FC Augsburg siegt zum Plärrerende: Torkeln mit Martin Hinteregger, Maßkrüge stemmen mit Marcel Heller

Nicht nur Alfred Finnbogason war für den Sieg gegen Köln verantwortlich. Auch die Mannschaft hinter dem Mittelstürmer überzeugte größtenteils. (Foto: Klaus Rainer Krieger)
Augsburg: WWK Arena |


Am letzten Plärrerwochenende liefert der FC Augsburg eine zünftige Leistung gegen den 1. FC Köln ab. Naja, zugegeben, die Kicker aus der Karnevalstadt wirkten streckenweise so fehl am Platz wie ein Veganer am Bratwurststand auf dem Augsburger Volksfest. Marcel Heller stemmt Maßkrüge, Prahlhans Khedira haut den Lukas und Martin Hinteregger torkelt kurz.

Der tollste Hecht auf dem Festplatz war freilich Alfred Finnbogason, der für seine drei Treffer ins Schwarze zwar keinen Strauß Rosen, dafür aber den Spielball abräumte. Aber auch der Rest des Orchesters von Kapellmeister Manuel Baum spielte ordentlich auf.

Da war zum einen Jeffrey Gouweleeuw. Wie ein selbstsicherer Security-Mann mit Knopf im Ohr eilte er stets dorthin, wo ihn die Kollegen brauchten. Leidtragender: Kölns Jhon Cordoba. Der bullige Stürmer quengelte zuweilen wie ein Halbstarker, der nicht ins Bierzelt darf.

Als wäre er auf einen Abstecher eben dort drinnen gewesen, wirkte für einen Moment Martin Hinteregger, der kurzzeitig torkelte und so beinahe das 1:1 verschuldete; watschte sich anschließend selbst wieder wach und überstand den Rest der Partie ohne schwerwiegende Aussetzer. Naja, sein Distanzschuss in der Schlussphase führte zu einem Kölner Einwurf.

Philipp Max: rasanter als die Wilde Maus

Rasanter als die Wilde Maus stürmte Philipp Max über seine linke Seite, bereitete Finnbogasons erstes Tor per Flanke vor. Auf der anderen überzeugte Daniel Opare als Ersatz für den verletzten Framberger - brachte gar mit einer akrobatischen Fallrückzieher-Rettungseinlage die 27.500 Festtagsgäste zum Johlen.

Marcel Heller bewies eine Ausdauer, die ihm garantiert, einen jeden Maßkrug-Hochalte-Wettkampf zu gewinnen - mit den Beinen. 88 Minuten lang sprintete er die Linie rauf und runter, wie eines der Miniaturrösser beim Pferderennen, dessen Spieler ständig ins beste Loch trifft. "Kaputt" sei er, hechelte er hernach den Reportern entgegen. Heller hatte zuvor zudem mit der Gerissenheit eines Hütchenspielers einen Elfmeter herausgeholt. Sein Pendant auf der anderen Seite, der Brasilianer Caiuby. Dieser gab statt feiner Samba-Sohle jedoch den kantigen Kirmesboxer, war also eher als sein alias Kai-Uwe unterwegs; scheute weder Luft- noch Zweikampf und war sich für keinen Meter zu schade.

Baiers Pass aus der Mandeltüte

Er würde sich selbst aufstellen, hatte Rani Khedira noch unter der Woche getönt. Klang ein wenig nach Prahlhans, der dann am Hau-den-Lukas es doch nicht über den "Taugenichts" hinausbringt. Khedira ist allerdings ein geerdeter Typ und schaffte es schließlich hart arbeitend bis zum "Glei hamma's g'schafft". Er agierte neben Daniel Baier äußerst ordentlich, sah aber später selbst noch Luft nach oben.

Baier selbst ist derzeit in pfundiger Form - freilich nicht auf seinen Körper bezogen, sondern auf die Art, wie er das Spiel des FC Augsburg leitet. Das garnierte er mit einem gelupften Pass auf Finnbogason, so zuckersüß, als hätte er ihn aus einer Tüte gebrannter Mandeln gekramt.

Ein bisserl wie der, der keinen Platz mehr im Autoscooter bekommen hat, wirkte Michael Gregoritsch, dem wenig glückte. Er verlautbarte nach dem Spiel jedoch: "Es muss noch besser werden."

Auch so belegt der FCA Platz acht. Bundesliga, zieh dich warm an.

Der Vollständigkeit halber: Torhüter Marwin Hitz stand freilich auch auf dem Rasen, hätte jedoch zwischendrin auch mal eine Runde Riesenrad mit seinen Kindern fahren können. Denn wie sagte Rani Khedira: "Ich hatte nicht das Gefühl, dass Köln heute überhaupt ein Tor schießt."

Bilder vom Sieg des FC Augsburg gegen den 1. FC Köln

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