Ein Huhn wird Ersatzmama: Enten aus dem Augsburger Straßengully finden neues Zuhause

Wuschel mit einem Teil ihrer Enten-Kuckuckskinder.

21 kleine, rund 70 Gramm leichte Stockentenküken aus unterschiedlichen Würfen wurden Tierärztin Dr. Sandra Langner und ihrem Verein Tierschutz Friedberg-Hochzoll e.V. vor kurzem zur Pflege und Aufzucht von Polizei, Feuerwehr und dem Augsburger Tierheim gebracht.

Ein Küken wurde einer Katze aus dem Maul geholt, andere wurden aus einem Straßengully gerettet. Denn Langner hat nicht nur Ahnung von Tieren, sondern sie hat auch die passende Ersatz-Mutter für die kleinen erst wenige Tage Entenwaisen: Zwergseidenhuhn-Henne Wuschel. Und Wuschel war ohnehin gerade im Brütmodus. Da Langner ihr die Eier aber immer wegnimmt, weil sie nicht züchten möchte, waren Wuschels Bemühungen bisher nicht von Erfolg gekrönt. Umso glücklicher ist sie jetzt, nachdem sie gleich so eine große Brut ihr Eigen nennen darf.

Ersatzmama "Wuschel"

Eins nach dem anderen schob die Tierärztin ihr die kleinen Küken unter – und Wuschel nahm sie alle auf und begluckt sie seitdem vorbildlich. Zu Fressen bekommen die Kleinen Entenschwimmfutter und eingeweichte Haferflocken. A propos Schwimmen – das kann ihnen Wuschel natürlich nicht beibringen, genauso wenig wie Fliegen. Aber da ist Dr. Langner zuversichtlich: „Sie baden jetzt schon in einer seichten Wanne und machen das auch ohne Hilfe der Henne.“

Ausgewachsen werden die Entenkinder doppelt so groß sein wie ihre Adoptivmutter. In rund 60 Tagen werden die Küken flügge und sollen dann freigelassen werden, um sich quasi selbst aus zu wildern. „Im Idealfall fliegen sie einfach weg und steuern den nächsten See an.“ Auf der Facebook-Seite des Tierschutzvereins Friedberg-Hochzoll oder in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks unter www.br.de (Stichwort Entenküken) findet man weitere Bilder und sogar ein Video der putzigen Enten-Huhn-Familie.
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Sebastian Summer aus Aystetten | 18.05.2017 | 18:55  
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