Erik Thommy mit Startelf-Debüt für den FC Augsburg: "Er wird ein wichtiger Spieler"

Erik Thommy traf in seinem Startelf-Debüt mit dem FC Augsburg auf den VfL Wolfsburg mit Yunus Malli. (Foto: Klaus Rainer Krieger)
 
Endlich mittendrin: Erik Thommy mit Michael Gregoritsch nach dem Treffer von Alfred Finnbogason zum 2:1 für den FC Augsburg gegen den VfL Wolfsburg. (Foto: Klaus Rainer Krieger)
Augsburg: WWK Arena |

Der FC Augsburg gewinnt mit 2:1 gegen den VfL Wolfsburg. In der Startelf des FCA steht erstmals Erik Thommy. Der 23-Jährige erlebt einen wechselhaften Abend, erhält am Ende aber Lob von allen Seiten. Thommy selbst bleibt gelassen.

Ein junger Mann steht vor der Nordkurve der Augsburger Fußballarena. Energisch wirft er beide Arme nach oben, sein Mund ist weit aufgerissen. Erik Thommy treibt die Fans des FC Augsburg an. Gerade hat er mit einer scharfen, jedoch geblockten Flanke eine Ecke herausgeholt. Wenige Augenblicke später sieht er für ein übermotiviertes Tackling im Mittelfeld gegen Wolfsburgs Mario Gomez Gelb.

Erik Thommy ist mittendrin in dieser Bundesligapartie - es ist seine erste überhaupt von Beginn an. Endlich, wird er sich insgeheim denken, und damit nicht der einzige in der Arena an der B17 sein.

Von der TSG Thannhausen in die Startelf des FC Augsburg

2010 wechselte der heute 23-jährige Ulmer von der TSG Thannhausen in die U17 des FC Augsburg. Als er drei Jahre darauf vom damaligen FCA-Trainer Markus Weinzierl in den Profikader berufen wurde, war er das erste große Versprechen aus dem eigenen Nachwuchs seit die Augsburger in der Bundesliga spielten.

Gegen Wolfsburg also steht die Verheißung mit den an den Seiten kurz geschorenen Haaren erstmals in der Startelf, soll anstelle von Jonathan Schmid oder Marcel Heller die Offensive beleben. Thommy habe sich diesen Einsatz verdient, findet Alfred Finnbogason. "Weil man sieht, wie hart er in jedem Training arbeitet, wie er sich mit seinem Beruf beschäftigt", begründet der Stürmer.


Thommy: War schwer, ins Spiel zu kommen

Zunächst aber läuft es holprig für den Neuling. Sehr schwer sei es gewesen, ins Spiel zu kommen, kommentiert Thommy angesprochen auf die Leistung von Thommy nach der Partie. Er weiß warum: "Ich habe lange nicht mehr über 90 Minuten gespielt." Ganze 40 Bundesligaminuten hat er bis zum Samstag in dieser Saison absolviert.

Das sieht man. Eine von Thommy getretene Ecke schafft es nicht einmal bis zum Fünfmeterraum des VfL, eine von ihm geschlagene Flanke segelt über den Strafraum hinweg ins Toraus. Nach 39 Minuten aber, da blitzt es auf, was man sich von Thommy verspricht. Ja-Cheol Koo steckt durch, der Debütant leitet umgehend auf Finnbogason weiter. Ein-Kontakt-Fußball, den der Isländer nicht mit dem 1:0 abschließt.

15 Torbeteiligungen bei Regensburgs Aufstieg

Augenblicke, wie man sie in Regensburg von Thommy kennt - und vermisst. Dort, wo Thommy das bislang letzte Mal über die volle Distanz in einem Fußballspiel mitwirkte. Zum Jahn hatte der FC Augsburg sein Mittelfeldtalent in der vergangenen Saison ausgeliehen. Acht Tore und sieben Assists steuerte Thommy zum Zweitligaaufstieg der Oberpfälzer bei, die ihn gerne noch ein Jahr länger behalten hätten. Doch der FC Augsburg holte den Offensivspieler trotz seines aufgeblähten Profikaders zurück.

Wie er seine bisherige Zeit seitdem bewertet, will Thommy nicht beantworten. "Ich möchte jetzt nach einem Spiel mit drei Punkten nicht über meine letzten vier Monate sprechen", sagt er im Bauch der Arena nach der Partie, in der er seiner "Mannschaft in einigen Situationen geholfen" hat.

In Szenen wie jener kurz nach der Pause, als Thommy einen freien Raum hinter der engmaschigen Wolfsburger Abwehrkette erkennt, auf rechts durchstartet und von Daniel Opare angespielt wird. Thommys scharfe Flanke ermöglicht letztlich Michael Gregoritsch eine gute Gelegenheit.

"Wollten Wolfsburg durcheinander bringen"

Ohnehin ist der 23-Jährige in dieser zweiten Halbzeit besser im Spiel. Auch, weil der FC Augsburg jetzt eine Idee hat, wie er gegen die seit der zehnten Minuten in Unterzahl spielenden und seit einem Fehlgriff von Augsburgs Torhüter Marwin Hitz führenden Wolfsburger Chancen herausspielen kann. Meinte man nach der ersten Hälfte noch, die Rote Karte gegen Maximilian Arnold habe sich eher negativ auf die Elf von Trainer Manuel Baum ausgewirkt, kommt Augsburg nun etwas öfter als im ersten Durchgang hinter die letzte VfL-Reihe.

Thommy ist nun überall in der Wolfsburger Hälfte unterwegs. Mal neben Finnbogason als zweiter Mittelstürmer, mal vor Opare auf Rechtsaußen, am Ende neben Daniel Baier auf der Sechs. "Wenn man nicht variabel spielt", referiert er hernach, "macht man es einem Gegner in Unterzahl einfach". Man habe die Gäste "verwirren" wollen, versucht, sie "durcheinanderzubringen".

Gregoritsch und Finnbogason drehen schließlich mit ihren Treffern die Partie. Thommy erhält in diesem Verwirrspiel zwei eigene gute Gelegenheiten. Sein erster Bundesligatreffer gelingt ihm jedoch nicht.

"Thommy wird ein wichtiger Spieler"

Doch er wird weitere Minuten erhalten, das nachzuholen. "So wie ich ihn erwartet habe", lobt Manuel Baum den Thommy-Auftritt später, "lauffreudig, spielfreudig und aggressiv". Eine "super Leistung" attestiert ihm Finnbogason, denn er habe "viele Torchancen erarbeitet". Und der Isländer prophezeit dem neuen Startelf-Kollegen: "Er wird ein wichtiger Spieler."
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