Blutspende rettet Fuchsbaby "Vicky" aus Hochzoll

Eine Blutspende von Dackel-Schäfer-Mixhündin Mikka rettete Fuchsbaby Vicky das Leben.
 
Anfangs wog Vicky nur 330 Gramm.
Anfangs sah der Fall von Fuchsbaby Vicky noch nach allem anderen als nach einem Happy-End aus. Das wenige Wochen alte Füchslein wurde von einer Hundebesitzerin gefunden – deren Hund stöberte es Mitte Mai auf. Keine Mutter weit und breit, dafür aber bereits ein totes Geschwisterchen neben ihr. Auch Vicky war zum Zeitpunkt ihres Auffindens in einem erbärmlichen Zustand: verwurmt, ausgezehrt, abgemagert, ausgetrocknet. Vicky wog nur 330 Gramm, was für ihr ungefähres Alter von vier Wochen eindeutig zu wenig war.

Ihre Überlebenschancen waren gering, als die Hundebesitzerin sie zu Dr. Sandra Langner in die Tierarzt-Praxis nach Hochzoll-Süd brachte. Langner kümmert sich auch in ihrer Freizeit um Tiere und hat im vergangenen Jahr den Tierschutzverein Hochzoll-Friedberg gegründet.

Fuchsbaby: Von den Ersatzmamas zwangsernährt

„Sie war voller Zecken, Flöhe und Parasiten und hatte hochgradig Durchfall“, beschreibt die erfahrene Tierärztin den Zustand von Vicky. Infusionen und Injektionen standen auf dem Notfall-Programm. Die Fuchswaise fraß nicht von selber und musste zwangsernährt werden. Alle zwei bis vier Stunden war der Einsatz ihrer Ersatzmamas gefordert.

Vicky wurde zwar in der Praxis behandelt, dann aber zu Familie Langner mit nach Hause genommen. Dort wohnte sie in einem eigenen Raum und neben Tierärztin Langner kümmerte sich noch eine Freundin der Familie fast rund um die Uhr um den jungen Fuchs.

„Sie war anfangs so kraftlos, dass sie noch nicht mal fliehen konnte, was eigentlich ihrem ureigenen Instinkt entsprechen würde“, schildert Langner das Verhalten des Findelkinds. Auf Geräusche reagierte das Tier extrem sensibel. Aber nicht nur medizinische Fürsorge war nötig, sondern auch körperliche Zuwendung. Am liebsten schlief sie in der Halskuhle.

Trotz aufopferungsvoller Pflege verschlechterte sich der Zustand nach drei Tagen so sehr, dass alle schon das Schlimmste befürchteten.

Hündin Mikka spendete Blut

In dieser Situation war die Stunde für Dackel-Schäfer-Mixhündin Mikka gekommen. Sie spendete Blut für das kleine Fuchsmädchen und rettete so nicht zum ersten Mal das Leben eines anderen Tieres.

In der Folge entwickelte sich Vicky prächtig. Sie fraß selbstständig, am liebsten rohen Fisch, und wuchs zu einer stattlichen kleinen Fuchsdame heran.
Ihr anfänglich sehr spezieller Körpergeruch, der alle tierischen und menschlichen Mitbewohner des Langner-Haushalts etwas irritierte, verschwand nach kurzer Zeit. „Sie hatte noch den Geruch der Fuchs-Mama. Wir haben sie nie gebadet, nur gebürstet. Zum Glück hat sie dann unseren Familien-Geruch angenommen“, erinnert sich die Tierärztin.

In ihrem Haushalt leben neben ihrem Mann Jens-Christian Voss und Mitbewohnerin Manu noch viele weitere Tiere. Mit Fell, Federn, Borsten, mit zwei und mit vier Beinen. „Alle Tiere haben sich dem Fuchs-Findelkind gegenüber anständig verhalten, sie waren nie aggressiv“, betont Fuchspapa Jens-Christian Voss, der auch Vorsitzender des Tierschutzvereins ist.

Die Frage, die auf Facebook und der Homepage des Vereins immer wieder gestellt wurde, war die nach Vickys Zukunft. So lieb ihre Retter das Fuchsbaby auch gewonnen hatten, so war doch schnell klar, dass es nicht für immer bei der Familie wohnen konnte.

Deshalb wurde es vor kurzem in den Schwarzwald in eine Auswilderungsstation gebracht, von wo aus es dann in die Freiheit entlassen wird. Wohlgenährt, gesund und neugierig auf ein neues Leben.
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2 Kommentare
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Markus Vollmann aus Großaitingen | 28.06.2017 | 10:56  
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Hermann Oehmig aus Gersthofen | 28.06.2017 | 11:27  
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