22 Hektar für den Naturschutz in Bergheim

Auf dieser Fläche entsteht ein Naturschutzgebiet, welches später in das Projekt "Weidestadt Augsburg" integriert werden soll. (Foto: Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V)
Wer in diesen Tagen in den Feldfluren südlich von Bergheim unterwegs ist, den könnte der Verdacht ereilen, dass hier gerade ein Gewerbegebiet gebaut wird. Denn ein tonnenschwerer Bagger und eine Planierraupe wühlen sich durch einen Acker, häufen Oberboden zu großen Erdhügeln an und legen Kiesflächen frei. Doch was nach Flächenversiegelung aussieht, gehört zu einer der größten Naturschutzmaßnahmen, die die Stadt Augsburg in den vergangenen Jahren durchgeführt hat, das berichtet der Landschaftspflegeverband der Stadt in einer Pressemitteilung. Ziel sei es, neue Lebensräume für Insekten, Feldvögel und Amphibien herzustellen.

Knapp 22 Hektar groß ist die Fläche, die im Jahr 2001 über Ersatzzahlungen für den ökologischen Ausgleich erworben wurde. „Gerade in einer Stadt ist es für den Naturschutz schon etwas Besonderes, eine so große, zusammenhängende Fläche erwerben zu können. Nun bietet sich für uns die Chance, in einem größeren Maßstab etwas für die Artenvielfalt zu tun. In Hinblick auf die aktuellen Debatten um das Vogel- und Insektensterben ist das ein wichtiges Zeichen des Handelns“, freut sich Umweltreferent Reiner Erben.

Was auf der Fläche entstehen wird, beschreibt Armin Baur vom städtischen Amt für Grünordnung und Naturschutz: „Wir legen Tümpel, Feuchtgebiete und Magerrasen an. Der Großteil der Fläche wird artenreiche Wiese. Im Frühjahr werden die offenen Bodenflächen mit Saatgut aus der Region angesät. Was momentan etwas trostlos aussieht, wird Spaziergängern spätestens nach einem Jahr durch Blütenvielfalt ins Auge stechen“.

Ausgleichsverpflichtung: Natur für die FCA-Arena

Laut Baur ist die Umsetzung der Maßnahmen keine freiwillige Leistung, sondern eine Ausgleichsverpflichtung, die sich aus bereits erfolgten baulichen Eingriffen im Stadtgebiet ergeben hat, wie zum Beispiel der Bau des FCA-Stadions.

Nachdem die Gestaltungsmaßnahmen abgeschlossen sind, wird die Fläche in das Projekt „Weidestadt Augsburg“ integriert. Projektträger ist der Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg, der Erfahrung mit der Beweidung von Naturschutzflächen aufweist. „Wir sind uns mit der Stadt darüber einig, dass solche Flächen an die Landwirtschaft zurückgehen sollten. Natürlich findet hier kein intensiver Ackerbau mehr statt. Aber eine extensive Beweidung durch Rinder ist sehr wünschenswert, da dadurch Artenvielfalt gefördert und gleichzeitig ein landwirtschaftliches Einkommen ermöglicht wird“, erklärt Geschäftsführer Nicolas Liebig.

Welcher Landwirt die Fläche künftig beweiden wird, steht schon fest: Alois Höfle aus Inningen. „Für unseren Hof bietet sich durch den Naturschutz auch eine landwirtschaftliche Perspektive. Mit dem Roten Höhenvieh werden wir eine vom Aussterben bedrohte Rinderrasse einsetzen und in unserem Hofladen vermarkten“, so Höfle. Je nachdem, wie sich die Vegetation auf der Fläche entwickelt, werden die Rinder bereits 2018 auf der Fläche weiden. (pm)
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