Leverkusener verprügeln Ordner in Augsburger Arena: Gericht spricht Urteil gegen Fan von Bayer 04

Nach Randale beim FC Augsburg: Am Dienstag fiel das Urteil gegen den 22-jährigen Angeklagten Fan von Bayer Leverkusen. (Foto: Symbolbild, Robert Wilson 123rf.de)

Am Rande des Bundesligaspiels FC Augsburg gegen Bayer 04 Leverkusen im März vergangenen Jahres gerieten in der WWK-Arena Bayer-Anhänger und Ordner aneinander. Einer der Leverkusen-Fans musste sich nun wegen des Vorfalls vor dem Amtsgericht Augsburg verantworten.



Die Anhänger der Gastmannschaft versuchten, ein Fan-Banner mit in den Block zu schmuggeln. Erlaubt waren an diesem Tag allerdings nur drei Trommeln. Die einzelnen Teile des Banners wurden unter den Shirts so am Körper platziert, dass die Ordner bei der Kontrolle am Einlass nichts von all dem bemerkten. Kurz darauf versammelten sich die Leverkusen-Fans auf der Toilette, um dort die verschiedenen Teile zusammen zu setzen.

Unerlaubte Banner: Ordner erwischte Fans in den Toiletten

Einer der dort eingesetzten Stadionordner bemerkte allerdings, dass hier etwas im Gange war und kontrollierte daraufhin die Fans in den Toiletten. Als er das Banner bemerkte, sprach er die Beteiligten darauf an und beschlagnahmte dieses kurzerhand.

Das passte den Anhängern von Bayer 04 Leverkusen so gar nicht. Wenig später versammelten sich rund 50 bis 60 Leverkusener vor dem Eingang der Arena und planten, das mitgebrachte Fan-Banner wieder an sich zu reißen.

Fans greifen Ordner in WWK-Arena an: Mehrere Verletzte

Mit lautstarkem Gebrüll rannten sie auf die Ordner zu und fingen an, auf sie einzuprügelnund das Banner wieder für sich zu gewinnen. Sofort schritt auch die Polizei ein, um die körperliche Auseinandersetzung zu unterbinden. Bei der Schlägerei wurden einige Ordner und ein Polizist verletzt.

Am Dienstag fiel nun das Urteil gegen einen der mehr als 25 Angeklagten im Amtsgericht Augsburg wegen Landfriedensbruch.

22-jähriger Angeklagter zählte nicht zu den Aggressiven

Der 22-jährige Angeklagte wirkte schon bei Beginn der Verhandlung sehr angespannt. Als dann kurz darauf ein Video zum Beweis gezeigt wurde, worauf die rund 50 bis 60 Anhänger zu sehen waren – wovon nur circa 15 bis 20 massiv gegen die Beamten und Ordner vorgingen – war die Sache für die Richterin klar.

Der Angeklagte zählte nicht zu den Aggressiven, die bei den Auseinandersetzungen gegen die Beamten und Ordner dabei waren, aber er hatte ganz offensichtlich im Hintergrund mitgewirkt. Als der 22-jährige Auszubildende darauf angesprochen wurde, sagte er nur: „Es sieht auf dem Video so aus, als würde ich nur weggeschubst werden. Ich gehe ins Stadion, um meinen Lieblingsverein spielen zu sehen und nicht, um Krawall zu verursachen.“

Der Staatsanwalt erläuterte kurz die anderen Verfahren der mehr als 25 Angeklagten und erklärte, dass schon mehr als die Hälfte der Urteile rechtskräftig seien, unter anderem auch gegen einen der Hauptangeklagten, der wegen schwerer Körperverletzung eine Freiheitstrafe von acht Monaten auf Bewährung erhielt.

Fan vor Gericht: „Es tut mir leid, dass dort Leute verletzt wurden"

Es sei angemessen, den Angeklagten mit demselben Strafmaß zu bewerten wie die anderen Mittäter, die nicht an vorderster Front waren. Nach einer kurzen Besprechung zwischen dem Verteidiger und dem Angeklagten meinte dieser dann doch, dass er kein gewalttätiger Mensch sei und nur seine Leute aus der Menge ziehen wollte. „Es tut mir leid, dass dort Leute verletzt wurden. Ich bin, wie gesagt, nicht gewalttätig und werde mich in Zukunft auch aus solchen Situationen raushalten.“

Es dauerte nicht lange, bis ein Urteil fiel: Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 25 Euro, also insgesamt 1750 Euro, verurteilt. Auch die Verfahrenskosten trägt der Angeklagte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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