Schmerzensgeld für Mord an Ursula Herrmann: Augsburger Landgericht will weitere Beweise

Michael Herrmann verklagt den Mörder seiner Schwester auf Schmerzensgeld. Seit dem Prozess leide er an Tinnitus. (Foto: 3178432_©tom_u-123rf.de)
Seit mehr als 35 Jahren beschäftigt der Fall der entführten und ermordeten Ursula Herrmann die Justiz. War es zunächst der Prozess um den Mörder Werner Mazurek, klagt nun der Bruder des toten Mädchens auf Schmerzensgeld.

Das Augsburger Landgericht hat im Schmerzensgeldprozess am Donnerstag noch kein Urteil gefällt. Es seien weitere Beweise vonnöten, entschied das Gericht. Im Juli sollen nun zwei Polizisten als Zeugen vernommen werden.

Die damals zehnjährige Ursula Herrmann war 1981 gekidnappt und in einer Kiste vergraben worden. Das Mädchen erstickte qualvoll. Erst viele Jahre später wurde Mazurek gefasst und angeklagt. 2010 wurde er schließlich wegen räuberischer Erpressung mit Todesfolge zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der 66-Jährige bestreitet die Tat bis heute.

Der Bruder des Mordopfers, Michael Herrmann, soll seit dem Prozess unter Tinnitus leiden. Deshalb verlangt er vom Mörder seiner Schwester 20 000 Euro Schmerzensgeld.

Der Anwalt des verurteilten Mazurek hofft, dass durch die Zivilklage der gesamte Fall erneut aufgerollt wird. Das wäre auch in Herrmanns Interesse. Dieser bezweifelt seit Jahren, dass es sich bei Mazurek um den einzigen Täter handelt.

(Von Jasmin Leib)
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