Hochzoll erhält dritte Stele zur Geschichte

Über einem Jahr nach ihrer Fertigstellung konnte jetzt endlich die dritte Stele zur Geschichte Hochzolls mit dem Thema "Lechbrücke" an der Einfahrt nach Hochzoll aufgestellt.
Obwohl die dritte Stele zur Hochzoller Geschichte bereits vor einem Jahr anlässlich des 70-jährigen Kriegsendes enthüllt wurde, konnte sie erst jetzt nach einem langen Behördenweg endlich auf der Südseite der Lechbrücke für alle sichtbar dauerhaft aufgestellt werden. Nach den Themen „Diesel-Gymnasium“ und dem „Hochzoll-Schloss“ an der Grüntenstraße geht es diesmal um die wechselvolle Geschichte der Hochzoller Brücke. Recherche und Material kamen von Alfred Hausmann und Michael Friedrichs, unterstützt von zahlreichen Archiven und Museen. Seit Monaten hatten beide geeignete Bilder und Dokumente in Archiven und Sammlungen aufgestöbert. 1000 Jahre Brückengeschichte werden auf der Stele erzählt. Schon die Römer kamen hier über den Lech. Um das Jahr 1000 war das Kloster St. Ulrich und Afra Eigentümer der Brücke und für den Erhalt verantwortlich. Die Schäden, von Kriegen und Wasser verursacht, mussten refinanziert werden – durch den Brückenzoll. Das Zollhaus stand noch bis 1926 westlich des Gasthofs „Goldener Stern“. Der „Hohe Zoll“, der an der Meringer Straße erhoben wurde, ging in die Taschen der Wittelsbacher. So erhielt der Stadtteil seinen Namen. Seit den Napoleonischen Kriegen sind fünf Brückenbauten an dieser Stelle bekannt, anfangs noch aus Holz, dann eine Bogenbrücke aus Stahl, 1928 aus Stahlbeton und schließlich 1996 die heutige vierspurige Hohlkastenbrücke. Der Bürgertreff Hochzoll e.V. will mit dieser Stele das Geschichtsbewusstsein in dem immer noch recht jungen Stadtteil stärken und darauf aufmerksam machen, dass Brücken in Kriegen bitter umkämpft werden – zuletzt war das hier 1945 der Fall, als die Nazis die Brücke zur Deckung ihres Rückzugs sprengen wollten, was mutige Hochzoller verhinderten.
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