25 Jahre Heimstatt Stiftung – Haus Lebensquell

Im Haus Lebensquell, inzwischen Teil der Stiftung St. Johannes, wohnen seit vielen Jahren Menschen mit Behinderung in den Stadtteil integriert. In zwei Jahren steht ein Umzug in einen nah gelegenen Neubau an.
 

Wohnangebot für Menschen mit Behinderung wird ausgebaut.

Das idyllisch am Stadtrand des Augsburger Stadtteils Hochzoll gelegene Wohnhaus „Lebensquell“, in dem zehn Menschen mit Behinderung in einer familienähnlichen Wohngemeinschaft leben, feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen. In unmittelbarer Nähe zum Naherholungsgebiet Kuhsee schufen Gerda und Walter Rühl, Gründer der gemeinnützigen Heimstatt-Stiftung, gemeinsam mit weiteren Eltern und ehrenamtlichen Helfern mit dem Haus „Lebensquell“ einen besonderen Wohnort für Menschen mit Behinderung. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums fand vor kurzem ein Gartenfest rund um das Haus statt. Die Hausgemeinschaft und Mitarbeiter der Stiftung Sankt Johannes, die seit September 2013 die Betriebsführung der Heimstatt-Stiftung übernommen hat, feierten bei strahlendem Sonnenschein zusammen mit dem Ehepaar Rühl, vielen Angehörigen, Nachbarn und langjährigen Unterstützern der Einrichtung ein unbeschwertes Fest des Miteinanders. Unter den Gästen waren auch Stadtrat Max Weinkamm, Claudia Nickl, Vorsitzende des Behindertenbeirats der Stadt Augsburg und Stefan Dörle, der Inklusionsbeauftragte des Bezirks Schwaben. Eine besondere Überraschung erreichte die Gastgeber schon vor Beginn der Feierlichkeit: Fünf Mitarbeiter der Deutschen Bank halfen im Rahmen der Unternehmensinitiative „PlusYou“ ehrenamtlich beim Aufbau und überreichten den Bewohnern einen Spendenscheck in Höhe von 800 Euro. Heinrich Riegel, der Regionalleiter der Stiftung Sankt Johannes in Augsburg, nahm den Scheck stellvertretend für die Heimstatt-Stiftung entgegen. Robert Freiberger, Geschäftsführer der Stiftung Sankt Johannes, betonte in seinem Grußwort das gute nachbarschaftliche Verhältnis vor Ort. So zeige sich die gelungene Vernetzung der Hausgemeinschaft in dem Stadtviertel auch darin, dass die in Hochzoll ansässige Bio-Bäckerei Schubert den Nachmittagskuchen spendet und das Blasorchester Augsburg Lechhausen das Gartenfest musikalisch begleitet.

Inklusion wird hier schon lange gelebt

„Während anderenorts Inklusion Schritt für Schritt herbeigeführt werden muss, ist das Zusammenleben der Bewohner dieses Hauses mit der Nachbarschaft von Beginn an durch eine gegenseitige Verbundenheit geprägt. Dies ist vor allem dem Engagement der Familie Rühl und den Angehörigen zu verdanken.“ Mit dem Umbau des ehemaligen Bürogebäudes von Walter Rühl, das der Architekt 1990 in das Stiftungsvermögen der Heimstatt-Stiftung einbrachte, setzte das Ehepaar seine Vorstellungen von einem selbstbestimmten Wohnen und Leben für Menschen mit einer geistigen Behinderung um. Das von Frau Rühl für das Haus entworfene Logo ist dabei Ausdruck der Philosophie der Stiftungsgründer: die hier lebenden Menschen sind liebevoll umfasst von der sorgenden Hand der Mutter und der schützenden Hand des Vaters. Die attraktive Stadtrandlage des Hauses an den Lechauen bietet Ruhe und Entspannung und ermöglicht gleichzeitig die Teilhabe am städtischen Leben. Mit vielfältigen Angeboten und gemeinsamen Aktivitäten wurde dieser Anspruch über all die Jahre hinweg nicht aus den Augen verloren. Die Bewohner und deren Angehörigen waren dabei von Anfang an eingeladen, mitzuwirken und mitzugestalten. Dies ist in den einzelnen Zimmern der Bewohner ebenso zu spüren, wie in den gemeinsam genutzten Räumen. Jeder Bewohner soll sich in der Heimstatt zuhause fühlen. „Wir leben hier wie in einer Familie“, beschreibt Ingeborg Krupp, eine Mitarbeiterin der ersten Stunde, das Zusammenleben im Haus.

Weichen für Zukunft gestellt

Die Intention der Gründer und die bisherige Ausrichtung sollen auch in der weiteren Entwicklung spürbar bleiben. Zum Zeitpunkt der Übergabe der Heimstatt-Stiftung an die Stiftung Sankt Johannes waren bereits die Weichen für die Zukunft gestellt: mit einem Neubau in unmittelbarer Nähe zum Haus „Lebensquell“ sollen nicht nur die heutigen Vorgaben und Ansprüche ausreichend erfüllt, sondern vor allem attraktiver Wohnraum inmitten des städtischen Lebens geschaffen werden. So wird das neue Haus in der Oberländer Straße, das voraussichtlich im Jahr 2019 bezugsfertig sein wird, konsequent barrierefrei und altersgerecht ausgestaltet sein. Eingebettet in einen großzügigen Obstgarten entsteht dort ein zeitgemäßes Wohnhaus für insgesamt 24 Menschen mit Behinderung. Das pädagogische Konzept ist vom Gedanken der Inklusion geprägt: „Die Förderung der Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Teilhabe steht im Mittelpunkt unserer Angebote“, betont Regionalleiter Heinrich Riegel. Die Lage des Hauses – stadtnah und gleichzeitig mitten in der Natur – bietet dafür ideale Rahmenbedingungen. Das Haus in der Oberländerstraße 100 bleibt auch weiterhin im Besitz der Heimstatt-Stiftung und wird für Wohnzwecke genutzt werden. Konkrete Wohnnutzungspläne für dieses Haus sind derzeit noch nicht final ausgearbeitet.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.