Jugendliche gewinnen Einblicke in die Hospizarbeit

Frei von Berührungsängsten zeigten sich die Jugendlichen aus ganz Bayern, die im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres zu Besuch im St. Vinzenz-Hospiz in Augsburg waren. Sie nutzen die Gelegenheit, um sich über Sterben, Tod und Trauer persönlich zu informieren und zu fragen.
St. Vinzenz-Hospiz informiert junge Leute im Freiwilligen Sozialen Jahr

Offen, interessiert und ohne jegliche Berührungsängste informierten sich kürzlich 18 junge Leute über die Besonderheiten der Hospizarbeit direkt vor Ort im St. Vinzenz-Hospiz in Augsburg. Die Möglichkeit dazu bot ein Seminar, als Teil ihres Freiwilligen Sozialen Jahres (fsj), das sie derzeit in ganz Bayern in Einrichtungen des bpa (Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.) im Bereich der Altenhilfe leisten. Dabei stehen unter anderem Themen wie Sterben, Tod und Trauer auf dem Programm, die mit dem Besuch im Hospiz vertieft werden konnten. Die Jugendlichen hatten hier Gelegenheit, in verschiedenen Gesprächsrunden unterschiedlichste Aspekte kennenzulernen und Fragen zu stellen. Daniela Renzmann, Stationsleitung im St. Vinzenz-Hospiz, ging dabei unter anderem auf Themen wie Selbstbestimmung, Lebensqualität oder Spiritualität ein und beantwortete Fragen zum Sterbeprozess. Anna Kinzl, verantwortlich für die Hospizarbeit in Senioren- und Pflegeheimen, öffnete für die Jugendlichen den Hospizkoffer: Er enthält einige hilfreiche Utensilien für den Besuch von sterbenden Menschen. So ließen sich die Aufgaben im Heim praktisch erläutern. Notker Karcher schließlich, der seit 18 Jahren als ehrenamtlicher Hospizhelfer für das St. Vinzenz-Hospiz arbeitet, berichtete von persönlichen Erfahrungen und beantwortete Fragen zum Tagesablauf auf der Station, zur Einrichtung oder zur Altersstruktur der Patienten. Sozialarbeiterin Anke Prinz vom Verein vk plus für die pädagogische Begleitung der jungen Leute während des fsj verantwortlich. Sie stellt fest, dass die Jugendlichen „neugierig auf das Thema und nicht mehr so angstbesetzt sind wie noch die vorherige Generation. Ich denke, dass der Tod wieder stärker in den Bereich der Normalität rückt und der Umgang achtsamer wird.“ Der Besuch im Hospiz hat auch einen Beitrag dazu geleistet. Davon zeugen auch die Aussagen der Jugendlichen. „Ich weiß gar nicht, warum die Leute so Angst vor dem Sterben haben“, erklärte etwa ein Seminarteilnehmer. Den Besuch im St. Vinzenz-Hospiz fanden alle sehr interessant und aufschlussreich. Lob gab es insbesondere für die Form der Präsentation an verschiedenen Stationen. In den kleinen Gruppen sei es einfacher gewesen, ins Gespräch zu kommen, direkt und persönlich zu fragen.
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