Kiai - der Schrei aus dem Bauch

Kiai in der Gruppe - im Vordergrund Serge Salem aus dem Sugakusa Dojo
 
Sugakusa-Dojo / links Sensei Walther Wunderle (7. Dan Junhanshi) und rechts Sempai Serge Salem (3. Dan Chukenshi)

Bei asiatischen Kampfsportarten hört man bei Angriffs- und Verteidigungstechniken einen Kampfschrei, den sogenannten Kiai.
Kiai kommt aus dem japanischen und bildet sich aus den Silben "Ki" für innere Energie und "Ai" für Einheit, Harmonie.

Man unterscheidet zwischen dem aktiven Kiai bei Angriffstechniken und dem passiven Kiai bei Abwehrtechniken. Die Artikulation kann von Dojo (Trainingsraum) zu Dojo unterschiedlich sein, beim Shorinji Kempo ist es zumeist ein "a" für den aktiven und ein "unm" für den passiven Kiai. Wichtig für den aktiven Kiai der den Angriff - Schlag oder Tritt - aktiv unterstützt ist, dass er tief aus dem Bauch und nicht nur oben aus dem Hals kommt.

Zur Übung geht der Kenshi (Shorinji Kempo-Trainierende) bei gebeugtem Oberkörper und schulterbreit gespreizten Beinen leicht in die Knie, stützt die Hände auf die Knie und versucht das "a" für den aktiven Kiai tief aus dem Bauch zu schreien. Dabei sollte der Kenshi seinen Bauch beobachten der sichtbar "mitschreien" muss. Ein klarer lauter Kiai wird beim Shorinji Kempo vom ersten Training an geübt und gefördert , was für viele Anfänger gar nicht so einfach ist, da man erst die innere Hemmung überwinden muss um laut herauszuschreien.

Kiai als Unterstützung für Angriffe

Der Kiai unterstützt den Kenshi bei allen Angriffstechniken. Ein kräftiger Kiai legt die innere Energie des Kenshis mit in den Fußstoß oder Schlag. Beim Kampf bewirkt der Kiai zuerst die Konzentration auf den Angriff und wenn sich (geistige und körperliche) Energie trifft dann löst sich die innere Spannung bei Ausführung. Durch dieses Spannungslösen ist man sofort bereit für den nächsten Angriff bzw. die Verteidigung. Das Zusammenspiel von Technik und Schrei bildet die perfekte Einheit zur Ausführung des Angriffs.

Beim Aufwärmen in der Gruppe werden unterschiedliche Fußstöße und Schläge mit aktivem Kiai geübt, dieser kollektive Kiai ist trotz der Aggressivität eines lauten Schreies ein sehr harmonisches Miteinander im Training und typisch für asiatische Kampfkünste.

Erlebnis in Japan - Kiai als Wegweiser

Sensei Walther Wunderle, der einige Jahre in Japan lebte und dort Shorinji Kempo erlernte und trainierte, erinnert sich an folgende Begebenheit. Er sollte außer in seinem üblichen Dojo eines Tages auch in einem zweiten, noch unbekannten Dojo trainieren. Von seinem damaligen Sensei bekam er zwar die Haltestelle für seinen Bus mitgeteilt, nicht jedoch die genaue Adresse des neuen Dojos. So stieg er zur Trainingszeit an der genannten Haltestelle aus und war schon zeitlich leicht über den Trainingsbeginn hinaus. Ratlos stand er da und wußte nicht in welche Richtung er gehen sollte. Da hörte er plötzlich - erst noch schwach - kräftige Kiai´s aus vielen Kehlen. Er folgte der Richtung der Kiai´s die immer stärker wurden bis er schließlich vor dem Dojo stand im dem die Kenshis schon fleißig trainierten. So hatte der Kiai nicht nur das Training, sondern auch die Suche nach dem Dojo erfolgreich unterstützt.

Erstellt vom Sugakusa-Dojo im DJK Sportzentrum Göggingen, Pfarrer-Bogner-Str. 22. Trainingszeiten Dienstag und Donnerstag 19.45-21.30. Jeder ist zum zuschauen und informieren herzlich eingeladen. Im Sugakusa können Sie japanische Kampfkunst und Selbstverteidigung erlernen unter dem einzigen 7. Dan Junhanshi in Europa - Walther Wunderle und seinem langjährigen Schüler Serge Salem - 3. Dan Chukenshi. Auskünfte und Anfragen auch unter: shorinjikempo@t-online.de
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