„Nobel-Viertel“ Radegundis?

Ein "Reichen-Ghetto" wie es SPD-Stadtrat Dr. Florian Freund ausdrückt, in der Radegundis?
Die Stadt Augsburg braucht Wohnungen und will Außenfächen bebauen.Bis dato hatten bei Neubauten alte Brachen und Kasernenflächen Vorrang. Bei knapp 290.000 Einwohnern in einem Einzugsgebiet mit über 600.000 Einwohnern würde dies langfristig den Bedarf der nächsten zehn Jahre abdecken. Das derzeitige Problem: Viele dieser Flächen sind noch in Privatbesitz und daher nicht zugängig. Die derzeitige Antwort der Stadt: Außenflächen. So wie beispielsweise in Radegundis, was bereits jetzt für größere Proteste sorgte.

Derweil ist noch lange nichts In trockenen Tüchern. Die Stadträte haben der Verwaltung erst den Auftrag erteilt, Planungsschritte vorzubereiten. Er umfasst das Areal an der Radegundisstraße entlang (östlich) und einen Bereich des Fuggerschen Anwesens (südlich). Der Bereich des Sägewerkes würde hergenommen, ein Punkt, der in den Augen der Anwohner positiv wäre, weil das Sägewerk schon lange negativ aufgefallen war (westlich) und im Osten sind eh nur Wiesen und Felder. So weit, so gut. Was aber vielen Augsburgern wirklich aufstößt, ist, dass eben dieses Areal als „Nobel-Viertel“ vorgesehen ist. Klar, es liegt in bester Lange, am Naturpark Westliche Wälder.

Bezahlbare Wohnungen würden da eher nicht entstehen. Genau dies moniert die CSU. Und auch die SPD fordert eine „durchmischte“ Bevölkerung. SPD-Stadtrat Dr. Florian Freund bezeichnete das Areal sogar als „Reichen-Ghetto“. Dieter Kleber, Vorsitzender der Unternehmergemeinschaft „Wir in Göggingen“ (WIG) beurteilt das Problem ziemlich pragmatisch: „Aus ökonomischer Sicht, d.h. Einkommenssteuern bleiben in Augsburg und kaufkräftige Kunden im Gögginger Umfeld, ist das Projekt zu bejahen. Ob es aus sozialen oder Umweltschutzaspekten richtig ist, mag die Politik entscheiden. Wenn nur die alten Hallen durch Villen ersetzt werden würden, könnte es ein Gewinn sein. Große Eingriffe in die Natur würden zurecht zu Widerständen führen“.
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