Asylunterkunft an Friedrich-Ebert-Straße beschlossen

Auf dieser Freifläche, die der Pfarrei St. Georg und Michael in Augsburg-Göggingen gehört, kann nun der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Augsburg die Flüchtlingsunterkunft bauen. (Foto: Caritas)
Der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Augsburg plant schon länger, eine Flüchtlingsunterkunft in der Friedrich-Ebert-Straße zu bauen. Nun hat die Kirchenverwaltung St. Georg und Michael unter dem Vorsitz von Pfarrer Nikolaus Wurzer beschlossen, dem Caritasverband das Grundstück neben der Kuratiekirche St. Johannes Baptist auf Erbpacht zu überlassen.

„Alle Beteiligten haben lange darüber diskutiert, ihre unterschiedlichen Standpunkte vorgetragen, auch ihre Bedenken und Sorgen“, sagte Walter Semsch, Geschäftsführer des Caritasverbandes. Vor etwa einem dreiviertel Jahr hatte Semsch das Projekt in einer öffentlichen Sammlung vorgestellt. Die Diskussionen damals führten anfänglich nicht zu einem klaren Entscheidungsbild. Davon wollte sich der Geschäftsführer nicht abschrecken lassen.

Immer wieder habe er das Gespräch mit Pfarrer Wurzer gesucht, dem Pfarrgemeinderat und der Kirchenverwaltung. „Wir wollten eigentlich alle das Gleiche“, fasst Semsch die Gespräche zusammen. „Aber es ging ja um ein Projekt, das uns als Caritas wie auch die Pfarrgemeinde auf viele Jahre bindet.“ Er habe deshalb großes Verständnis für das lange Ringen. Wenn alles klappt, soll es nun zügig weitergehen. Bereits im Herbst 2016 soll das Gebäude für insgesamt 60 Flüchtlinge bezugsfertig sein. Die Caritas wolle in Absprache mit der Stadt Augsburg vorwiegend Familien dort unterbringen und betreuen. Das Gebäude, das in Massivbauweise errichtet wird, soll nach derzeitigen Angaben rund 2,5 Millionen Euro kosten. Bischof Konrad Zdarsa hat bereits 800 000 Euro aus dem Haushalt der Diözese dafür zugesagt. Der Rest werde aus Eigenmitteln und Spenden finanziert werden müssen, so Semsch.

Die Caritas will sich zusammen mit der Pfarrei um die Flüchtlinge kümmern. „Wir werden unsere professionellen Dienste bereitstellen. Aber wir wissen auch, dass die Integration nicht ganz ohne ehrenamtliche Hilfe erfolgreich sein kann.“ Auch deshalb sieht sich der Caritas-Geschäftsführer in der Pflicht, die Pfarrei ständig auf dem Laufenden zu halten und das gemeinsame Gespräch nicht abreißen zu lassen. Mit der Stadt Augsburg wurde vereinbart, diese neue Unterkunft für zehn Jahre für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Danach sei „an eine Umwidmung in soziale Wohnungen für einkommensschwache Familien gedacht“.

(pm)
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