Das Brot des Volkes Ein internationales Jugendtheaterprojekt

Schüler der 9.Klasse der Werner-von-Siemens-Mittelschule in Hochzoll brachten im Rahmen des Brecht-Festivals ein eigenes Stück zum Thema "Gerechtigkeit" zur Aufführung.
„Die Gerechtigkeit ist das Brot des Volkes. So wie das andere Brot muss das Brot der Gerechtigkeit vom Volk gebacken werden. Reichlich, bekömmlich, täglich.“ Bertolt Brecht
Im Rahmen des Brechtfestivals, das vom 3. bis zum 12. März in Augsburg stattgefunden hat, machten sich Jugendliche aus der ganzen Welt Gedanken zum Thema Gerechtigkeit. Ausgehend vom Brecht-Gedicht „Das Brot des Volkes“ haben sich Jugendliche in Bolivien, Texas, den Philippinen, Indien, der Ukraine, Deutschland, Kanada, Mexiko, Spanien, Italien, Israel, Belgien, Litauen, Irland, Ägypten, Estland aus der Schweiz oder der Türkei mit dem Thema Gerechtigkeit auseinander gesetzt. Aber was ist Gerechtigkeit? Gibt es Gerechtigkeit immer und überall? Wie wird Gerechtigkeit in anderen Ländern definiert, gelebt und empfunden? Diesen Fragen sind auch die Schüler der Klasse 9bM der Werner-von-Siemens Mittelschule nachgegangen. Mit den Antworten auf diese Fragen und mit den eigenen Gedanken, wurden einzelne Szenen entwickelt und die Texte dazu geschrieben. Seit September 2016 haben sie das Stück „Das Brot des Volkes“ einstudiert. Parallel dazu hat sich eine Gruppe junger Germanistikstudentinnen aus der Ukraine ebenfalls hierzu vorbereitet. Die Klasse probte unter Aufsicht ihres Klassenlehrers Peter Falke jeden Donnerstag im Rahmen ihrer Theatergruppe. In den Szenen ging es u. a. um eine ungerechte Bestrafung in einer Schulklasse und um eine Einstellungsbewerbung mit Korruptionshintergrund. „Die Beschäftigung mit dem Thema Gerechtigkeit und dem Gedicht „Das Brot des Volkes“ war eine spannende und manchmal auch anstrengende Arbeit. Die Ergebnisse dieser Arbeit, also die Texte für einzelne Szenen und die Aufführung selbst, waren einfach großartig. Hier haben die Schüler echt gezeigt, welches Potential in ihnen steckt. Sie können wirklich darauf stolz sein“ so Falke. Das so von den Jugendlichen selbst kreierte Theaterstück kam im Rahmen des Brecht-Festivals im Sensemble-Theater zur Aufführung. Zwischen den einzelnen Theaterszenen wurden immer wieder Video-Einspielungen aus aller Welt gezeigt. Den Abend begleitete live eine junge Geigerin aus Italien mit experimenteller Musik. Die Leitung des Projektes übernahmen Gianna Formicone (Konzept und Regie) sowie Sarah Hieber (Assistenz) vom Sensemble-Theater. Die ukrainischen Studentinnen sind kurz vor der Aufführung angereist und probten noch zwei Tage gemeinsam mit den deutschen Schülern. Das Projekt war ein großer Erfolg für die Jugendlichen - das Theater war bei beiden Vorstellungen ausverkauft und lang anhaltender Applaus belohnte für die herausragende Leistung. „Das Theaterprojekt war eine tolle und einzigartige Erfahrung für uns. Das Erlebnis in einem bekannten Augsburger Theater zu spielen werden wir nie vergessen“ resümiert der Schüler Daniel Lütke-Wissing. Peter Falke und Regisseurin Gianna Formicone freuen sich unisono: „Das Theaterprojekt hat zu einer enormen Entwicklung der Schüler geführt, welche diese nicht nur auf der Bühne nutzen können. Nicht nur die Klassengemeinschaft ist stärker geworden, ebenso präsentieren sich die Schüler deutlich selbstbewusster und selbstsicherer. Das sind Fähigkeiten und Kompetenzen, die sie in der Schule und ihrem Leben immer brauchen und nutzen können“. Der Austausch mit den anderen Nationen, bei der Sichtung der Videos und Interviews und natürlich auch beim gemeinsamen Auftritt mit den Studentinnen aus der Ukraine war unglaublich intensiv und lustig. Einige Schüler haben am Wochenende sogar zusammen eine Stadtführung für die Studentinnen gemacht. „Es wäre schön, wenn dieser Kontakt auch über das Theaterprojekt bestehen bleibt“ berichtet Falke.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.