Sport- und Bäderplan für Hochzoll, Spickel und Herrenbach vorgestellt

Dieses Becken, das ohnehin von fast niemandem zum Baden benutzt wird, weil sich dort Algen bilden, soll zugeschüttet und als zusätzliche Liegefläche umgestaltet werden. Durch den Neubau des Nichtschwimmerbeckens auf der großen Wiese geht dort Liegeplatz verloren, der so wieder geschaffen werden kann.
 

Im Februar 2017 hat der Stadtrat beschlossen, dass in den nächsten zwanzig Jahren die Sporteinrichtungen und Bäder in Augsburg weiterentwickelt werden sollen. Seit 2015 wurde das Angebot bereits von Experten untersucht. Auch Bürger, Vereine und Schulen wurden in den Prozess mit einbezogen.

Die Vorschläge wurden Mitte Juli im Bürgertreff Hochzoll interessierten Bürgern von Ordnungs- und Sportreferent Dirk Wurm vorgestellt und diskutiert. Für die Stadtteile Hochzoll, Herrenbach und Spickel geht es um das Fribbe und das Spickelbad, die Fußballfelder sowie um den Eiskanal und das Kanuleistungszentrum. Grundsätzlich soll in Augsburg die Vielfalt der Sport- und Bewegungsangebote gesteigert werden, da diese zur Freude, Lebensqualität und Gesundheit beiträgt. Die Sportangebote bestehen aus den Säulen Vereins-, Freizeit- und Schulsport. Sport verbindet Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft und Kultur und ist eine Bereicherung für die Stadtgesellschaft. Der Sport in Kita’s und Schulen soll neu ausgerichtet werden, indem Turnhalten, Pausen- und Schulhöfe für Kinder und Jugendliche aus den Stadtteilen geöffnet und Kooperationen mit Sportvereinen gefördert werden.

Neues Nichtschwimmerbecken im Fribbe

Die Augsburger Bäder erwirtschaften keinen Gewinn, sondern immer ein mehr oder weniger großes Minus und sind ein großes Kostenfaktor im städtischen Haushalt. Ab 2020 soll vorbehaltlich der Genehmigung der Mittel durch den Stadtrat, in zweijähriger Bauzeit das Spickelbad modernisiert und barrierefrei generalsaniert werden. Der Brandschutz spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Eventuell wird auch eine Saunalandschaft integriert. Für die Bauphase des Hallenbads müssen die Toiletten und der Kiosk in Containern im Außenbereich untergebracht werden. 7 bis 10 Millionen Euro soll die Maßnahme kosten. Während dieser Zeit bleibt das Hallenbad geschlossen. Schon Ende September diesen Jahres soll mit dem Bau eines ca. 25 x 12 Meter großen beheizten Nichtschwimmer-Beckens mit 1,20m Tiefe und einer breiten Rutsche im Fribbe im Bereich des früheren Freiluft-Kinos begonnen werden. 2018 soll die 1 Millionen Euro teure Maßnahme fertiggestellt sein. Neben dem Kanal ist ein neuer Liegebereich mit Sand und Liegestühlen geplant, da dieser Bereich immer verschlammt und nicht zum Baden genutzt wird. Auch zwei neue Tischtennisplatten werden angeschafft.

Neue Fußballfelder und Kooperation der Vereine

Fußball ist bei allen Vereinen eine stark nachgefragte Sportart, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Dennoch haben die örtlichen Vereine FC Hochzoll, DJK und TSG Hochzoll eine schwierige Mitgliedergröße zwischen 800 und 1600 Mitgliedern. Die Angebote der Vereine ähneln sich, vieles wie Vereinsheim, Rasenmäher etc. gibt es doppelt. Es sei aber schwer, Ehrenamtliche, z.B. als Trainer, zu finden. Dennoch wollen die Vereine nicht fusionieren, sind aber gesprächsbereit, um gemeinsam mit der Stadt zu überlegen, wie man in Zukunft Synergien besser nutzen kann. Gewünscht werden mehr Kunstrasenplätze, dafür müssten eventuell andere Flächen aufgegeben und Nutzungszeiten erweitert werden. Der Pachtvertrag für die Fläche an der Zugspitzstraße läuft 2018 aus – hier ist eine baldige Lösung anzustreben.

Modernisierung des Eiskanals und Kanu-Leistungszentrums

Augsburg will Olympia-Stützpunkt bleiben. Auch die Kanu Weltmeisterschaft 2022 soll hier stattfinden. Dazu muss das Zentrum, das aus den 70ern stammt, saniert und modernisiert werden. Die Bedarfs- und Kostenermittlung läuft bereits. Die gesamte Anlage ist aber auch ein wichtiges Element der Bewerbung um den Titel Weltkulturerbe Wasser. Inwieweit hier Denkmalschutz und Modernisierungsbedarf in Einklang gebracht werden können, muss noch geprüft werden. Vorteilhaft sei hier, dass doppelt Gelder fließen können. Das Innenministerium bezuschusst den sportlichen Bereich, das Kultusministerium den Welterbe-Bereich. Erst dadurch lässt sich diese Großbaustelle von der Stadt finanziell stemmen. Geplant sind die Sanierung der Beton-Einbauten und des Zuschauerbereichs am Eiskanal sowie die Erstellung eines Gesamtkonzepts für Gastronomie, Parkmöglichkeiten und Sonderevents. Es besteht ein gewisser Handlungsdruck, da die Vergabe der Weltmeisterschaft schon im Frühjahr 2018 erfolgt.

Siebentischwald mit Kneipp-Anlage?

Beim Thema Siebentischwald hatten die Zuhörer viele eigene Ideen. Eine Kneipp-Anlage, ein Wildpark ähnlich Landsberg, geteerte Flächen für Skater, Landart entlang des Radwegs oder ein wechselnder Skulpturenpfad – Dirk Wurm gebot allerdings auch darüber nachzudenken, wieviel Nutzung man im Siebentischwald wirklich will, um das Naturerlebnis nicht einzuschränken. Ein Grundsatzproblem, dem begegnet werden muss, sind WC-Anlagen zum Beispiel an der Spickelwiese, an Spielplätzen und überall, so öffentliche Grünanlagen sind. Wurm verglich das Projekt licca liber auch mit Wertach Vital und wollte wissen, wie man den Lech attraktiver gestalten könne.
Schulsportanlagen öffnen?
Dirk Wurm präsentierte anhand eines Planungsbeispiels, wie zukünftig Schulen im Bereich der Pausen- und Sportflächen modernisiert werden sollen. Da gibt es beispielsweise einen Freeletics (= Trimm-Dich) sowie einen Kraftsport-Bereich, kombiniert mit einer Rundlauffläche. Auch ein DFB-Normfeld/Kleinfeld mit Kunstrasen findet im Konzept Platz. Die Öffnung solcher Anlagen für die Anwohner außerhalb der Schulzeiten habe laut Wurm bei der 3-Auen-Schule gut funktioniert.
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