FC Augsburg vs. VfL Wolfsburg: Ein Abstiegskampf-Exempel

Augsburg zwang dem VfL Wolsburg sein Spiel auf und erkämpfte sich ein 0:0 gegen den Pokalsieger. Foto: Alex Heinle
Augsburg: WWK Arena |

Der FC Augsburg holt gegen den VfL Wolfsburg einen Punkt. Dabei zeigt er Abstiegskampf, der es ins Lehrbuch schaffen könnte - auch wenn der durchaus verdiente Siegtreffer ausbleibt.

Raul Bobadilla krabbelt unweit des Wolfsburger Strafraums über den holprigen Rasen der Augsburger Arena. Mit jedem seiner knapp 90 Kilo Körpergewicht schützt er den Ball vor zwei VfL-Spielern, die danach stochern. Schließlich befreit der Augsburger sich aus der Lage, indem er den Ball zu Ja-Cheol Koo spitzelt. Die Arena johlt.

Eine Szene, symptomatisch für ein Spiel, in dem die Augsburger mit derartiger Hingabe Abstiegskampf betrieben, dass man in jedem Fußball-Lexikon problemlos die Partie an diesem ersten Adventssonntag als Exempel für eben jenes Wort mit "A" verwenden kann. Der FCA zwang dem Spitzenteam aus Wolfsburg ein Duell auf, das nach seinen Regeln ausgespielt wurde.


FC Augsburg: Zwei Speerspitzen, zwei Viererketten


Die Weinzierl-Elf stand tief, lediglich Ja-Cheol Koo und Raul Bobadilla agierten - wenn auch nur wenige Meter - vor der Mittellinie, wenn der VfL versuchte, sein Spiel aufzuziehen. Schaffte es der VW-Klub an den beiden Speerspitzen vorbei, prallten die Grünen auf zwei konsequent und laufintensiv verschiebende Viererketten, deren einzelne Glieder keinen Zweikampf scheuten.

So auch in jenen Momenten, wenn die Augsburger vorne den Ball verloren. Umgehend schalteten die Hausherren auf konsequentes Gegenpressing um, wodurch sie verhinderten, dass der VfL seine gefährlichen Konter starten konnte. Mit wie viel Verve der FCA dabei agierte, zeigen die Gelben Karten für Koo, Bobadilla und Caiuby - allesamt aus der Offensivreihe. Klappte die Balleroberung nicht, fanden die Gastgeber diszpliniert und vor allem schnell ihre Ausgangsformation, das dichte 4-4-2, wieder.

FCA-WOB: Durchgehend intensiv

Dadurch entwickelte sich eine zwar nicht hochklassige, aber durchgehend interessante, weil intensive Bundesligapartie, die leider vor einem mit 27.081 Zusehern nicht ganz ausverkauften Stadion über die Bühne ging.

Die Heimelf beraubte den Pokalsieger seiner Stärken, der VfL mit Schürrle-Dost-Kruse im Angriff angetreten, wurde weitestgehend dort gehalten, wo er den Augsburgern nicht wehtun konnte.

Marwin Hitz musste lediglich bei einem harmlosen Kopfball von Bas Dost, einem Flachschuss von Maximilian Arnold und einem Freistoß von André Schürrle eingreifen, Jan-Ingwer Callsen-Bracker zudem einen Versuch von Max Kruse aus dem Rückraum blocken. Der Rest: Fernschüsse, die ungefährlich gen Christkindlesmarkt oder Landsberg segelten.


Augsburg hat die besseren Chancen


Anders die Möglichkeiten der in weiß gekleideten Augsburger. Koo, der - vor allem wenn er auf die Halbposition rückte - Wolfsburgs Hintermannschaft durcheinanderwirbelte, hätte nach Naldos plumpem Halten durchaus einen Strafstoß zugesprochen bekommen können. Paul Verhaegh war unmittelbar vor der Pause wohl derart überrascht davon, dass Schürrle einen Pass von Dominik Kohr durchrutschen lassen hatte, dass er den Ball frei vor Diego Begnalio lediglich ans Außennetz schob. Nach einer Stunde ließ Kohr das 1:0 liegen, als er aus fünf Metern frei neben das Wolfsburger Tor köpfte.

Dass Dante in der Schlussphase für ein hohes Bein gegen Bobadilla Gelb-Rot sah, war ebenso ein Ergebnis des Augsburger Abstiegskampfes, in dem kein Ball ohne enorme Gegenwehr hergeschenkt wurde.

Zwar sprang nur mehr eine Chance durch einen Fernschuss von Daniel Baier heraus, so dass sich die Hausherren nicht für den enormen Aufwand belohnten, dennoch reichte das 0:0, um auf Relegationsplatz 16 zu klettern. Kommende Woche gastiert der FCA in Köln.

David Libossek
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