SPD sieht Messe Augsburg auf einem erfolgversprechenden Weg

SPD-Politiker zu Besuch bei der Messe Augsburg: Sabine Grünwald, Armin Bergmann, Roland Mair, Gerhard Reiter, Annette Luckner, Harald Güller, Janine Hendriks und Herbert Woerlein (von links).
Augsburg: Messe Augsburg |

Gerhard Reiter ist ein Mann der leisen Töne, dabei hat er es geschafft, innerhalb von sieben Jahren, in denen er nun Geschäftsführer der Messe Augsburg ist, diese zu einem anerkannten Standort zu entwickeln, der in einem Atemzug mit München und Nürnberg genannt wird und viel mehr zu bieten hat als die Augsburger Frühjahrsausstellung, die in der Region jedes Kind kennt.

Neben der Stadt Augsburg als größtem Gesellschafter ist auch der Landkreis Augsburg mit 20 Prozent an der Messe beteiligt. Ein Grund für den SPD-Unterbezirk Augsburg-Land und die Kreistagsfraktion, den erfolgreichen Geschäftsführer zu besuchen.

Der Messestandort hat viel Potential, bescheinigt Reiter, der es geschafft hat, das Image des Standortes Augsburg deutlich zu verbessern. Aber eine positive Entwicklung ist ohne Geld nicht zu haben. Wer mit seinen Hallen nicht auf der Höhe der Zeit ist, der wird abgehängt. Die Messe muss deshalb weiter aufholen, sprich bauen. So gibt es einen Masterplan, den Reiter gerne Punkt für Punkt abarbeiten möchte. Doch dafür braucht er Geld vom Freistaat, der, anders als in München und Nürnberg, in Augsburg kein Gesellschafter ist.

Kreisrätin Annette Luckner weiß als Mitglied im Verwaltungsrat der Messe, wie schwierig die Verhandlungen mit dem Freistaat sind. Und auch Harald Güller, stellvertretender Vorsitzender im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags und Fraktionschef der SPD im Kreistag, bekommt immer wieder hautnah mit, wie ungleich manchmal von München aus die verschiedenen Messestandorte finanziell unterstützt werden. „Für Augsburg könnte die Bayerische Staatsregierung schon noch mehr tun, wenn man den Vergleich unter den drei größten bayerischen Messestandorten München, Nürnberg und Augsburg zieht“, sagt Güller.

Die Zahl der Mitarbeiter liegt bei nur 25, erzählte Reiter den Politikern beim Besuch. Das sieht er als großen Vorteil, denn so ist der Kontakt zwischen seinen Mitarbeitern und den Kunden sehr individuell und persönlich, was viele schätzen. Den SPD-Kreisvorsitzenden Roland Mair interessierte besonders die Zusammenarbeit mit dem benachbarten Innovationspark. Diese gelungene Kombination sei einmalig, erklärte Reiter, das gebe es sonst nirgends. Ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit ist die gerade eben zum ersten Mal durchgeführte „Experience Composites“. Die Einbindung von Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer, die Zusammenarbeit zum Beispiel mit Eurocopter, SGL Carbon und Premium Aerotec, der Besuch von insgesamt 800 Schülern auf dieser internationalen Leitmesse für Faserverbundmaterialien, Leichtbau und Carbon war eine Herausforderung für Reiters kleines Team, aber ein voller Erfolg. Doch Reiter denkt bereits weiter: 3D-Druck wird sein neues Thema für Augsburg.

Doch wie sieht die Zukunft im Messewesen aus, fragte der SPD-Landtagsabgeordnete Herbert Woerlein. Bayern ist der zweitgrößte Messeplatz weltweit, München und Nürnberg werden von Augsburg ergänzt, das als Entwicklungsstandort für neue Messeideen einen großen Vorteil durch sein flexibles Messegelände hat und bis zu drei kleinere Messen parallel durchführen kann. Messegesellschaften müssten sich zusammenschließen zu schlagkräftigen Organisationseinheiten war die einhellige Meinung beim Besuch, um gegen die ausländische Konkurrenz auf Dauer bestehen zu können. Einzelkämpfer werden es in Zukunft schwer haben.
Für die Region ist der Messestandort Augsburg ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Auf den fehlenden Flughafen angesprochen winkte Reiter ab, internationale Aussteller und Besucher kämen sowieso in Frankfurt an und der Weg nach München sei ein Klacks. „Augsburg ist bestens angebunden, ein Flughafen ist dabei nicht so wichtig“, so Reiter.
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