Kindergarten früher und heute

1966 trugen die Erzieherinnen noch weiße Schürzen und wurden "Tante" genannt. (Foto: Archiv St. Matthäus)
St. Matthäus feiert 50 Jahre KiTa-Gebäude und 70 Jahre Kindertagesstätte mit einem Gemeinde- und Kindergartenfest für die ganze Familie

Am Sonntag, 9. Oktober, feiert die Gemeinde St. Matthäus ihren Kindergarten mit einem ganztägigen Fest. Der Tag beginnt mit dem Familiengottesdienst um 10 Uhr in der Kirche an der Friedberger Straße. Um 11.30 Uhr gibt es Mittagessen im Gemeindehaus in der Wettersteinstraße 21. Bis 15 Uhr finden auf dem Gelände der Kindertagesstätte Spiele aus Zeiten der Großeltern, Kaffeetrinken und Darbietungen aus der Gemeinde für die Gemeinde statt. Den Abschluss bildet um 16 Uhr ein Mitmach-Konzert mit Jörg Sollbach in der Kirche. Der Eintritt zum Konzert ist frei. „Durch das langjährige Bestehen der KiTa gibt es Eltern, die selber bereits hier im Kindergarten waren. Auch langjährige Mitarbeiter können an diesem Tag aus der Geschichte der Tagesstätte erzählen, wie es früher war. Es soll alles ein bisschen nostalgisch angehaucht sein“, berichtet Sylvia Kurth, Erzieherin in der Krippengruppe. Vor 70 Jahren wurde der Kindergarten unter heute fast unvorstellbaren Verhältnissen in den Nachkriegsjahren gegründet. Der Bedarf an Kinderbetreuung war groß, da viele Kriegswitwen und alleinerziehende Frauen gezwungen waren Arbeit aufzunehmen. Zur Eröffnung musste jedes Kind Holz mitbringen, es gab keine Wasserleitung und als Klo diente die ersten Jahre ein Töpfchen hinter einem Vorhang in einer Zimmerecke. Der Neubau wurde nach weiteren Jahren unumgänglich und wurde im Dezember 1966 fertiggestellt. Baulich kann das schlichte Gebäude vor allem mit seinem sehr großen und abwechslungsreich gestalteten Garten punkten. Im Laufe der Jahre änderten sich die Bedürfnisse der Eltern, so dass es heute vier Kindergartengruppen und seit acht Jahren eine Krippengruppe gibt. Der Hort ist weggefallen. Auch die pädagogische Arbeit hat sich den 70 Jahren verändert und weiterentwickelt. Heute gibt es mehr Partizipation der Kinder, zum Beispiel durch Kinderkonferenzen, die Kinder werden zu mehr Eigenständigkeit erzogen und man achtet mehr auf die individuelle Entwicklung eines jeden Kindes. „Ein Kind muss heute nicht mehr mit drei Jahren sauber sein und den kollektiven Toilettengang gibt es auch nicht mehr“ erzählt Kurth. Wichtig sei all die Jahre gewesen, den Kindern den Glauben an Jesus und Gott nahe zu bringen. „Wir sind ein Kindergarten mit konfessionellem Träger und christlichem Profil. Trotzdem leben wir Integration auch anderer Konfessionen.“ Glaube wird durch Tischgebete, im Umgang miteinander und bei der wöchentlichen „Bibelbühne“ gelebt. Hier werden biblische Geschichten wie ein Theaterstück mit unterschiedlichen Materialien, Handpuppen und ähnlichem vorgespielt und ein Teil der Geschichte auf einem Tisch im Eingangsbereich die Woche über auch für die Eltern präsentiert. „Mit unserer Arbeit wollen wir Kindern Werte vermitteln und ein Fundament für ihr weiteres Leben geben“. Und das galt früher wie heute.
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