Augsburger Stempflesee: Auf zum neuen Ufer

Beliebt bei Mensch und Tier: der Stempflesee und sein Ufer, das ab September für mehr als 350 000 Euro saniert wird. Fotos: David Libossek
 

Der Augsburger Stempflesee ist eine Oase der Natur. Das Gewässer im Siebentischwald ist nicht nur Lebensraum für zahlreiche Fische und Wasservögel: Auch Spaziergänger, Läufer und Radfahrer tummeln sich an seinem Ufer. Dessen hölzerne Befestigung ist jedoch marode. Ab September wird sie erneuert.

Ein schmaler Weg führt hindurch zwischen mächtigen Bäumen, deren Grün den Blick auf den Himmel versperrt. Die Schritte federn angenehm auf dem weichen Waldboden. Die klare Luft riecht nach Nadeln, Holz - und nach Seewasser. Tatsächlich, ein Stück weiter schimmert reflektiertes Licht zwischen den Baumstämmen hindurch. Eine Lichtung tut sich auf, jetzt blendet das Funkeln auf dem klaren Wasser beinahe die Augen. Graugänse gackern, Libellen schwirren, ein Specht hämmert. Ansonsten: Stille.

Der Stempflesee ist ein Idyll; und das obwohl er nur wenige Hundert Meter von der vielbefahrenen Haunstetter Straße entfernt liegt. Kein Wunder also, dass sein Ufer vielfrequentiert ist: von Joggern, Mountainbikern oder Rentnern, die auf den Bänken weilen. Dennoch taugt er immer noch als Geheimtipp unter Ausflüglern. Dabei ist das Gewässer nicht einmal ein Badesee. Das wird er auch nach seiner Sanierung nicht sein.

Mehr als 350.000 Euro für die Sanierung

"Uns ist besonders wichtig, dass das optische Erscheinungsbild des Stempflesees erhalten bleibt", sagt Bürgermeisterin Eva Weber, die für die städtischen Forsten zuständig ist. Denn am Ufer wird ab September gewerkelt. Die prägnante Holzbefestigung der Wege ist marode.

Deshalb nimmt die Stadt 248.000 Euro in die Hand, die Sparkasse steuert weitere 120.000 Euro bei. Mit dem Geld wird unter anderem die Umrandung erneuert. 565 Eichenholz-Pfähle mit einer Länge von 3,70 Meter und einem Umfang von 16 Zentimetern werden in den Boden eingeschlagen und mit Brettern aus Lerchenholz verbunden. 50 Zentimeter weiter im See wird die neue Befestigung platziert. Der dadurch entstehende Hohlraum wird mit Schotter aufgeschüttet und somit anschließend Teil des neuen, breiteren Uferwegs.

Chemische Tests am Stempflesee nötig

Weil sich der 1,4 Hektar große Stempflesee im Trinkwasserschutzgebiet befindet, seien zunächst mehrere technische und chemische Voruntersuchungen nötig gewesen. Seewasser darf nicht in den Boden der Schutzzone sickern. Während der Bauphase wird zudem der Zugang zum See immer wieder gesperrt, erläutert die Stadt. Der Wasserstand des Sees, in dem unter anderem Karpfen, Brassen, Forellen, Hechte und Schleien schwimmen, wird währenddessen um rund 60 Zentimeter abgesenkt.

Im November soll das sanierte Kleinod fertig sein. Wie beliebt der See in der Stadt ist, zeigt das Versprechen Eva Webers, "das Aussehen zu wahren, wie es die Augsburger gewohnt sind".

Das ist der Stempflesee

Bereits 1915 wurde vom Augsburger Magistrat der Entschluss gefasst, eine vorhandene Kiesgrube zu einem See umzugestalten. Der künstliche See wurde zu Erholungszwecken direkt neben der damaligen Ausfluggaststätte „Zu den sieben Tischen“ – angelegt. Im Sommer 1924 wurde mit dem Bau des „Lustsees“ begonnen. Er wurde als „Notstandsarbeit“ durch Arbeitslose angelegt. Ein Bombentreffer im Jahre 1944 ließ den See auslaufen. Seit der Sanierung im Jahr 1946 befindet sich wieder Wasser im See.
Der See ist seit 1924 nach dem städtischen Magistratsrat Gottfried Stempfle benannt, der sich um den See bemüht hatte. Das Gewässer wird vom „Zigeunerbach“ durchflossen. Dieser wiederum speist sich aus dem „Brunnenbach“. Beim „Brunnenbach“ handelt es sich um einen Quellbach – das erklärt das glasklare Wasser des Stempflesees, der zahlreichen Fischen und Wasservögeln ein Lebensraum ist.
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