Senioren nicht im Regen stehen lassen!

Mary Stephan-Whalen freut sich, wenn Kevin ihr was vom Einkaufen mitbringt und darf dafür ihren Stellplatz nutzen. Eine gelungene Symbiose in der Nachbarschaft.
 
Lisa Schuster vom Projekt der AWO-Quartiersentwicklung und Angela Kemming von der Fachberatung für Senioren starten eine Kamapange zur Unterstützung innerhalb der Nachbarschaft.
AWO-Quartiersentwicklung sucht Quartiersbotschafter für Senioren

Lebendige Nachbarschaft pflegen und Brücken bauen zwischen den Generationen -
das sind die Ziele der neuen Quartiersbotschafter für die Stadtteile Herrenbach, Textilviertel und Spickel. Allerdings müssen diese Botschafter erst gefunden werden. Lisa Schuster vom Projekt der AWO-Quartiersentwicklung zusammen mit den verantwortlichen Personen der verschiedenen sozialen Gruppen und Kirchen möchten gemeinsam das soziale Engagement im Viertel für Senioren beleben. Gesucht sind Menschen, die Wert auf ein gutes soziales Miteinander im eigenen Lebensumfeld legen. Interessierte Personen sind zu einem Treffen eingeladen, in dem erst einmal in der Gruppe über verschiedene Möglichkeiten des Engagements im eigenen Wohnviertel gesprochen werden soll. Ein gutes Beispiel für „Generationenbrücken“ findet sich in einem Wohnblock in der Herrenbachstraße: Mary Stephan-Whalen bemerkt: „Ich halte es für wichtig, sich zu vernetzen und ganz bewusst eine positive und unterstützendende Haltung gegenüber den Nachbarn einzunehmen“. In diesem Haus wird viel miteinander geredet und so ergibt es sich einfach, dass zum Beispiel Kevin per SMS bei Mary nachfragt, ob er der Seniorin vom Einkaufen etwas mitbringen kann. Mary stellt dafür ihren PKW-Stellplatz zur Verfügung. Oder: wenn die benachbarte Familienmutter ab und zu länger arbeiten muss, kann der sechsjährige Sohn Sami gleich nach der Schule bei Mary klingeln und ist dann nicht alleine. Dafür bringt die Mutter auch gern etwas vom gekochten Mittagessen vorbei. Bei Angela Kemming von der Fachberatung für Senioren im Schwabencenter werden viele Bedürfnisse der älteren Stadtteilbewohner sichtbar: „Manche Senioren könnten noch besser zu Hause wohnen bleiben, wenn es Menschen und Nachbarn gäbe, die bereit sind, einen gewissen Kontakt zu halten.“ Netzwerke zwischen den Generationen in der Wohnumgebung können eine Wohltat bei vielen kleinen Alltagsproblemen sein. Zentral geht es bei dem Projekt um das Gespräch und den Kontakt, es geht weniger darum, Dienstleistungen zu verrichten. Ein anderes „Dreamteam“ hat sich in der Wolframstraße gefunden: die 93-jährige Elisabeth und Regine, Jahrgang 1962, treffen sich seit fast zwei Jahren jeden Mittwochabend um halb sieben. Die gemeinsame Zeit ist für beide das „Highlight“ der Woche. Neben gemeinsamer Brotzeit gibt es auch wertvollen Austausch über die gemachten Lebenserfahrungen oder über das Tagesgeschehen in der Zeitung und ab und zu eine gemeinsame Unternehmung. „Solche Beispiele sind nachahmenswert!“, so Lisa Schuster. Wer sich weniger im individuellen Bereich engagieren möchte, hat vielfältige Möglichkeiten, bürgerschaftlich im Viertel tätig zu werden. Wer wissen möchte, wie das funktionieren kann, sich durch diese Visionen angesprochen fühlt und an einer Belebung der Nachbarschaften im Stadtteil Interesse hat, der ist herzlich willkommen bei einer ersten Zusammenkunft im Wohnzimmer im Schwabencenter, Ladenpassage neben Post/Lotto, Wilhelm-Hauff-Straße 28, am Donnerstag, 29. September um 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es bei Lisa Schuster, AWO-Quartiersentwicklung,
unter Tel. 0821 / 56 881 22 oder per Email unter l.schuster@sic-augsburg.de.
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