Der Verein hinter der Sozialstation

Dr. Wolfgang Asam(4. von rechts), 1. Vorsitzender des Vereins „Soziale Dienste in den Pfarreien Heilig Geist und Zwölf Apostel“ übergibt das neue Fahrzeug an Gudrun Jansen(2. von links), Geschäftsführerin der Sozialstation. Pfarrer Manfred Baur (links) hatte es zuvor gesegnet. Elisabeth Achtner-Veh (rechts), stellvertretende Vorsitzende des Vereins, freut sich mit den Mitarbeitern der Sozialstation über das großzügige Geschenk.
1969 gründete sich in der Gemeinde Heilig Geist der Vorgänger des heutigen Vereins „Soziale Dienste in den Pfarreien Heilig Geist und Zwölf Apostel“. Zehn Jahre später wurde auch in Zwölf Apostel ein Verein mit fast identischer Satzung ins Leben gerufen. Beide Vereine hatten sich die ambulante Kranken- und Altenhilfe auf die Fahnen geschrieben. 2013 schlossen sich beide zusammen, um Synergien zu nutzen. Inzwischen zählt der Verein 587 Mitglieder. Dr. Wolfgang Asam ist schon seit 30 Jahren zusammen mit seiner Frau Mitglied und führt seit 13 Jahren als erster Vorsitzender die Geschäfte des Vereins Heilig Geist, seit 2013 auch die des fusionierten Vereins. Manfred Duvenkropp, Vorsitzender von Zwölf Apostel, ist heute sein Stellvertreter. „Wir wollten uns damals vor Ort engagieren und einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen, die Hilfe brauchen, diese auch bekommen“ so der gebürtige Lechhauser. Er habe oft erlebt, wie wichtig es ist, dass Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können. Daher ist das Hauptanliegen des Vereins die "Sozial¬station Augsburg Hochzoll Friedberg und Umgebung gemeinnützige GmbH", bei der der Verein zu 50% Gesellschafter ist. Das Diakonische Werk Augsburg und die Bürgerstiftung Friedberg sind mit jeweils 25% beteiligt. Asam übernahm den Vorsitz in schwierigen Zeiten, als es mit der Sozialstation „Spitz auf Knopf“ stand. Damals war das Fachwissen und zeitliche Engagement der Mitglieder gefragt, um die Sozialstation aus der Krise zu führen: Rüdiger Loreck, der ehemalige Finanzchef von AT&T/NCR, unterstützte Asam und so übernahm dieser den Vorsitz trotz seiner damaligen beruflichen Verpflichtungen. Doch gerade auch seine beruflicher Erfahrung als Führungskraft mit wirtschaftlichem Hintergrund unter anderem bei der Katholischen Jugendfürsorge ermöglichtem ihm sein Wissen auch in den Verein einzubringen. Asam hat unter anderem bei der Stadt Augsburg den Altenhilfeplan mitentwickelt, das Berufsbildungswerk Augsburg (heute Teil des Förderwerks St. Elisabeth) geleitet und den Integrationsfachdienst Schwaben gegründet. Als größten Erfolg des Vereins führt Asam auf, dass die Sozialstation wieder auf solide Beine gestellt wurde. Dazu trug auch die Fusion mit der evangelischen und der Friedberger Sozialstation bei. Mit 482 Patienten ist die Sozialstation die größte im Augsburger Raum und bietet ambulante Pflege, Essen auf Rädern, Schulungen pflegender Angehöriger, Gruppen für Demenzkranke und vieles mehr an. „Begegnung von Menschen auf Augenhöhe“ – das ist das Besondere an der Sozialstation Augsburg Hochzoll Friedberg und Umgebung. „Unser Pflegedienst betrachtet den zu pflegenden Menschen als Ebenbild Gottes“, erklärt Asam. Es müsse aber natürlich niemand Mitglied im Verein sein oder einer bestimmter Glaubensrichtung angehören, um von der Sozialstation versorgt zu werden. Mitglieder haben allerdings einige Vorteile, wie zum Beispiel den Besuchsdienst im Krankenhaus, der vom Verein finanziert wird. Auch ein Grab im Neuen Ostfriedhof steht Mitgliedern zur Verfügung, die sich sonst anonym bestatten lassen müssten. „Wir feiern aber auch Feste und organisieren Infoveranstaltungen, zum Beispiel zu den Änderungen des Pflegegesetzes“. Beim Elisabeth-Fest wurde der Sozialstation kürzlich ein neues Auto geschenkt. Normalerweise muss das aus dem allgemeinen Geschäftsbetrieb finanziert werden, aber durch einen Totalschaden und zwei alte Fahrzeuge, die nicht mehr durch den TÜV kamen, gab es eine „unglückliche Häufung“ und der Verein sprang ein. Auch zwei Immobilien gehören dem Verein und werden durch die Beiträge und Spenden finanziert. Das Gebäude der ehemaligen Kurzzeitpflege in der Nebelhornstraße sowie der Stützpunkt in der Watzmannstraße 1. „Wir sind allerdings auf der Suche nach einer größeren Immobilie oder einem Grundstück, in dem wir neben dem Stützpunkt auch eine Tagespflege unterbringen könnten.“ Gemeinsam mit Kinder-, Jugend- und Familienhilfe und dem Bistum Augsburg interessiere man sich für das Areal an der Friedberger Straße 142 bis 148. Hier könnte ein wertvolles Angebot für alle Generationen entstehen. Wer, unabhängig von seiner Konfession, Mitglied im Verein werden oder spenden möchte, findet alles Nötige auf der Internetseite unter www.sozialedienste-hlgeist-zwap.de oder unter Tel. 0821 / 26 28 68 0. „Wenn man will, dass es hier im Stadtteil einen Pflegedienst mit dieser Einstellung gibt, dann muss man auch etwas dafür tun“ bestärkt Asam.
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