Hochzoll: 100 Jahre Holzerbau – eine Erfolgsgeschichte

1916 wurde der Holzerbau als dritte Schule in Hochzoll fertig gestellt. Damals stand er noch inmitten grüner Natur. Eine Besonderheit war das Türmchen mit der Uhr, das sich viele Hochzoller gewünscht hatten, um zu wissen, wie spät es ist.
Am 11. September feierte der Bürgertreff den 100-jährigen Geburtstag seines Zuhauses, dem Holzerbau, mit einer rückblickenden Feier. Vorgestellt wurden die Geschichte der Hochzoller Schulen, eine künstlerische Besonderheit des Baus, der Architekt Otto Holzer, der Umbau zum Bürgertreff und der aktuelle Bürgertreff in Kurzvorträgen der beiden „Hochzollologen“ Alfred Hausmann und Wolfgang Tanzer sowie dem ersten Vorstand des Vereins Bürgertreff Hochzoll, Gregor Lang. Umrahmt wurde die Feier durch zünftige Musik der Gruppe „Mir 4“ sowie einen Imbiss.

Nutzung des Holzerbaus
Nachdem Hochzoll nach 1900 rasant wuchs, wurde das inzwischen dritte Schulhaus, der Holzerbau, im Kriegsjahr 1916 fertig gestellt. Seinen heutigen Namen erhielt das Gebäude von seinem Erbauer, dem Augsburger Stadtbaurat Otto Holzer. Bis zur Modernisierung 2007/2008 diente es als Förderschule. Aktuell wird der Holzerbau als Hort und Bürgertreff genutzt. Durch ein für Hochzoll glückliches Zusammenspiel zwischen den damaligen Bildungs- und Sozialreferenten und dem Kämmerer wurden die schulischen Nutzungen ausgelagert, damit war das denkmalgeschützte Gebäude frei, konnte modernisiert und für die neuen Nutzungen umgebaut werden. Der Umbau wurde mit dem Ziel angepackt, den historischen Gebäudebestand funktional und architektonisch für die neuen Nutzungen optimal zu herzurichten. Natürlich wurden die aktuellen baurechtlichen Anforderungen an Brandschutz, Gebäudetechnik etc. umgesetzt. Ebenso wurde das gesamte Gebäude durch den Einbau eines Aufzugs barrierefrei erschlossen. Bei der Sanierung des Baudenkmals wurden originale, noch vorhandene Bauelemente, wie die Fenster, einige Türen, Treppen und Bodenbeläge aus dem historischen Gebäudebestand wieder instandgesetzt und funktionstüchtig gemacht. Über mehr als 60 Jahre drückten in den sieben Schulsälen des Holzerbaus Hochzoller Schüler die Schulbank. Dann wurde er durch die Neubauten in seiner Nachbarschaft für den Unterricht nicht mehr gebraucht. Der Stadtrat beschloss das Erdgeschoss zu einem von Bürgern initiierten und betriebenen Treffpunkt für den Stadtteil auszubauen. Seitdem finden in seinen Räumen vielfältige Aktivitäten statt, die das öffentliche Leben Hochzolls sehr bereichern. Zum Einzug des Bürgertreffs 2008 gab es im halben Jahr 10 Veranstaltungen, jetzt sind es in einem kleineren Zeitrahmen über 60 Veranstaltungen. Ab Ende September finden wieder die Hochzoller Kulturtage im Holzerbau statt. Rund 20 bis 30 Ehrenamtliche unterstützen die Einrichtung. Gregor Lang ist froh darüber, dass die Stadt eine feste Stelle als Anlaufstelle finanziert. Anne Gröber und Simone Ullmann teilen sich diese Stelle im Bürgertreff Hochzoll. Das wurde möglich, weil Fördergelder vom bundesweiten Projekt “Mehrgenerationenhaus“ eingesetzt werden konnten. Das Programm im Bürgertreff finanziert sich dagegen selbst, die Veranstaltungen sind in der Regel kostenlos. „Wir haben hier in Hochzoll eine Marke geschaffen, die weit über Hochzoll hinaus bekannt ist“, so Lang. Die Kontinuität im Vorstand des Vereins Bürgertreff Hochzoll habe mit zum Erfolg beigetragen. Helfer und Unterstützer werden aber immer gesucht.
An dieser Stelle werden wir in nächster Zeit im Rahmen von „100 Jahre Holzerbau“ noch über die Schulentwicklung ab 1875 in Hochzoll sowie über den Architekten Otto Holzer und sein Werk berichten.
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