FC Augsburg empfängt RB Leipzig: Polizei stockt Personal auf, Augsburg Calling findet statt

„Rote Karte für RB“: Auf ähnlich kreativen und vor allen Dingen friedlichen Protest wie in der Bundesligasaison 2014/15 beim Heimspiel gegen Paderborn sollten die FCA-Fans auch am Freitag zurückgreifen. (Foto: David Libossek)
Augsburg: WWK Arena |

RB Leipzig gastiert am Freitag erstmals in Augsburg. Der von Red Bull finanzierte Emporkömmling ist auch unter FCA-Fans umstritten. Die Polizei kündigt nach den Übergriffen in Dortmund an, für das Freitagsspiel ihr Personal aufzustocken. Augsburg Calling soll trotzdem stattfinden.

Drei Aufeinandertreffen hat es bereits gegeben, doch am Freitag (20.30 Uhr) trifft der FC Augsburg erstmals im eigenen Stadion auf den polarisierenden Bundesligaaufsteiger RB Leipzig. Der von Red Bull ins Leben gerufene Emporkömmling stößt auch in Augsburg vielen Fans sauer auf. Keine Vereinsstrukturen, keine Tradition, entgegen der DFB-Statuten ein Firmenlogo im Wappen – das sind neben der enormen Finanzkraft nur einige der vielen Kritikpunkte an dem, was nicht nur für ein Gros der Fußballfans ein reines Marketingkonstrukt ist.

Ihrer Abneigung verliehen FCA-Anhänger bereits mit Spruchbändern und zuletzt durch Abwesenheit Ausdruck. Das Auswärtsspiel in Leipzig boykottierte die aktive Fanszene größtenteils, rief stattdessen einen Traditionstag im Rosenaustadion rund um das Spiel der beiden U 23-Mannschaften von Augsburg und Fürth aus.

Boykott des Auswärtsspiels, erhöhte Polizeipräsenz beim Heimspiel

Zum Heimspiel wird die Augsburger Kurve freilich nicht leer bleiben. Um das Stadion herum, aber auch in der Stadt wird es zwangsläufig dazu kommen, dass sich Fans beider Lager begegnen. Vor allem beim Auswärtsspiel des Aufsteigers in Dortmund kam es zu gewalttätigen Übergriffen auf Anhänger der Sachsen – sogar auf Frauen und Kinder. Für zu Gewalt auffordernde Banner, die unter anderen auf der Südtribüne gezeigt wurden, musste Dortmunds „Gelbe Wand“ gar während der Partie gegen den VfL Wolfsburg leer bleiben. Auch bei den Leipziger Gastspielen in Gladbach und Hamburg kam es zu Zwischenfällen.

Das weiß freilich auch die Augsburger Polizei, der wohl auch nicht entgangen sein wird, dass Augsburgs Ultras das Freitagsspiel als „FCA gegen Bullenschweine“ ankündigen. Deshalb wird die Augsburger Polizei „bei diesem Spiel mehr Beamte einsetzen, um mögliche Vorfälle zu vermeiden“, schreibt Pressesprecher Siegfried Hartmann auf Nachfrage. Die Rede ist von „einer angepassten Polizeipräsenz“. Konkrete Zahlen will Hartmann nicht nennen.


FCA gegen Leipzig: Polizei sieht "durchaus erhöhtes Risiko"

Nur so viel: „In der Bewertung kann die Begegnung durchaus mit einem erhöhten Risiko eingestuft werden“, lässt Hartmann wissen, verweist allerdings darauf, dass es das erste Heimspiel des FCA gegen Leipzig sei. Vergleichswerte gebe es also keine. „Wir sind aber in ständigem Austausch mit den jeweils eingesetzten szenekundigen Beamten und Fanbeauftragten, um schnell auf sich möglicherweise anbahnende Konflikte und Situationen, am besten schon im Vorfeld, reagieren zu können“, führt der Beamte aus.

Der FC Augsburg kündigte an, sich in einer gesonderten Stellungnahme zu dem Spiel zu äußern. Zunächst wolle man intern das Vorgehen diskutieren.
Debattiert wird auch im FCA- Fan-Forum, wie das Projekt von Stadt und FC Augsburg, Augsburg Calling, am Freitag umgesetzt werden soll. Ein Programm, bei dem Gäste- wie FCA-Fans gemeinsam essen, Stadtführungen unternehmen und abends feiern.

"Klar wird es ein Augsburg Calling geben"

Organisator Gerhard Seckler verspricht: „Ja klar wird es auch für Leipzig ein Augsburg Calling geben.“ Einige Leipziger hätten sich bereits angemeldet. Das Programm werde noch entsprechend abgestimmt, erläutert Seckler, der unter dem Spitznamen „General“ bekannt ist.

Freilich wisse er um die Kritik „am Konstrukt RB Leipzig“, sagt er. Aber der Verein der Gäste spiele beim Prinzip des bundesweit einmaligen Projekts keine Rolle. Es gehe um die Stadt Augsburg. „Und hier werden Gäste willkommen geheißen, alles andere wäre Blödsinn.“

Von David Libossek und Alexander Hartmann
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.