Graffiti verschönert Schuleingang

20 Schüler der Klasse 8M der Werner-von-Siemens-Mittelschule haben gemeinsam mit Aaron (hintere Reihe links) und Manuel vom Verein "Die Bunten" und Lehrerin Christa Seel das Graffiti-Projekt im Eingangsbereich umgesetzt.
Das Wort „Graffiti“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Kratzbild“. Schon die ersten Höhlenmalereien gehören laut Definition zu dieser künstlerischen Ausdrucksform. Hat man sich früher über wild gesprühte Graffitis ausschließlich als unerwünschte Schmiererei geärgert, so kommt ihnen heute sogar Anerkennung zu. Insbesondere dann, wenn sie auf genehmigten Flächen kunstvoll und sauber gesprüht werden - so wie letzte Woche auf die Eingangswände zum Schulgelände der Werner-von-Siemens-Grund- und Mittelschule in Hochzoll-Nord. Andrea Kempinger, seit dem Halbjahr neu als Schulleiterin an der Mittelschule, wollte den tristen und verwahrlosten Pausenhof und Eingangsbereich für ihre Schüler neu und einladend gestalten. Daher wurde in den letzten Wochen gerodet, Beete bepflanzt und ein Kräuterbeet angelegt. Auch der Brunnen soll wieder instand gesetzt werden. Alle Klassen der Mittelschule von der fünften bis zur zehnten halfen mit. Nachdem „der erste Eindruck zählt“, sollte auch die Mauer am Eingang neu gestaltet werden. Kempinger hatte die Idee, diese mit Graffiti zu besprühen. Denn Graffiti kann auch ein Ausdrucksmittel urbanen Lebensgefühls sein und findet speziell unter Jugendlichen häufig Anerkennung. Die Klasse 8M unter der Klassleitung von Christa Seel übernahm diese Aufgabe, unterstützt von den beiden Profis Aaron und Manuel vom Verein zur Förderung der Graffiti-Kultur „Die Bunten“. Die beiden Studenten kamen zuerst an einem Vormittag in die Klasse und entwickelten mit den Schülern das Motiv. Dann wurden die Wände grundiert und zuletzt ging es, ausgestattet mit Mundschutz und Spraydosen, an die Umsetzung. „Wir wollen mit unserem Verein und solchen Aktionen einen positiven und legalen Einstieg für Jugendliche in dieses Genre schaffen“, so Aaron. „So eine große Fläche zu bearbeiten, ist schon eine Herausforderung“, meint Daniel, Schüler der 8M. Er findet die Aktion klasse, „denn jetzt haben wir hier an der Schule etwas Neues und ganz Individuelles“. Auch Eileen ist stolz auf das, was die 20 Schüler gemeinsam geschaffen haben: „Mich fasziniert vor allem, wie schnell man beim Graffiti den Fortschritt sieht“. Das Ziel eines Sprayers ist es, möglichst häufig seinen Namen oder sein Pseudonym zu verbreiten und das in Kombination mit dessen möglichst einzigartiger, innovativer und vor allem ästhetischer Gestaltung, um ein Höchstmaß an Ruhm zu erlangen. „Wichtig ist auch, dass die Buchstaben wirklich erkennbar sind und dass sich das Graffiti in die Umwelt einfügt. Hier wurden die Gebäudefarben Blau von der Mittelschule und Apricot vom Holzerbau ins Graffiti integriert und der Schriftzug „Werner-von-Siemens Grund- und Mittelschule“ ist gut lesbar und trotzdem cool“, beschreibt Aaron das Motiv. Mit dem Graffiti können sich die Schüler voll identifizieren, einige wollen mit Graffiti sogar weitermachen und im Verein „Die Bunten“ vorbeischauen. Mehr über den Verein erfährt man unter www.die-Bunten.de oder auf facebook.
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