Rudolf-Diesel-Gymnasium erhält mit 30 Mio Euro größten Anteil am Bildungsförderprogramm der Stadt Augsburg

Im ersten Bauabschnitt wird ein Anbau im Süden des Bestandsgebäudes erstellt, der die Raumnot lindern soll.
Die Stadt Augsburg ist für 70 Schulen im Stadtgebiet zuständig. Viele davon sind in die Jahre gekommen. Oft wurde in den vergangenen Jahrzehnten nur das Nötigste unternommen, um die Bausubstanz der Schulen zu erhalten. Eine erste baufachliche Bestandsanalyse des Schulverwaltungsamtes ergab, dass in 49 der 70 Schulen gesteigerter Sanierungsbedarf besteht. Ein Investitionsstau, der nun bis zum Jahr 2030 durch das Projekt „300 Millionen für unsere Schulen“ als Teil des Kultur- und Bildungsförderprogramms der Stadt Augsburg, unterstützt vom Freistaat Bayern mit Fördersätzen von 55 bis zu 70 Prozent, weitgehend aufgelöst werden soll. Der Augsburger Stadtrat stimmte dem Sanierungsprogramm mit einem Grundsatzbeschluss am 23. Oktober 2014 zu. Natürlich werden nicht alle Schulen auf einmal renoviert und nicht alle werden danach bis ins letzte Detail wie neu aussehen. Im Vordergrund stehen die bauliche Modernisierung und Energieeffizienz, Brandschutz und Sicherheit sowie Barrierefreiheit. Aber auch in die Bereiche Außensportanlagen und Pausenhöfe, Modernisierung des Schulbetriebs wie Werk- oder EDV-Räume sowie Sanitäranlagen wird investiert.
Beim Hochzoller Rudolf-Diesel-Gymnasium ist bereits die Baugenehmigung und die Zuschussförderung beantragt, mit dem Baubeginn wird gemäß Architekt Hans Schuller vom Büro Schuller und Tham im Herbst 2017 gerechnet. Bei der Bestandsaufnahme im 1977 erbauten Diesel-Gymnasium wurde schnell klar, wo die Probleme liegen: Bauteile, Container und Haustechnik sind verbraucht, der Brandschutz erfüllt die heutigen Anforderungen nicht mehr und Schadstoffe müssen entsorgt werden. Energetisch ist das Gebäude in den 70ern stehen geblieben. Raumzuschnitte und - anordnungen sind strukturell schwierig, es bestehen einige „Dunkelräume“ ohne Fenster. 24 Klassenräume sind zu klein, 6 Fachklassenräume fehlen und auch die Aula ist für die gestiegene Schülerzahl zu klein bemessen.
11 Millionen Euro kosten die ersten beiden Bauabschnitte, davon übernimmt der Freistaat Bayern ca. 5 Millionen. Insgesamt rechnet man mit 30 Millionen für alle Bauabschnitte. In der ungefähr einjährigen Bauphase 1 erhält das Gymnasium, das mit über 1000 Schülern aus allen Nähten platzt, einen Neubau an der Südseite mit drei Etagen, um zunächst die Flächendefizite zu reduzieren. Der Neubau wird sieben Klassen eine neue Lernheimat bieten, drei Fach- und mehrere Mehrzweckräume sowie einen Mittagsaufenthaltsraum beinhalten. Der Neubau ersetzt den zehn Jahre alten maroden Behelfspavillon, der nach Beendigung aller Bauabschnitte abgerissen wird. Im zweiten Bauabschnitt, geplant 2018, wird das Bestandsgebäude ertüchtigt und erweitert, vor allem der Fachklassenbereich im Erdgeschoss. Die bislang fensterlosen Chemiesäle erhalten Lichthöfe, der naturwissenschaftliche Trakt wird erneuert. Das freut Schulleiter Hubert Hofmann besonders, denn das Gymnasium bietet als einen Schwerpunkt den „naturwissenschaftlich-technologischen Zweig“ an. Die vorliegende Entwurfsplanung für die Bauabschnitte 1 und 2 wurde letzten Donnerstag im Stadtrat endgültig abgesegnet. In den Abschnitten 3 bis 5 geht es dann um die energetische Sanierung, Brandschutz, Toiletten sowie um eine inhaltliche Verbesserung zum Beispiel im Bereich der Bibliothek und im Verwaltungstrakt. Auch die Sanierung der Sporthalle, insbesondere des Dachs, der Hülle, der Fassade und der Haustechnik steht noch aus, entweder parallel zu den Bauabschnitten oder in einem sechsten Schritt. Die größte Herausforderung für dieses Projekt ist laut Architekt Hans Schuller die Umsetzung einer Maßnahme dieser Größenordnung im laufenden Schulbetrieb. Schulleiter Hofmann ist optimistisch, dass bis 2020 die Großbaustelle mit allen Bauabschnitten fertig sein wird, wenn alle Förderzusagen und Genehmigungen wie geplant erteilt werden.
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