Rio 2016 ruft: Slalom-Kanuten zum ersten Olympiatest in Brasilien

Für die Slalom-Kanuten des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) hat die Olympiasaison bereits begonnen. Mit Spannung und einiger Vorfreude fliegt die Mannschaft von Cheftrainer Michael Trummer morgen zum ersten Mal nach Brasilien – zum Training auf dem neuen Kurs und für den vorolympischen Testwettkampf in der kommenden Woche.

Im Flieger nach Rio sitzen alle Sportler aus den olympischen Kategorien des WM-Teams 2015, aber auch der komplette Betreuerstab, Sportwissenschaftler, Arzt und Sportpsychologe. „Wir sind mit unseren besten Sportlern vor Ort und wollen außerdem aus jeder denkbaren Blickrichtung möglichst viele Erkenntnisse sammeln und für die Vorbereitung mit nach Hause nehmen“, erklärt Michael Trummer, der sich bislang im Internet versucht hat, ein Bild von den Bedingungen vor Ort zu machen. Viele Unbekannte bleiben vorerst, besonders der Transfer von der Unterkunft zum neuen Kurs in Deodoro birgt Krisenpotential. „Die Distanz ist nicht sehr groß, der Weg soll aber schon mal zwei Stunden dauern, kann man sich aus der Ferne eigentlich gar nicht vorstellen“, ist Michael Trummer auf die Realität gespannt.

Die neue Strecke kennt er bislang auch nur von Fotos und Videos, „sie trifft sicher so etwa den Charakter der Olympiastrecke von London“, denkt der Chefcoach. Anders als der Kurs im Lee Valley ist der Wettkampfkanal von Rio aber schnurgerade. Optisch vielleicht etwas langweilig, aber gut für den Blick der Zuschauer von den Tribünen am Rande. Das endgültige Kursdesign für Olympia, die Art und Weise, wie die Hindernisse in der Betonmulde des künstlichen Kanals verbaut werden, wird erst im neuen Jahr feststehen. Die Erkenntnisse dieser ersten Vorbereitungsreise werden sich schon deshalb in Grenzen halten.

Nach einem Eingewöhnungstag am Freitag geht es für das deutsche Team am Samstag und Sonntag für jeweils 90 Minuten zum Training auf die Strecke. Von Montag bis Mittwoch kommender Woche stehen jeweils zwei 90-Minuten-Einheiten auf dem Programm, bevor am Donnerstag der vorolympische Testwettkampf beginnt. Der startet mit einer vorgeschalteten Ausscheidungsrunde, die das Feld auf jeweils ein Boot pro Nation und Kategorie sowie den Umfang des olympischen Starterfeldes von insgesamt 82 Booten reduzieren wird. Qualifikation, Halbfinale und Finale werden dann wie bei den Olympischen Spielen ausgetragen.

Sportlich bleibt der Wettbewerb zu diesem frühen Saisonzeitpunkt ohne Wert. „Es ist sicher eine kleine Abwechslung, aber wird überhaupt keine Auswirkungen auf die Trainingsplanung haben“, stellt Michael Trummer klar. Die Hälfte seiner Mannschaft fliegt nach dem Test heim und widmet sich in Deutschland dem Grundlagentraining, die andere Hälfte hängt noch ein paar warme Trainingstage in Brasilien dran. Zum nächsten gemeinsamen Trainingslehrgang startet das DKV-Team dann Ende Januar nach Australien, wo auch zwei Rennen auf dem Programm stehen. Richtig ernst wird es Anfang April mit der nationalen Qualifikation für Rio de Janeiro.

PM
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