FC Augsburg gegen Borussia Dortmund: Barzahlung in der Arena, schlechte Nachrichten bei Restguthaben und Kartenpfand

Ausgekartelt: Die Firma, die die bargeldlose Bezahlung in der Augsburger WWK Arena organisiert hat ist insolvent. Am Samstag beim Spiel des FC Augsburg gegen Borussia Dortmund wird im Stadion bar für Essen und Getränke gezahlt. (Foto: David Libossek)
Augsburg: WWK Arena |

In der Augsburger Fußballarena wird am Samstag während des Heimspiels des FC Augsburg gegen Borussia Dortmund an den Verkaufsständen in bar bezahlt. Auf diese Lösung haben sich Verein und Stadtwerke verständigt, nachdem die Betreiberfirma des bisherigen Bezahlkartensystems Insolvenz angemeldet hatte. Alle Probleme sind damit jedoch nicht gelöst: Die Fans könnten Restguthaben und Kartenpfand möglicherweise nicht wieder sehen.

Zum Glück endet der Einfluss von Asketen und Gesunde-Ernährung-Fetischisten à la Thomas Tuchel an den Werbebanden. Würde er sich bis auf die Tribünen Bahn brechen, der Besuch eines Fußballspiels wäre nur halb so schön. Schließlich kann man sich den Blick auf das oft schnöde Gekicke immerhin schönessen: mit einer ordentlichen Stadionwurst, die freilich bestens mit einem kühlen Bier kombiniert werden kann.

FC Augsburg und Stadtwerke in Erklärungsnot

Weil das eben zum Fansein dazugehört wie der Ball auf den Rasen, und die Bundesliga-Arenen meist proppenvoll sind, ist das verbunden mit Anstehen. Um das zu verkürzen, setzen Vereine in ihren modernen Arenen alles auf eine Bezahlkarte. Zuseher können rund ums Stadion eine Karte erwerben, die sie dann je nach Bedarf in Fünf-Euro-Schritten aufladen und als Zahlungsmittel nutzen. So spart man sich am Verkaufsstand etwa das lästige Wechselgeldherausgeben.

Nun aber ist ein Fall eingetroffen, auf den nun wirklich keiner vorbereitet war. Die Hamburger Firma Payment Solutions hat Insolvenz angemeldet. Sie ist seit der Eröffnung 2009 zuständig für die Organisation der bargeldlosen Zahlung in der WWK Arena des FC Augsburg. Die Stadtwerke als Partner des FCA haben Payment Solutions beauftragt, den Zahlungsverkehr abzuwickeln. Auch sie stecken nun in Erklärungsnöten.

Karten gegen Dortmund nicht mehr nutzbar: Was geschieht mit Pfand und Restguthaben?

Das Problem: Fans hinterlegen für die Karte ein Pfand von zwei Euro. Da die Karten saisonübergreifend nutzbar sind, werden sich auf einigen zudem noch ordentliche Restguthaben befinden. Beides ist womöglich verloren, denn entgegen erster Zusicherungen des Unternehmens sind die elektronischen Zahlungsmittel während des letzten Saisonheimspiels des FCA gegen Borussia Dortmund nicht mehr nutzbar.

„Wegen des vorläufigen Insolvenzverfahrens wird die Hamburger Payment Solutions-Gruppe den bargeldlosen Zahlungsverkehr und das Auszahlen von Restguthaben nun doch nicht anbieten“, schreiben die Stadtwerke Augsburg (swa) am Donnerstag.

Restguthaben und Kartenpfand: Entscheidung frühestens im Juli

„Vertragspartner der Karteninhaber und verantwortlich für das Guthaben ist nach wie vor der zahlungsunfähige Bezahlkartenanbieter Payment Solutions“, heißt es in der Presseerklärung weiter. Und demnach nicht die Stadtwerke. Laut des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Sven-Holger Undritz wird eine abschließende Entscheidung darüber, wie das Unternehmen, um das es bereits im November 2016 Ärger gab, mit bestehenden Karten-Guthaben und Pfand umgehen wird, voraussichtlich im Juli 2017 getroffen“, kündigt das Augsburger Kommunalunternehmen an.

Möglicherweise schauen die Fans sogar komplett in die Röhre: Sie treten als Kartenbesitzer quasi als Gläubiger der Firma auf. Erst wenn das Insolvenzverfahren abgeschlossen ist, kann Geld – so überhaupt noch etwas übrig ist – an Gläubiger verteilt werden. 50.000 solcher Karten sind beim FC Augsburg im Umlauf, rund 500.000 Euro befinden sich noch an Guthaben auf den nun wertlosen Plastik-Zahlungsmitteln.

FC Augsburg: "Lösung im Sinne unserer Fans" - Hertha springt ein

Hertha BSC Berlin, ebenfalls Payment-Solution-Kunde, sprang daher für seine Anhänger ein. FCA-Sprecher Dominik Schmitz kündigte zumindest „eine Lösung, die im Sinne unserer Fans sein wird“, an. Details stehen noch aus. Auch die Stadtwerke würden sich der Pressemitteilung zufolge einsetzen, „den Schaden für die Fans so gering wie möglich“ zu halten.

FCA gegen Dortmund Stadtwerke Augsburg organisieren Barzahlung in der Arena

Am Samstag springen sie jedenfalls für das insolvente Unternehmen ein. Sie werden den Zahlungsverkehr für Bier und Bratwurst in der Arena regeln. Und zwar nach alter Schule: mit Scheinen und Münzen.

Kommentar: Fans dürfen nicht die Leidtragenden sein

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