Wachsame Sorge

Fast 200 Tagungsteilnehmer aus ganz Deutschland und den Nachbarländern kamen nach Hochzoll, um sich bei Prof. Haim Omer Anregungen für ihre tägliche Arbeit zu holen. (Foto: Sabine Roth)
190 Teilnehmer bei Tagung in Hochzoll mit Prof. Dr. Haim Omer aus Tel Aviv
Durch die Kooperation zwischen der Kinder,- Jugend,- und Familienhilfe Hochzoll und dem Systemischen Institut Augsburg Volkmar Abt war es möglich, vom 23. bis 24. Januar im Pfarrsaal von Heilig Geist eine Fachtagung mit Prof. Haim Omer, Professor für Klinische Psychologie an der Universität Tel Aviv, zum Thema „Wachsame Sorge“ zu organisieren. Der Andrang war immens - 190 Teilnehmer aus ganz Deutschland und den Nachbarländern Österreich und Schweiz waren nach Hochzoll gekommen, um den renommierten Wissenschaftler anzuhören. „Hier im Pfarrsaal von Heilig Geist eine solche Veranstaltung bereits zum zweiten Mal zu organisieren, darauf sind wir sehr stolz.“, so Ulrich Lorenz, der Gesamtleiter der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Hochzoll. Haim Omer präsentierte auf der Tagung die nächste Stufe seines Konzeptes für einen entwicklungsförderlichen Umgang von Eltern mit ihren Kindern: die „Wachsame Sorge“. Er begann mit den Worten: „Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind groß zu ziehen. Aber wo findet man dieses Dorf?“ Ausgehend von den Grundsätzen der „Elterlichen Präsenz“, dem Modell der „Neuen Autorität“ sowie der bindungsrelevanten „Ankerfunktion“ ging es in diesen zwei Tagen um die grundlegende elterliche Haltung, auf der eine aktive und respektvolle Teilhabe am Leben des Kindes basiert. Sehr anschaulich und mit vielen Beispielen aus der Praxis erläuterte er das Konzept der „Wachsamen Sorge“ zu unterschiedlichen Problemsituationen, wie dem Umgang mit Lügen, PC oder Mobbing in der Schule. Es wurde deutlich, welche Handlungsoptionen Eltern und andere Erziehende haben, um ihre eigene Position für das Wohl des Kindes auf dessen Weg zu mehr Selbstfürsorge zu festigen. Omer erläuterte, wie wir Unterstützersysteme schaffen können, um nicht allein zu erziehen und gleichzeitig das Interesse des Kindes eine berechtigte Chance bekommen kann. Volkmar Abt vom Systemischen Institut Augsburg freut sich: „Wir sind stolz, dass die Veranstaltung auf so viel Zuspruch stößt. Vor vier Jahren sind wir mit Omer in Kontakt getreten, und wir haben gemerkt, dass seine Ansätze sehr effektiv sind. Sie helfen Familien, dass sie wieder gut mit ihren Kindern in Verbindung treten, so dass die Kinder Orientierung, Sicherheit und Stabilität erfahren können.“
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