FC Augsburg schreibt eine schwäbisch-isländische Weihnachtsgeschichte: Späte Bescherung dank Finnbogason

Dreifachtorschütze Alfred Finnbogason, hier beim Torjubel mit seinen Kollegen, sorgte für die späte Bescherung gegen den SC Freiburg (Foto: Klaus-Rainer Krieger)
Augsburg: WWK Arena |

Am letzten Spieltag vor der Winterpause belohnt sich der FCA in allerletzter Sekunde selbst für eine couragierte Leistung mit einem Punkt. Für die Augsburger Bescherung zuständig war der überragende Isländer Alfred Finnbogason.

Isländische Weihnachtstraditonen

13 Tage lang feiern die Isländer traditionell Weihnachten. Und das ist nicht der einzige Unterschied im Vergleich zum deutschen Fest: Statt dem Weihnachtsmann bringen in Island gleich 13 sogenannte Weihnachtszwerge, die der Legende nach aus den Bergen stammen, den Kindern die Geschenke. Keine 13, immerhin aber zehn Mann und ein ganz besonderer Torjäger waren von Nöten, um den Fans des FC Augsburg gegen den SC Freiburg eine vorgezogene Bescherung zu ermöglichen.

Doch von Anfang an: Dem isländischen Brauch nach erscheint der erste Weihnachtszwerg 13 Tage vor dem heiligen Abend mit dem ersten Präsent. Und beinahe hätten sich die Kicker des FCA wohl unbewusst tatsächlich an diese Tradition gehalten, als sie in der englischen Woche beim FC Schalke 04 einen 0:2 Rückstand aufholten, ehe sie in den letzten Spielminuten doch noch durch einen Elfmeter verloren und die Heimreise mit leeren Händen antreten mussten.

Freiburg crasht Augsburger Weihnachtsfeier

Besser sollte es nun im letzten Spiel der Hinrunde vor heimischer Kulisse laufen. Frostige Temperaturen und Schneefall bildeten jedenfalls das perfekte Panorama für ein vorgezogenes Weihnachtsfest in der WWK-Arena. Als Alfred Finnbogason dann nach gerade mal 56 Sekunden zur Führung für die Hausherren traf, schien der Verlauf des weiteren Nachmittags eigentlich bereits vorgezeichnet. Die bayrischen Schwaben dominierten die Gäste und hatten nur wenige Minuten später durch Michael Gregoritsch den vermeintlich sicheren, zweiten Treffer auf dem Fuß.

Doch wie das in Weihnachtsgeschichten eben so ist, läuft meist nicht alles nach Plan. Gregoritsch setzte seinen Abschluss über das leere Tor und die Freiburger witterten ihre Chance. Denn während sich der FCA seiner Sache wohl etwas zu sicher schien, kamen die Gäste immer besser ins Spiel. Dem Ausgleichstreffer von Christian Günter folgte ein Doppelpack von Nils Petersen und auf den Rängen Unverständnis angesichts der Wendung des Spiels. Doch nicht nur der Spielverlauf sorgte vielerorts für verdutzte Gesichter, sondern auch Schiedsrichter Dingert. Der Unparteiische nahm einen klaren Elfmeter an Marcel Heller zurück und berief sich dabei auf ein Handspiel im Mittelfeld. Auch wenn Trainer Manuel Baum die Entscheidung nach der Partie als korrekt bezeichnete, zeigte die Szene abermals, dass der Einsatz der neuen Technik noch lange nicht klar genug geregelt ist und einer Überarbeitung bedarf.

Späte Bescherung dank Finnbogason

Doch was wäre eine Weihnachtsgeschichte ohne entsprechendes Weihnachtswunder? Denn so oder so ähnlich muss man wohl beschreiben, was sich in den letzten Minuten der Partie in Augsburg abspielte. Viele Zuschauer waren bereits vor den Minusgraden geflüchtet, als der FCA das wohl verrückteste Finale seit langem hinlegte. Es lief bereits die 91. Spielminute, als eine Flanke von Philipp Max den völlig freistehenden Finnbogason fand, der nur noch zum Anschluss einköpfen musste. Als der Isländer in der dritten Minute der Nachspielzeit dann auf Vorarbeit von Gregoritsch erneut per Kopf zum Ausgleich traf, stand die Arena Kopf. „Alfred hat das Spiel mit seinen Toren in der ersten und letzten Minute perfekt eingerahmt“, lobte sein Trainer den Isländer nach Spielende.

Am Ende stand dann zwar „nur“ ein 3:3 Unentschieden, gefühlt gingen die Augsburger allerdings als Sieger vom Platz. Nun geht es für die Spieler in die Winterpause und für Finnbogason in die Heimat nach Island, zum Familienbesuch. Dort warten schließlich noch einige Weihnachtszwerge auf den Dreifachtorschützen.
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