Neuwahlen im CSU-Ortsverband Bergheim: Leo Dietz entscheidet erste Kraftprobe für sich

Leo Dietz ist neuer Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Bergheim. (Foto: Archiv)

Am Ende war es nur eine Stimme Unterschied, doch die hat gereicht: Leo Dietz ist neuer Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Bergheim. Für seine innerparteilichen Konkurrenten ist das Ergebnis eine empfindliche Niederlage.

Mit 142 Mitgliedern stellt Bergheim aktuell den größten CSU-Ortsverband in Augsburg – böse Zungen mögen anfügen, er sei auch der zerstrittenste. Diesen Eindruck hätte man auch bei den Wahlen am Montagabend gewinnen können. Viele Dietz-Kritiker waren nach Bergheim gekommen, „um ihn scheitern zu sehen“, so die Lesart einiger Parteimitglieder. Neben den 80 Wahlberechtigten hatten sich weitere 40 bis 50 „Schaulustige“ eingefunden.

Knappe Wahl unter zwei Wahlleitern

Erste Diskussionen gab es bereits um die Bestellung eines Wahlleiters. Der scheidende Vorsitzende Hubert Goßner – kein erklärter Freund von Dietz – wollte Stadtrat Rainer Schaal. Doch Dietz schlug CSU-Bezirksgeschäftsführer Michael Kugelmann vor. Schließlich einigte man sich auf zwei Wahlleiter.

Die Spaltung war dementsprechend deutlich am Wahlergebnis abzulesen. Leo Dietz erhielt 40 Stimmen, sein Mitwerber, der 25-jährige Max Knipfer, 39 Stimmen. Zwei Wahlzettel waren ungültig, erst nachdem die Stimmen nochmals nachgezählt wurden und Dietz’ Sieg wirklich fest stand, gaben die Wahlleiter das Ergebnis bekannt: Dietz’ Kritiker hatten verloren.

Wer wird Vorsitzender im Kreisverband West? Dietz Chancen gegen Iris Steiner sind gestiegen

Weit wichtiger für den Gastronomen am Montag war aber nicht seine Wahl zum Vorsitzenden. Am gleichen Abend wurden auch die Delegierten des Ortsverbands bestimmt, die im Juni den Vorsitzenden im Kreisverband West wählen sollen. Im Moment heißt dieser noch Leo Dietz. Er selbst tritt zur Wiederwahl an, muss sich aber einer Herausforderin stellen.

Kulturmanagerin Iris Steiner möchte Dietz ablösen – hinter ihrer Kandidatur stehen dem Vernehmen nach genau jene innerparteilichen Kritiker, denen es Dietz am Montag gezeigt hat. Denn auch mit den bestellten Delegierten kann er zufrieden sein. „Meine Wahlvorschläge sind fast komplett durchgegangen“, sagt Dietz.

Ruhe für die CSU

Doch was bedeutet das für die Wahl im Juni? Dietz gibt sich zurückhaltend. „Die Ausgangssituation hat sich ein bisschen zu meinen Gunsten verändert“, stapelt er ziemlich tief. Tatsächlich hatte Iris Steiner fest mit den Delegierten aus Bergheim gerechnet. Nun wird es für sie deutlich schwieriger, eine Mehrheit der insgesamt 74 Delegierten hinter sich zu bringen – wenn nicht gar unmöglich.
Für Dietz geht es nun aber auch darum, seinen Ortsverband geschlossen hinter sich zu versammeln. „Ruhe reinbringen“, wolle er. Fraglich, wie viel Ruhe in Bergheim möglich ist.
(Von Markus Höck)
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