Schule und Gartenbauverein ziehen in Hochzoll Nachwuchs-Gärtner

Blick in die Beete des Schulgartens.
 
Im Hintergrund bereitet Irmgard Kurz, 1. Vorsitzende des Gartenbauvereins Hochzoll aus Holunder aus dem Schulgarten Holunderküchle zu. Sie engagiert sich seit zwanzig Jahren ehrenamtlich für die Schulgarten-AG der Grundschule Hochzoll Süd. Einmal pro Woche unterstützt sie die Lehrerin fachlich bei der Leitung der AG.

Vor kurzem feierten der Gartenbauverein Hochzoll und die Grundschule Hochzoll-Süd ihre über 20-jährige Partnerschaft bei einem Nachmittag der offenen Schulhaus- und Gartentüre.

Die Schüler präsentierten auch die Ergebnisse der Bücherprojektwoche, aber im Mittelpunkt stand der Schulgarten. Kinder der AG „Schulgarten und Umwelt“ führten durch „ihren“ Garten, Imker Michael Ullmann präsentierte die zwei Bienenvölker, die vor kurzem hier eingezogen sind. Zu der Zusammenarbeit mit dem Verein kam es vor über zwanzig Jahren, als im Rahmen der Aktion „Grünes Klassenzimmer“ die Möglichkeit geschaffen wurde im Freien zu unterrichten. Damals engagierten sich das Ehepaar Schmucker und ein gartenbegeisterter Lehrer.

Seit 20 Jahren ist Irmgard Kunz dabei

Irmgard Kurz, die jetzige Vorsitzende des Vereins, half zunächst nur aus, den Garten in den Ferienzeiten zu betreuen. Vor 20 Jahren übernahm sie dann die Aufgabe komplett, da die Schmuckers aus Altersgründen kürzer treten mussten. „Früher sah der Garten noch ganz anders aus. Jede Klasse kümmerte sich mehr oder weniger um eines der acht streng in Reihen angelegten Beete. Zutritt hatten die Kinder nur im Rahmen dieser Beetpflege, ansonsten war der Garten abgesperrt“, berichtet Irmgard Kurz.

Heute ist der rund 150m² große Bereich von einem Pausenhof aus immer zugänglich. Nur der Bereich mit dem Teich und den Bienen ist abgetrennt. Inzwischen gibt es die AG, in der sich ca. 13 Kinder der dritten und vierten Klasse einmal pro Woche für 1,5 Stunden um den Garten kümmern. Die fachliche Leitung hat dabei Irmgard Kurz, da die betreuenden Lehrer meist nicht das nötige gärtnerische Wissen und die Erfahrung mitbringen und oft noch selber von Kurz lernen.

Praktisches Lernen im Schulgarten

Die Kinder lernen, was die Erde braucht, damit etwas wachsen kann, wie man ein Pflänzchen einsetzt oder aussät, wie man den Boden auflockert und Unkraut jätet (und natürlich, wie man Unkraut von Blumen unterscheidet), den richtigen Umgang mit Gartengeräten, welche Tiere im Garten und in der Erde leben, Gartenarbeiten im Jahreslauf, Teichpflege und wann und wie man erntet. „Neben der ganzen Arbeit, die schon mal anstrengend sein kann, sind mir zwei Dinge besonders wichtig: Danken und Genießen. Wir danken Gott, wenn wir ernten, dafür dass er es hat wachsen lassen, und wir genießen auch das Obst und Gemüse, das wir angebaut haben.“ Zum Beispiel beim jährlichen Kartoffelfest im November, wenn aus den selber angebauten Kartoffeln eine leckere Suppe gekocht und gegessen wird. Natürlich aus ökologischem Anbau, denn im Schulgarten wird genau wie in den Gärten der Vereinsmitglieder nur ökologisch/biologisch gewirtschaftet und nicht mit Gift behandelt. Bei Regen wird im Klassenzimmer ein Gemüsespiel gespielt, Beetbeschriftungen gebastelt oder Theorie anschaulich vermittelt.

Scuhlgarten hat mehr zu bieten, als mancher private Garten - dank vielen Stunden Arbeit

Wenn man sieht, was hier über die Jahre alles entstanden ist, kommt man ins Staunen. Der Garten hat mehr zu bieten, als mancher private Garten: Blumen- und Gemüsebeete, ein Kartoffelfeld, ein Kräuterbeet, drei Apfelbäume, einen Zwetschgenbaum, Himbeeren, eine Blumenwiese für die Bienen, Holunder, eine Teichanlage mit drei Becken (eines davon mit Goldfischen) und Bachlauf, eine Regenwassertonne, ein Hochbeet, eine Kompostecke, ein Insektenhotel und seit kurzem zwei Bienenvölker. „Wir sind Irmgard Kurz für ihr überdurchschnittliches Engagement sehr dankbar. Ohne sie wäre der Schulgarten nicht das, was er jetzt ist“, so Konrektorin Andrea Schmuttermaier-Siering. In den Ferien, wenn die Kinder frei haben, muss Kurz alle anfallenden Arbeiten alleine erledigen. Doch das macht sie mit großer Freude. „Ich freue mich, wenn ich Kinder für die Gartenarbeit und die Natur begeistern kann“, sagt die fünffache Oma und versorgt die wartenden Kinder mit selbstgebackenen Holunderküchlein - natürlich mit Holunder aus dem Schulgarten.
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