Es summt im Schulgarten der Grundschule Hochzoll-Süd

Der Schulgarten der Grundschule Hochzoll-Süd bietet seit vier Wochen auch zwei Bienenvölkern eine Heimat.
 
Die Bienen vermitteln den Kindern grundlegende Zusammenhänge in der Natur und werden auch in den Unterricht integriert.

Bssssss…. so hört man es schon von weitem, wenn man in die Nähe des Schulgartens der Grundschule Hochzoll-Süd kommt. „Heute scheint ja auch die Sonne“, meint Andrea Schmuttermair-Siering, Konrektorin und bis letztes Schuljahr für den Schulgarten und die AG Natur und Umwelt zuständig. Seit etwa vier Wochen sind neben den Grundschülern auch zwei Bienenvölker auf dem Schulgelände zu Hause.

Irmgard Kurz, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Hochzoll, der dieses Jahr seit zwanzig Jahren die Schule beim Schulgarten unterstützt, hat den Kontakt zu Imker Michael Ullmann hergestellt. Ullmann ist immer auf der Suche nach geeigneten Standorten für Bienenvölker.

Der Standort des Bienenstocks muss stimmen

Das Schulgelände und die Umgebung bieten ausreichend Nahrungsquellen für die Bienen, was heute leider nicht mehr selbstverständlich ist. Nicht nur deswegen ist der Bestand an Bienen seit den 50er Jahren um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Da Bienen in erheblichem Maße durch die Bestäubung zur Erhaltung von Wild- und Kulturpflanzen und deren Erträgen beitragen, ist ihre ökologische und wirtschaftliche Bedeutung beträchtlich. In Deutschland werden derzeit von über 80.000 Imkern zirka eine Million Bienenvölker gehalten.

Anschaulicher Unterricht: Bienen lehren Zusammenhänge der Natur

Auch viele Schulen beherbergen bereits Bienenvölker. „Unsere Schule ist auch zertifizierte Öko-Profit-Schule, da passt so ein Projekt natürlich sehr gut“, so Schulleiter Jochen Mayr. Die Kinder erhalten durch die Bienen ein tieferes Verständnis für Vorgänge und Zusammenhänge in unserer Umwelt. Wer wenigstens einen kleinen Ausschnitt aus der Natur kennt, gewinnt einen großen Einblick in das Wirkungsgefüge unserer Schöpfung. „Die Kinder lernen durch die Bienen nachhaltiges Denken und Handeln, den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und sie lernen die Biene besser kennen. Auch die jahreszeitlichen Abläufe in der Natur werden dadurch bewusster und intensiver wahrgenommen“, berichtet Andrea Schmuttermair.

Da Nutztiere ohnehin im Lehrplan der dritten und vierten Klasse vorkommen, werde in Zukunft natürlich die Biene als Anschauungsbeispiel in den Heimat- und Sachkunde-Unterricht integriert. Als kürzlich einige der Winterbienen gestorben sind, wurden diese gleich wissbegierig in der Becherlupe betrachtet. Jede Klasse soll auch vom Imker direkt Unterrichtseinheiten erhalten. Ullmann sieht ungefähr alle zwei Wochen nach den zwei Völkern.

Reges Interesse der Schüler an Bienen

Ein Bienenvolk setzt sich aus einer Königin, 10 000-80 000 Arbeitsbienen (je nach Jahreszeit) und einigen Hundert bis Tausend Drohnen zusammen. Ob sich die beiden nebeneinander platzierten Völker nicht streiten oder eine Biene in den falschen Stock fliegen würde fragt die zehnjährige Annika. Aber da kann Schmuttermair beruhigen. Die Bienen kennen ihren Stock genau und kommen sich nicht in die Quere.

Auch müsse niemand Sorge haben, dass die Bienen durch die Fenster in Massen in die Klassenzimmer strömen würden. Im Gegenteil: man könne eine Biene sogar vorsichtig streicheln, sie trinken friedlich am Schulteich und schwärmen dann über die Köpfe der im Pausenhof spielenden Kinder auf Nahrungssuche aus. Die Reaktionen waren bisher durchweg interessiert und positiv. Wenn alles gut geht, wird es dieses Schuljahr sogar den ersten eigenen Honig geben.
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