FCA-Dreierpacker Alfred Finnbogason: Medikamente und "kein super Gefühl"

Alfred Finnbogason (FC Augsburg #27) feiert mit den Fans nach dem Spiel, nach Spielschluss das 3:0 gegen den 1. FC Köln. Der Stürmer hatte alle drei Tore erzielt. (Foto: Klaus Rainer Krieger)
Augsburg: WWK Arena |

Alfred Finnbogason trifft beim 3:0-Sieg des FC Augsburg gegen den 1. FC Köln dreifach. Dabei musste er am Morgen noch Medikamente nehmen und hatte vor der Partie kein gutes Gefühl. Den Erfolg feiert der FCA-Stürmer mit seinem Vater.

Eigentlich sei das alles ja ganz einfach. Das mit dem Toreschießen für den FC Augsburg. Sagt zumindest Alfred Finnbogason - und der muss es ja wissen; traf er an diesem verregneten Samstag doch dreimal für seinen FCA gegen den 1. FC Köln. "Ich sage immer zu Philipp und Marcel, sie müssen den Ball einfach reinbringen. Ich bin da immer", erklärte der Isländer hernach im Bauch der Augsburger Arena.

Tatsächlich, derart leicht funktionierte das bei seinem 1:0. Der Philipp, das ist Philipp Max. Und der flankte - wie angewiesen - völlig unbedrängt von der linken Seite in den Strafraum. Und da stand der, der da ja laut eigener Aussage immer steht. Warum er am Sechsmeterraum ohne Gegenspieler einköpfen durfte, müssen hingegen die vor allem in der ersten Halbzeit schwachen Kölner beantworten.

Finnbogason reckte noch in der ersten Halbzeit ein zweites Mal die Faust gen wolkenverhangenen Himmel. Einen Elfmeter nutzte er zum 2:0. In der Nachspielzeit des zweiten Durchgangs staubte er nach einem Pfostenschuss von Sergio Cordova zum 3:0-Endstand ab.

Finnbogason nicht nur wegen der Tore wichtig für den FC Augsburg

Doch es sind ja nicht allein die Tore, die Finnbogason so wichtig für den FC Augsburg machen. Er ist der wohl kompletteste Angreifer, den der FCA jemals hatte. "Ein Stürmer, wie er im Buche steht", urteilte sein Kollege Max, bevor er zu einer kurzen Laudatio ansetzte: "Alfred ist ein typischer Box-Player, der aber auch unglaublich viel ackert", sagte der gegen Köln ebenfalls stark aufgelegte Linksverteidiger, der Finnbogason zudem einen "überdurchschnittlichen Laufwert" attestierte.

Und tatsächlich: Die Nummer 27 des FCA tauchte überall auf dem Platz auf. Mal links hinten, mal gar zentral vor dem eigenen Strafraum. Der Stürmer gab gleichzeitig den ersten Verteidiger. Zudem war er stets anspielbar, machte Bälle fest oder legte sie elegant mit der Brust ab.

"Hatte kein super Gefühl"

Dabei hatte der Isländer vor der Partie "kein super Gefühl", plagt ihn doch noch immer eine Erkältung. Medikamente habe er nehmen müssen am Morgen, gibt er Auskunft und man meint zu erkennen, wie er für einen Moment das Gesicht verzieht. Dann grinst er jedoch und sagt: "Kein Doping."

Vielleicht hat er wegen der Krankheit anfangs "ein bisschen geschlafen", bei den ersten beiden Möglichkeiten "falsche Entscheidungen getroffen". Er meinte einen schlampigen Querpass auf Gregoritsch und ein - jedoch auch schwer zu verarbeitendes - Lupfer-Zuspiel von Daniel Baier, nach dem er den den Ball nicht an Köln-Torwart Horn vorbeibrachte.

Letzter Finnbogason-Dreierpack vor fast vier Jahren

Ansonsten aber sei es freilich ein "super Spiel" gewesen. Kein Gegentor und einen Dreierpack - seinen ersten in einem Ligaspiel seit einer Partie in der holländischen Eredevise für Heerenveen gegen den RKC Waalwijk im November 2013.

Dazwischen liegen zwei weniger erfolgreiche Gastspiele des Stürmers in San Sebastian und Piräus, dann eine gute Halbserie nach seinem Wechsel im Frühjahr 2016 für den FC Augsburg sowie die vermaledeite vergangene Spielzeit. Motivation nennt der Isländer heute seine sechsmonatige Zwangspause wegen einer hartnäckigen Schambeinentzündung.

Große Ziele und Feier mit dem Papa

Jetzt sei sein Selbstvertrauen zurück. Und das hört man. "Wenn ich gesund und fit bin, bin ich der Mann", der beim FCA die Tore schießt, diktierte er den Reportern in die Blöcke. "Große Ziele" habe er, gab er zu Protokoll. Auch die Mannschaft, das habe sie vor der Spielzeit aufgeschrieben. Was genau, das bleibe intern. Nur so viel: "Wir wollen sicher nicht wieder bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern", verriet er.

Smart und bescheiden, aber dennoch zielstrebig und selbstbewusst. Diese Attribute strahlt der Isländer, der vor der Saison seinen Bachelor in Sportökonomie abgeschlossen hat, aus. Feiern wird Finnbogason, der sich freilich den Spielball schnappte, gediegen im Kreis der Familie. "Mein Vater ist aus Island angereist. Wir werden daheim ein Barbecue machen und vielleicht ein Glas Rotwein trinken."
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