TanzArt II bei den Hochzoller Kulturtagen

(Foto: Paul Sturm)
Beitrag der Aktionsgemeinschaft Hochzoll lockt wieder jede Menge Zuschauer in den Holzerbau

Wie schon vor zwei Jahren quoll der Zuschauerbereich im Holzerbau über, als am 21. Oktober die Aktionsgemeinschaft Hochzoll mit ihrem Beitrag zu den Hochzoller Kulturtagen wieder den Tanz als vielfältige Kunstform präsentierte. So begeisterten die Anwesenden gleichermaßen moderne und neoklassische Stücke, sowie witzig-peppige Jazztanz-Passagen. Auch wenn die vielen Zuschauer im Holzerbau nicht von überall gute Sicht hatten, kam gerade durch die unmittelbare Nähe zu den Aktiven wieder eine ganz intensive und dichte Atmosphäre auf, die den besonderen Charme dieses Abends unterstützte. Im ersten Teil präsentierte Helena Sturm gemeinsam mit ihrer österreichischen Kollegin Evamaria Meyer eine tiefgründige eigene Choreografie, in der die beiden den schwierigen Weg einer Befreiung von den Zwängen und Erwartungen unserer Gesellschaft überzeugend verkörperten. Technisch anspruchsvoll, präzise und ausdrucksstark getanzt brauchte „2B set FREE“ keine erläuternden Worte. Tief berührt gingen die Zuschauer in die erste Pause, als die beiden jungen Frauen sich nach harten Kämpfen als Gleichgesinnte gefunden und auf den Weg zu einem neuen, selbstbestimmten Leben gemacht hatten. Den zweiten Teil bestritt die in Augsburg nun schon seit ein paar Jahren ansässige freie JSLN-Dance Company, die in neoklassischem Stil zunächst eine eigene Interpretation von Schwanensee präsentierte: Nach Sören Niewelts Verständnis führt die Vergewaltigung durch den Onkel bei Odil zur Persönlichkeitsspaltung – so schwankt sie zwischen weißem und schwarzem Schwan. Wen der Auszug auf den Geschmack gebracht hat: das Stück ist in voller Länge am 27. Dezember im Abraxas zu sehen. Einen experimentellen Ansatz zeigte anschließend Jessica Larbigs Solo für einen Tänzer, der seine verlorene Identität aus der Erinnerung rekonstruiert, die die alltäglichen Dinge vermitteln, die ihn umgeben. Zuletzt begeisterten wieder Helena Sturms Szenen einer Wohngemeinschaft zur schwungvollen Musik von Elvis Presley, vertanzt gemeinsam mit Schülerinnen der Ballettschule Subklew u.a. Nach dem großen Erfolg von vor zwei Jahren rundete die amüsante Geschichte eines „Sunday Morning“ auch diesen Abend zum Besten ab, führte das Publikum zurück in die gute Laune der 60er Jahre. Die vielen liebevollen und witzigen Details, parallelen Handlungsstränge und originellen Bewegungsideen machten das Stück zu einem Seherlebnis der besonderen Art. Schön, dass die Hochzollerin Helena Sturm trotz verschiedener Engagements und Studium in Österreich ihrer Heimat treu bleibt und auch dieses Mal wieder für Organisation und Koordination dieser Veranstaltung verantwortlich zeichnet.
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