Missbrauchsverdacht um Pfaffenhofer Priester

Pfarrer Miorin ist seit November Stadtpfarrer in Pfaffenhofen an der Ilm.
 
Pfarrer Manfred Bauer freut sich auf seine neue Aufgabe als Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Heilig Geist und Zwölf Apostel.
Albert L. Miorin wechselt von Hochzoll nach Pfaffenhofen an der Ilm. Der etwas überstürzte Weggang des Pfarrers hat damit zu, dass es einen Verdacht des sexuellen Missbrauchs gibt. Der dortige Pfarrer wurde vom Dienst suspendiert.

Vor gut 19 Jahren sandte der damalige Bischof Pfarrer Miorin nach Augsburg in die Heilig-Geist-Gemeinde. Im Vergleich zu seiner vorherigen Tätigkeit, im eher ländlichen Gebiet, bot ihm die Gemeinde in Hochzoll eine ganz andere, reizvolle Struktur – am Stadtrand, mehr als doppelt so groß wie die vorherige Gemeinde und mit vielschichtigen Aufgaben.

Miorin übernahm die Gemeinde, nachdem sein Vorgänger Monsignore Alois Egger 36 Jahre dort gewirkt hatte. „Ich habe einiges umgekrempelt und es ist gut, wenn das der neue Pfarrer Manfred Baur nach meinen fast zwanzig Jahren jetzt auch tun wird“, so Miorin. „Für sein Wirken bitte ich heute schon um große Offenheit, eine herzliche Neugier und ein bereites Einlassen auf Veränderungen. Denn das belebt, macht Freude, auch wenn Vertrautes anfangs vielleicht ein wenig abgehen wird.“

Ursprünglich wollte er als „nicht sesshafter Mensch“, wie er sich selber bezeichnet, nicht länger als zehn bis zwölf Jahre in Augsburg bleiben. Baumaßnahmen wie der Neubau des Pfarrzentrums und Herausforderungen wie Kinderheim, Sozialstation und zuletzt die Mitversorgung der Zwölf-Apostel-Gemeinde führten dazu, dass es ihn doch länger in Hochzoll hielt, denn diese neuen Aufgaben stillten den Wunsch auf Neues in ihm. Als Generalvikar Harald Heinrich ihn aber fragte, ob er grundsätzlich noch einmal wechseln möchte, sagt er Ja, denn Miorin ist ein Mensch, der immer wieder neue Herausforderungen sucht.

Mit dem Wechsel wollte er aufgrund seines Alters nicht mehr allzu lange warten – und in Pfaffenhofen an der Ilm „brannte“ es. Der dortige Pfarrer der Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist hatte nach nur 14 Monaten Amtszeit im März seinen Rücktritt wegen Unstimmigkeiten mit der Gemeinde und den Ehrenamtlichen eingereicht – und wurde dann noch im Mai wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern vom Dienst suspendiert. Miorin sah die Not der Gemeinde und für sich eine neue Herausforderung und sagte zu. So wurde er Ende September bei einem Festgottesdienst in Hochzoll verabschiedet und wechselte nach Pfaffenhofen. Dort wurde er nun als Stadtpfarrer von St. Johannes Baptist geweiht.

Mit Menschen ins Gespräch zu kommen, Antworten zu suchen, den Glauben zu feiern und möglichst wenig Hindernisse zu entdecken, die der Sehnsucht nach Berührung mit dem Göttlichen, nach dem Eintauchen in seine Gegenwart hätten im Wege stehen können, war ihm wichtig. Er habe in all den Jahren versucht, in die verschiedenen „Lebenskutschen“, Situationen, Gegebenheiten, Glaubens- und Suchwege einzusteigen, ein Stück Weg mitzugehen.

Der Neue, Pfarrer Manfred Bauer, ist 43 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Landsberg am Lech. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 2003 war er Kaplan in der Pfarrei St. Lorenz in Kempten, sowie in der Pfarreiengemeinschaft Königsbrunn. 2008 wurde ihm dann die Aufgabe als Pfarrer von Dasing St. Martin übertragen. „Es ist für mich in diesen Tagen nicht so einfach, die Menschen in Dasing jetzt nach acht Jahren wieder los zu lassen“, sagt er. „Den Glauben an Jesus gemeinsam zu leben und ihn im Gottesdienst zu feiern, schenkt mir Freude und gibt mir Kraft und Trost in den weniger schönen Stunden des Lebens. Die Kirche habe ich immer wieder in meinem Leben – trotz ihrer Fehler – als eine große lebendige Gemeinschaft und als Heimat erleben dürfen.“ Bauer freut sich auf viele Begegnungen mit jungen und alten, gesunden und kranken Menschen in seiner neuen Gemeinde und auf wohlwollende Unterstützung, gerade in der Anfangszeit.
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2 Kommentare
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Andreas Claus aus Schwabmünchen | 11.11.2016 | 18:02  
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Anja Lütke-Wissing aus Augsburg - Süd/Ost | 14.11.2016 | 16:52  
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