Tropische Wärme aus der Thermoskanne

Ein Vakuumspeicher, eine überdimensionale Thermoskanne, macht die Biomasse-Heizanlage im Botanischen Garten noch effizienter. (Foto: swa/Thomas Hosemann)
swa erneuern Biomasse-Heizanlage im Botanischen Garten

Der Name besagt fast schon alles: Tropenhaus. Darin muss es ganz schön heiß und feucht sein, damit die exotischen Pflanzen im Botanischen Garten in Augsburg gedeihen und sich wohlfühlen können. Damit es in den Glashäusern stets tropische Temperaturen hat, muss meistens geheizt werden. Die Wärme liefert vor Ort seit 15 Jahren eine Biomasse-Heizanlage der Stadtwerke Augsburg. Weil die Anlage in die Jahre gekommen ist, wird sie von den swa für rund 500.000 Euro erneuert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Mit der Heizanlage kann sich der Botanische Garten mit Wärme selbst versorgen – und sogar noch Häuser des benachbarten Zoos. Der Strauchschnitt des städtischen Amtes für Grünordnung und Friedhofswesen aus dem Botanischen Garten und der gesamten Stadt, wird gehäckselt und vor Ort verheizt. Lokal erzeugte Energie aus vor Ort nachwachsenden Rohstoffen – ökologischer geht es nicht. Nun war es an der Zeit die Kesselanlage des Heizwerkes komplett zu sanieren. Es wurde aber nicht nur ein neuer und effizienterer Kessel sowie ein neuer Filter für Feinstaub eingebaut, sondern zusätzlich ein Vakuumspeicher, quasi eine überdimensionale Thermoskanne. Darin kann in der Anlage erzeugtes, 90 Grad heißes Wasser, das gerade nicht zum Heizen gebraucht wird, gespeichert werden. Der sieben Meter hohe Behälter mit drei Metern Durchmesser besitzt eine doppelte Außenwand. Zwischen den beiden Wänden herrscht ein Vakuum und bietet damit eine optimale Isolierung. Mit dem Speicher können Schwankungen im Wärmebedarf besser ausgeglichen werden. So kann der Kessel gleichmäßiger betrieben werden, was den Wirkungsgrad verbessert. Es ist damit aber auch gewährleistet, dass immer genügend Wärme zur Verfügung steht. Na dann, auf in die Augsburger Tropen. Die Anlage läuft vollautomatisch und holt sich über eine Art Förderband immer so viele Hackschnitzel aus dem Bunker, wie sie zum Heizen gerade benötigt.
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