, kam sie zu dem Entschluss, den 31-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten zu verurteilen. Außerdem werden die gesamten Kosten des Verfahrens dem 31-jährigen Landsberger auferlegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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