FC Augsburg vergibt Big Point gegen Borussia Mönchengladbach

Bitterer Ausgleich in der letzten Minute kostet den FC Augsburg zwei wertvolle Punkte in Gladbach. (Foto: Archiv)

Nur Sekunden trennten die Augsburger vom Auswärtssieg gegen Borussia Mönchengladbach. Die drei Punkte hätten dem FC Augsburg ein beruhigendes Polster vor den Spielen gegen Dortmund und Hoffenheim gegeben. Aber mit dem letzten Gladbacher Angriff in der 94. Minute trafen die beiden ehemaligen FCA-Spieler Ibrahima Traore und Andre Hahn mit einer Koproduktion ins Augsburger Herz und egalisierten damit das Tor von Alfred Finnbogason. Nichtsdestotrotz könnte der Punktgewinn für den FC Augsburg Gold wert sein, denn aufgrund des besseren Torverhältnisses hat Augsburg quasi vier Punkte Vorsprung auf Hamburg.

Nach dem furiosen 4:0 gegen den Hamburger Sportverein am vergangenen Sonntag sah Augsburgs Cheftrainer Manuel Baum keinen Grund für Veränderungen und schickte gegen die Gladbacher Fohlen die gleiche Startelf ins Rennen. Gladbach musste auf seine beiden verletzten Stürmer Raphael und Hazard verzichten.

Wie erwartet begannen die Gladbacher druckvoll und der FCA wurde tief in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Dadurch, dass die Augsburger mit zwei tief gestaffelten Viererketten agierten, boten sich den Gladbachern wenig Räume. Erst als die Fuggerstädter nach 20 Minuten etwas offensiver wurden, kamen die Gladbacher zu nennenswerten Torchancen. Die besten Gladbacher Chancen in den ersten 45 Minuten hatten Dahoud (27.), nach einem Klassepass von Stindl, den Hitz aber gut parierte, und Jonas Hofmann (45.), der am Fünfmeterraum völlig freistand, die Kugel aber mit der Pieke am Tor vorbeistocherte – Glück für den FCA.

Finnbogason gegen Sommer, Island gegen die Schweiz

Auch wenn Gladbach in der ersten Halbzeit vor allem feldüberlegen blieb, setzten die Mannen von Manuel Baum immer wieder Nadelstiche. Allen voran der wiedergenesene isländische Stürmer Alfred Finnbogason – vier Duelle lieferte er sich mit dem Schweizer Nationalkeeper Yann Sommer in den Reihen der Gladbacher. Mit jedem Aufeinandertreffen der beiden, kam Finnbogason dem Torerfolg näher. Mit den ersten Versuchen seines Gegenparts (18. und 20. Minute) hatte Sommer noch wenig Mühe.

In der 38. Minute war Sommer bereits geschlagen, aber die Kugel kullerte am linken Pfosten vorbei. Vorausgegangen war eine starke Balleroberung von Dominik Kohr im Mittelfeld, der Finnbogason ins eins gegen eins mit Westergard schickte. Zuerst wirkte Finnbogason etwas unschlüssig, ob er in den Zweikampf gehen soll oder die Kugel abschirmen und zu den heraneilenden Mannschaftskollegen weiterleiten sollte. Als Altintop und Schmid zum ihm aufgeschlossen hatten, entschied er sich dann doch für den Zweikampf und brachte die Kugel an Westergard vorbei, gegen Sommers Laufrichtung aufs Tor - jedoch knapp vorbei.

Nur zwei Minuten später erreichte die scharf hereingetretene Flanke von Max Finnbogason, dessen Direktabnahme fand nur das Bein von Keeper Sommer - das war denkbar knapp!

Vier Mal hieß der Sieger des Duells Sommer, aber beim fünften Versuch (57. Minute) setzte sich der Isländer durch. Am Ende erinnert sich jeder nur noch an das Tor von Finnbogason und niemand redet mehr von den Paraden des Torhüters.

Finntorgason schlägt zu

Die Augsburger Führung kam aus dem Nichts. Nach einem Einwurf der Hausherren eroberte Jeffrey Gouweleeuw im Mittelfeld den Ball und Halil Altintop schickte Finnbogason in die Gasse: Beide Gladbacher Innenverteidiger standen zu weit auseinander und so hatte Finnbogason freie Bahn. Beim Klärungsversuch rutschten sie weg beziehungsweise ließen sich austanzen. Durch die Hosenträger von Christensen ging der Schuss an Sommer vorbei und vom Innenpfosten ins Netz.

Zwei ehemalige Augsburger treffen ins Augsburger Herz

Dominik Kohr mit seinem Distanzschuss (70.) und Raul Bobadilla in der 92. Minute scheiterten, auf 2:0 zu erhöhen und damit die Partie zu entscheiden. Mit dem letzten Angriff setzte sich der ehemalige Augsburger Ibrahima Traore auf rechts durch. Seine Flanke fand am zweiten Pfosten mit Andre Hahn einen weiteren ehemaligen FCA Spieler, der am kurzen Pfosten zum Ausgleich einschob.

Stimmen zum Spiel

Paul Verhaegh: "Natürlich sind wir total enttäuscht, wenn man in der 94. Minute den Ausgleich kassiert. Das fühlt sich wie eine Niederlage an. Ein Sieg wäre ein Riesenschritt gewesen. Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gezeigt, aber man kann halt die Gladbacher Qualität nicht über 90 Minuten komplett ausschalten. Wir hätten das zweite Tor nachlegen müssen."

Halil Altintop: "Der Ausgleich kurz vor Schluss ist natürlich bitter, aber Kopf hoch, es geht weiter. Dieser eine Punkt kann am Ende den Ausschlag geben und Gold wert sein."

Alfred Finnbogason: "Ich weiß nicht, was ich direkt nach dem Spiel sagen soll. Wir hatten einen super Plan und den auch über 93 Minuten umgesetzt, dann haben wir in der letzten Minute es nicht mehr geschafft, den letzten Angriff zu verteidigen."

Manuel Baum: "Bei dem Spielverlauf sind wir natürlich verärgert, dass wir nicht drei Punkte mitnehmen, aber vor dem Spiel wären wir wahrscheinlich mit einem Punkt zufrieden gewesen. Insgesamt überwiegt bei mir die Freude über eine sehr gute Leistung, die uns viele nicht zugetraut haben. Das zeigt uns, dass wir auch in den letzten beiden Spielen gegen Dortmund und Hoffenheim punkten können."

Dieter Hecking: "Wir sind natürlich froh über den späten Ausgleich. Es war viel Stückwerk von uns und wir haben nicht konsequent genug gespielt. Nach dem 0:1 hat der Gegner uns gut zugestellt und wir haben keine Lücken gefunden. Wir können froh sein, dass nicht das zweite Gegentor gefallen ist, so dass wir uns zum Schluss noch belohnt haben."
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