Sonnengelb und Abendrot soweit das Auge reicht

Das Tagetes-Feld südlich der Friedrich-Ebert-Straße verzaubert Jung und Alt. (Foto: privat)

10000 Quadratmeter großes Feld südlich der Friedrich-Ebert-Straße verwandelt sich in ein Blumenmeer / Maßnahme zur biologischen Bodenkur nach Erdbeerenaussaat

Göggingen. Alle zehn Jahre wiederholt sich das prächtige Schauspiel: Ein 10000 Quadratmeter großes Feld südlich der Friedrich-Ebert-Straße verwandelt sich in ein golden glänzendes Blumenmeer.
Tagetes der Sorte Patula und Erecta leuchten zum Himmel.
Wie kommt ein Landwirt dazu, sein Feld einfach „nutzlos“ den Blumen zu überlassen?

Florian Schweiger, der knapp 40-Jährige Diplom-Agraringenieur (FH) vom Schweigerhof gibt gerne Auskunft: „Tegetes ist eine Nutzpflanze, ursprünglich beheimatet in Mexiko, die einen sonnigen Standort liebt. Die Aussaat ist eine Maßnahme zur biologischen Bodenkur nach einem langjährigen Anbau von Erdbeeren. Durch die Blumen wird der Boden wieder vitaler und lebendiger.“
Natürlich wollten wir das noch ein bisschen genauer wissen, was da mit dem Boden eigentlich passiert und fragten weiter.

„Nematoden sind mikroskopisch kleine Lebewesen die überall in der Landwirtschaft und im Gartenbau im Boden vorkommen. Sie schaden den Erdbeeren und anderen Nutzpflanzen. Die Schädlinge dringen in die Wurzelsysteme ein und können damit den Pflanzenstoffwechsel beeinträchtigen. Die Tagetes scheiden über ihre Wurzeln Duftstoffe aus, mit denen sie Nematoden anlocken. Sobald diese dann in die Wurzeln eindringen, setzen die Sommerblumen ein für die Nematoden tödliches Gift frei. Im September werden die Blumen dann untergepflügt und sorgen für eine gute neue Erde, ohne dass Chemie eingesetzt wird.“
Damit mit den Studentenblumen – wie die Tagetes auch genannt wird - nicht gleichzeitig zu viel Unkraut hochkommt, werden die beiden Sorten Patula und Erecta gemischt. „Sie wachsen unterschiedlich hoch, das ist für das Unkraut unpraktisch.“
Für die Bewohner der Hochhäuser beim Schweigerhof ist das Blumenfeld eine tägliche Augenweide.

Fritz Dennerlein, er wohnt in einem der oberen Stockwerke, freut sich jeden Morgen: „Aufwachen, Fenster auf, ein Blick nach unten – es ist wie ein kleines Paradies mitten in der Stadt. Es ist das Herrlichste, was ich bisher da gesehen habe. Aber ich freue mich auch, wenn es nächstes Jahr wieder Erdbeeren gibt“. Und Mitte ist hier wörtlich zu verstehen: Der geografische Mittelpunkt der Stadt Augsburg liegt nur ein paar hundert Meter entfernt…
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