FC Augsburg mit Remis gegen Gladbach: Ein guter Punkt

Spiel gedreht: Caiuby jubelt über seinen Treffer zum 2:1. Foto: Klaus Rainer Krieger
 
Auch Paul Verhaegh und Halil Altintop gefällt das. Foto: Klaus Rainer Krieger
Augsburg: WWK Arena |

Von wegen grauer Liga-Alltag: Der FC Augsburg liefert sich nach dem Europapokal-Hit in Liverpool ein rasantes Duell mit Borussia Mönchengladbach. Hätte man sich vorab auf ein 2:2-Unentschieden geeinigt, hätte der FCA nach den Strapazen unter der Woche wohl sogar eingewilligt. Gegen 17.20 Uhr und nach einer starken Leistung des FCA fragte man sich jedoch, ob man sich über dieses Remis gegen einen Champions League-Platz-Anwärter freuen oder ärgern sollte.

Der Glanz des großen Abends des FC Augsburg war langsam am verglimmen, als an diesem wolkenverhangenen Sonntagnachmittag Borussia Mönchengladbach in der Arena an der B17 vorspielte. Bundesliga, Alltag, Abstiegskampf. Es ging dabei jedoch um nicht weniger als darum, den Abstand auf Werder Bremen und den Relegationsplatz auf sechs Zähler zu vergrößern.

Alfred Finnbogason: Der halbe Held


Dass es am Ende immerhin weiter deren vier sein sollten, ist an sich keine schlechte Nachricht. Wären da nicht die 93 Minuten starken Augsburger Minuten gewesen, die zuvor vergangen waren – und an deren Ende Alfred Finnbogason noch einmal im Strafraum der Borussia ausgeholt hatte zum letzten Volley dieses packenden Bundesligaspiels. Elegant ließ er den Ball über den Spann seines rechten Fußes gleiten, graziös kam der schlacksige Isländer mit überkreuzten Beinen zum stehen. Finnbogason blickte seinem Schuss hinterher, sah, wie dieser jedoch nur an den rechten Pfosten klatschte, anstatt im Netz einzuschlagen.

Somit blieb dem Wintertransfer des FC Augsburg nichts anderes übrig, als sich mit der Rolle eines halben Helden zufrieden zu geben. Schließlich war er es gewesen, der mit seinem ersten Tor für den FCA das zwischenzeitliche 1:1 geköpft hatte.
Sein vom Pfosten vereitelter Siegtreffer hätte einen durchaus gelungenen Auftritt des FC Augsburg veredelt.

FC Augsburg: Starker Auftritt mit kleinen Mängeln


Freilich hatte man während einiger leichter Ballverluste das Gefühl, dass die Beine die Männer in den weißen Leibchen nicht mehr ganz so leicht über den Rasen trugen. Selbstverständlich mangelte es in manchen Defensiv-Momenten am letzten Quäntchen Konzentration. Übel nehmen kann man es der Weinzierl-Elf nach dem fordernden Match in Anfield keinesfalls.

Der Trainer hatte seine Mannschaft ideal eingestellt auf eines der Topteams der Bundesliga. Auch wenn Gladbach eine Handvoll gefährlicher Tempovorstöße zeigte, und Marwin Hitz das ein ums andere Mal formidabel parieren musste: Augsburg hatte größtenteils die Kontrolle über das Geschehen, zeigte gar einige schicke Kombinationen im Angriff, wobei es jedoch viele gute Gelegenheiten liegenließ, und führte seine Zweikämpfe meist konsequent und mit einer Menge Verve.

Mit einem guten Gefühl ins schwere Restprogramm


So wäre der Ball von Finnbogason definitiv verdient im rechten Eck eingeschlagen – nun, er tat es nun einmal nicht. Was bleibt, ist somit ein Punkt. Und der kann im engen Abstiegsgerangel durchaus wertvoll werden. Der Abstand auf Bremen ist immerhin gewachsen. Und die Auswärtsfahrt nach Hoffenheim am Mittwochabend (Spielbeginn 20 Uhr) wird ebenfalls angenehmer verlaufen mit einem starken Auftritt gegen Gladbach im Gepäck, als mit einer Niederlage.

Gerade das phasenweise sehr disziplinierte Auftreten in der Arbeit gegen den Ball und das auch über den Spielverlauf gesteigerte Zusammenspiel zwischen Caiuby auf Links, Finnbogasson in der Spitze und Raul Bobadilla auf Rechts machen Hoffnung darauf, dass der FCA in den Wirren des Abstiegskampfes auch in den kommenden Wochen, die harte Auswärts- und kniffelige Heim-Aufgaben bereithalten, wird bestehen können.

Fotos: Klaus Rainer Krieger
0
1 Kommentar
88
Max Kaiser aus Augsburg - City | 29.02.2016 | 17:16  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.