Amokalarm an der Hochschule Augsburg: Wie die Polizei den Großeinsatz auf Twitter begleitete

Die Polizei Augsburg war nach dem Amokalarm nicht nur an der Hochschule am Roten Tor im Einsatz. Im Internet hielt sie Kontakt zu den Studenten in den Gebäuden und informierte die Öffentlichkeit. (Foto: Amin El Souriti/StaZ)
Augsburg: Hochschule |

An der Hochschule Augsburg gab es am Mittwoch einen Alarm, der schreckliche Bilder vor Augen ruft: Amokalarm. Dieser stellte sich zwar als Fehlalarm heraus, dennoch sollten die Studenten sich in den Hörsälen und Räumen einschließen. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Ihr Einsatz beschränkte sich jedoch nicht allein auf den Campus.

Während Beamte an der Hochschule das Gebäude sicherten, nutzten ihre Kollegen im Präsidium die sozialen Medien, um einerseits die Öffentlichkeit über den Stand des Einsatzes zu informieren, andererseits, um mit den eingeschlossenen Studenten in der Hochschule zu kommunizieren.

Kurz nach dem Amokalarm: Die Polizei Augsburg twittert - eine Hochschul-Studentin antwortet

Um 12.30 Uhr löst der Amokalarm an der Hochschule aus. Schnell bricht sich die Nachricht in Augsburg Bahn. Wenig später setzt die Polizei auf ihrem noch jungen Twitteraccount den ersten Info-Tweet ab.


Twitter-Nutzerin Acra hält sich zu diesem Zeitpunkt im dritten Stock des M-Baus der Hochschule auf. Und antwortet auf den Tweet der Polizei. "Wann dürfen wir die Räume wieder verlassen?", fragt sie.

Regelmäßige Einsatz-Updates der Polizei

Von da an übermittelt die Polizei regelmäßig, was gerade an der Hochschule geschieht, um die Situation zu klären. Dazu nutzt sie das soziale Medium, um klare und direkte Anweisungen an die Studenten zu geben, die in den Räumen des Campus am Roten Tor ausharren. Wichtig, in einer solchen Stresssituation:


Schnell kommt die Vermutung auf, dass es sich um einen Fehlalarm handeln könnte. Bereits gegen 13 Uhr meldete Siegfried Hartmann: „Wir versuchen im Moment, eher zu klären, wer oder was den Alarm ausgelöst hat.“ Auch darüber informiert die Polizei die Studenten über Twitter.



Polizei wünscht Hochschülern "viel Spaß beim Pauken"

Mit Unterstützung der Hochschulleitung suchen die Beamten die Gebäude nach der Auslöse-Ursache ab. Nach etwa einer Stunde stellt sich heraus, dass die Alarmmeldung aus einem Gebäude, in dem sich in der Regel überwiegend Lehrkräfte aufhalten, gekommen ist. Der Gebäudetrakt wird daraufhin sorgfältig abgesucht und die angetroffenen Personen ins Freie geleitet.

Nach dem Ende des Einsatzes wünscht die Polizei den Studenten "wieder viel Spaß beim Pauken ;)". Wenig später gibt es die definitive Entwarnung: Ein Fehlalarm war Auslöser des Amok-Alarms.

Die Polizei dankt - und bekommt nochmals Dank zurück.

Positives Feedback an Polizei-Twitterer: "Hat unserem Kurs sehr geholfen"

Freilich war es kein wirklicher Amoklauf wie der am Olympiaeinkaufszentrum in München, als die Münchner Polizei über die sozialen Netzwerke mit der gesamten Stadt kommunizierte und zahlreiche Meldungen verifizierte oder dementierte.



Dennoch: Das positive Feedback der Hochschul-Studenten zeigt, wie wichtig die Begleitung des Polizeieinsatzes im Netz war. Und noch etwas: Die Augsburger Polizei ist für den Ernstfall bereit. (tab/lib)
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