"Gregerl" der Große: Michael Gregoritsch ist unser Spieler des Monats beim FC Augsburg

Michael Gregoritsch ist unser Spieler des Monats Oktober beim FC Augsburg. (Foto: Klaus Rainer Krieger/Grafik: Martin Augsburger)
 
Michael Gregoritsch zeigte gegen Leverkusen auch als Mittelstürmer eine gute Leistung. (Foto: Klaus Rainer Krieger)
Augsburg: WWK Arena |

Michael Gregoritsch ist unser FCA-Spieler des Monats Oktober. Er hat eine starke Entwicklung genommen. Der Neuzugang spuckte zunächst große Töne. Weil er dann jedoch schlecht spielte, flog ihm die Ansage um die Ohren. Gregoritsch attestierte sich schließlich selbst eine „große Fresse“ und avancierte zu einem der Fixpunkte in der FCA-Offensive.

Beinahe hätte Michael Gregoritsch am Samstag gegen Bayer 04 Leverkusen erneut zum Matchwinner werden können. Der Leverkusener Verteidiger Retsos hatte einen Schuss von Gregoritsch aus kurzer Distanz mit der Hand abgeblockt. Während Zuschauer und Spieler lautstark Elfmeter forderten, entschied Schiedsrichter Christian Dingert nach Rücksprache mit seinem Videoassistenten auf Abstoß für Leverkusen. „Auf dem Platz war ich mir zu 100 Prozent sicher, dass wir Elfmeter bekommen. Jetzt, wo ich die Situation nochmal gesehen habe, denke ich, man kann pfeifen, muss aber nicht“, bewertete Gregoritsch die diskussionswürdige Szene nach dem Abpfiff.

Sogleich ergänzte er jedoch, dass sich die Gäste „nicht hätten beschweren dürfen“. Auch die Frage des Schützen wäre für „Gregerl“, wie der Neuzugang von seinen Mitspielern liebevoll genannt wird, bereits geklärt gewesen: „Wenn Alfred Finnbogason nicht spielt, schieße ich.“

Gregoritsch: „Am wohlsten fühle ich mich im Zentrum“

Jener Finnbogason, den Gregoritsch gegen Leverkusen ersetzen sollte. Der Isländer blieb mit muskulären Problemen auf der Bank. Die für die Position des Mittelstürmers nötige Torgefahr hatte der Königstransfer des Sommers bereits in den vergangenen Wochen demonstriert. Vier Tore erzielte der Österreicher in den drei Spielen vor der Partie gegen Leverkusen. Gegen Bayer reichte es dann immerhin für einen Assist. In der 49. Spielminute prüfte er Gäste-Keeper Leno nach einer Ecke mit einem wuchtigen Kopfball. Der Nationaltorhüter konnte den Ball nur prallen lassen, und Kevin Danso, der nur drei Minuten zuvor gegen Kevin Volland ausgerutscht war und somit die Leverkusener Führung begünstigt hatte, nickte zum Ausgleich ein.

Gregoritsch gratulierte seinem Landsmann, der ob seines Ausrutschers noch immer grimmig dreinschaute, mit einem Grinsen so breit wie die Alpen. „Kevin ist wie ein kleiner Bruder für mich. Er hat so viel Qualität, ist aber ein ganz bodenständiger Junge“, geriet der Vorlagengeber nach dem Spiel über seinen Nationalmannschaftskollegen ins Schwärmen.
Doch auch mit seiner eigenen Leistung zeigte sich Gregoritsch durchaus zufrieden. „Ich fühle mich wohl im Zentrum. Ob ganz vorne oder dahinter ist mir eigentlich egal. Es macht mir einfach Spaß, auf dem Feld zu stehen und der Mannschaft zu helfen. Ich hatte auch heute ein, zwei gute Chancen – und mit etwas Glück kommt eine davon auch besser auf das Tor.“
Doch auch wenn es am Ende nicht für mehr reichte, bedeutet das 1:1-Unentschieden gegen Leverkusen Tabellenplatz 10 bei bereits 16 Punkten für den FC Augsburg. „Das ist brutal. Einfach geil“, fasste Gregoritsch die Ausgangslage knapp zusammen und schob hinterher: „Wir spielen zurzeit einfach guten Fußball, haben keine Ausreißer nach unten und haben Spaß.“

Großen Worten folgen Taten – mit Verspätung

Mit sieben Scorerpunkten hat der neue Dreh- und Angelpunkt der FCA-Offensive, Michael Gregoritsch, dabei entscheidenden Anteil an der bislang stabilen Saison. Mit großen Worten war der Neuzugang vom Hamburger SV zu Saisonbeginn in Augsburg eingetroffen. „Ich hätte mich anstelle des HSV nicht abgegeben“, tönte er seinerzeit. Darauf folgten jedoch schwache Auftritte zu Saisonbeginn, Gregoritschs Ansage bot Angriffsfläche. Die Kritik war gerechtfertigt, resümierte er hernach und attestierte sich selbst eine „große Fresse“.

Daraufhin steigerte sich Gregoritsch sukzessive. Und nach Leistungen wie zuletzt dürften die Verantwortlichen in Hamburg vielleicht doch ein wenig wehmütig auf den Fernseher blicken, wenn in der Sportschau die Spiele des FC Augsburg laufen. Im System seines neuen Trainers Manuel Baum glänzt der hochgewachsene Angreifer nun nämlich regelmäßig als eine der ersten Stationen im Umschaltspiel. Dabei schafft es Gregoritsch nicht nur, seine nachrückenden Mitspieler in Szene zu setzen, sondern kann mit technischer Finesse und Selbstvertrauen stets selbst für Torgefahr sorgen.

Jetzt geht es für die Liga und den FCA erst einmal in die Länderspielpause und für Gregoritsch und Danso zur österreichischen Nationalmannschaft. Mit Neo-Trainer Franco Foda steht am kommenden Dienstag ein Freundschaftsspiel gegen Uruguay an. Im Anschluss gastiert der FCA beim FC Bayern München. Eine Partie, in der Matchwinner zu ewigen Helden werden können.
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