Neuzugang für den Innovationspark: Faurecia wird im Technologiezentrum Augsburg forschen

In den Räumen des Technologiezentrums kommt nun auch der französische Konzern Faurcia unter.
 
Einige der Unternehmen im TZA forschen intensiv an Carbon.

Der Augsburger Innovationspark im Univiertel soll Unternehmen und Wissenschaft zusammenbringen. Nun zieht mit Faurecia ein großes Unternehmen in das Technologiezentrum (TZA). Im Fokus der Forschung soll dabei der Stoff Carbon stehen, der in Augsburg bereits seit Jahren erforscht wird.

„Viel Zeit und Geld ist hier in den Innovationspark investiert worden“, leitet Wolfgang Hehl, Manager des Innovationsparks, ein. Dies zahlt sich nun aus: Das französische Unternehmen Faurecia möchte an diesem Standort Fertigungsprozesse entwickeln, um mit leichten Autobauteilen in Massenproduktion gehen zu können.

Forschung an Carbon - der Umwelt zuliebe

Der Konzern möchte Verbundbauteile aus Carbonfasern für Autos entwickeln. Carbon ist sowohl leichter als auch stärker als Stahl. Anfang der 2020er Jahre soll es Carbonfaser-Teile für die Massenproduktion von Fahrzeugen geben. Die Bauteile sparen Gewicht und so sinkt der Kraftstoffverbrauch. Das kommt der Umwelt zu Gute, aufgrund geringerer CO2-Emissionen. Auch für elektrisch betriebene Fahrzeuge sollen leichtere Bauteile Vorteile bieten.

Partner aus Wissenschaft direkt vor der Tür

„Faurecia setzt auf den Ausbau seines Innovations-Ökosystems mit akademischen, staatlichen und industriellen Partnern“, erklärt Vize-Präsident von Faurecia, Christophe Schmitt. Diese liegen mit der Augsburger Universität sowie dem Institut für Textiltechnik und Nachbarn wie dem Frauenhofer Institut IGCV und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt direkt vor der Haustür.

Dies entspricht auch den Vorstellungen von Wirtschafts- und Finanzreferentin der Stadt Augsburg, Eva Weber: „Das Know-How soll aus der Uni in Unternehmen übergehen.“ Das Technologiezentrum solle Partner zusammenbringen, „nicht nur Zimmer vermieten, sondern von Anfang an alle an den Tisch setzen“.
Bei einer Führung durch die Räume, erzählt Weber, habe Schmitt zu Beginn des Jahres das Konzept des TZA verstanden: Es sei ein kleines Ökosystem, bestehend aus Menschen, Forschung und Entwicklung, die hier an einem Ort gebündelt zusammenkommen.

Faurecia hat bereits Standorte in Augsburg und Gersthofen, dort beschäftigt der französische Konzern rund 1800 Mitarbeiter. Zwischen zehn und 15 neue Mitarbeiter sollen im Technologiezentrum hinzukommen und sich dort ganz der Forschung widmen.

Auslastung des Technologiezentrums steigt

Für das Technologiezentrum bedeutet das konkret: Die Auslastung steigt. „Momentan sind 90 Prozent der Büros ausgelastet und 70 Prozent der umliegenden Werkstätten. Mit Faurecia steigt nun auch die Belegung der Halle, von zehn auf vermutlich 50 Prozent“, erklärt Hehl. „Noch ist nicht abschätzbar, wie viel Platz benötigt wird. Die Räume erlauben, dass sich das Projekt dynamisch entwickeln kann.“

Die Halle stand seit der Eröffnung des TZA vor einem Jahr quasi leer. Hehl erklärt dies durch die Zielsetzung des TZA: „Wir sind wählerisch bei den Projekten. Wir möchten, dass die Unternehmen zusammenpassen, dass der Cocktail wirklich schmeckt.“ Bisherige Angebote und Anfragen seien daher bewusst ausgeschlagen worden.

Open Innovation am Standort Augsburg

„Wir bieten hier und vor allem in der Halle ’open innovation’ an. Die Unternehmen sollen sich gegenseitig über die Schulter schauen und voneinander profitieren“, erläutert Hehl. Viele Unternehmen seien dieser Entwicklung gegenüber jedoch noch skeptisch. Faurecia nimmt nun aber teil an diesem Konzept.

Außerdem sieht das Unternehmen auch im Standort Augsburg einen großen Vorteil. „Wir möchten hier neue Prozesse und Produkte entwickeln. Es herrschen perfekte Kundenstrukturen. Audi, BMW, Porsche, auch Volvo sind gut erreichbar“, erläutert Schmitt die Entscheidung.

Blick in die Zukunft: Investition in Forschung

Die Stadt Augsburg und die gesamte Wirtschaftsregion haben bereits einen hohen Anteil an produzierendem Gewerbe, Eva Weber wünscht sich einen Übergang vom Produktionsstandort zur Forschung und begrüßt daher den Reifeprozess des TZA.
Auch die bayerische Regierung unterstützt diese Entwicklung und wird innerhalb der nächsten fünf Jahre weitere 15 Millionen Euro in das Projektnetzwerk Campus Carbon 4.0 investieren. Auch im internationalen Hinblick soll sich dies auszahlen. Deutschland, aber auch insbesondere Bayern seien weltweit bekannt für die guten wirtschaftlichen und innovativen Strukturen, so Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer.

Schmitt zeigt sich zuversichtlich, dass Faurecia mit der Forschung im Technologiezentrum Erfolg haben wird und auch einige Patente anmelden kann. „Die Welt wächst“, schließt er ab. Und Hehl ergänzt: „Es stehen epochale Umbrüche an – und wir sind dabei.“
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