„Wohnzimmerglück“ im Schwabencenter

Die Akteure vom "Wohnzimmer im Schwabencenter" freuen sich über den Augsburger Zukunftspreis. (Foto: Cynthia Matuszewski)
Die Akteure des Wohnzimmers sind stolz und überglücklich: ihr 2014 gestartetes Gemeinschaftsprojekt „Wohnzimmer im Schwabencenter“ wurde im Goldenen Saal mit dem Augsburger Zukunftspreis 2016 gewürdigt. Der Preis wird jährlich vom Büro für Nachhaltigkeit an fünf herausragende Initiativen vergeben und von der Stadtsparkasse finanziell ermöglicht. Die Laudatorin Astrid Zimmermann vom Nachhaltigkeitsbeirat der Stadt Augsburg griff das Motto des Wohnzimmers „Gemeinsam ist so viel besser als einsam“ auf und lobte, dass aus einem leerstehenden Ladenlokal durch gemeinschaftliche Arbeit von Anwohnern und Förderern ein lebendiges „Wohnzimmer“ entstanden sei. Der Treffpunkt lädt zum Vorbeischauen, Verweilen und Mitmachen ein, lässt Kontakte und Freundschaften entstehen und wirkt der Anonymität der Wohnblöcke entgegen. Die Unterschiede in der sozialen Struktur des Hochhauses und der Umgebung werden als Chance begriffen und sind ein Bespiel für lebendiges, gemeinschaftliches Wohnen und Leben durch aktives bürgerschaftliches Engagement. Dies sei ein wesentlicher Betrag für eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadt. Die Initiatoren des Wohnzimmers setzen von Anfang an auf gemeinschaftliches Denken, Vernetzung und Zusammenarbeit: hierfür stehen mit vereinten Kräften die Mitarbeiter der AWO mit Lisa Schuster von der Quartiersentwicklung und Angela Kemming als Fachberatung für Senioren und gleichermaßen die bürgerschaftlich engagierten Akteure von „Lebensraum Schwabencenter“, Sabine Pfister und Marion Wöhrl. „Aber ohne die Mitarbeit und die Unterstützung der Be- und Anwohner selbst sowie vieler Schwabencenter-Kunden wäre dieser Erfolg niemals so zustande gekommen“ lautet unisono die Überzeugung des sogenannten Lenkungskreises. Die vielen verschiedenen Programmpunkte im Wohnzimmer entstehen dadurch, dass hier Menschen miteinander ihre Interessen pflegen: Handarbeiten, Singen, Kartenspielen, Spanisch oder Italienisch sprechen, oder einfach bei einem Kaffee gute nachbarschaftliche Gespräche führen. Solidarische Angebote wie der Elektroflüsterer, die Computer-Handy-Hilfe für Senioren und fachliche soziale Beratung bieten Unterstützung im täglichen Leben. Mehrere neue Ideen sind schon in Planung: ein monatlicher Themen-Filmabend, in dem gehaltvolle Filme gezeigt und im Nachgang auch diskutiert werden, ein kleiner Weihnachtsmarkt an den ersten beiden Dezemberwochenenden und die Aufstellung einer Tischtennisplatte im Wohnzimmer im Winter. „Eine Vision wäre noch eine Dachfläche des Centers zu begrünen und für die Bewohner auch im Sinne des "urban gardenings" nutzbar zu machen. Dazu braucht es aber noch viele Schritte“, so Lisa Schuster. Letztendlich ist das Projekt auch den Eigentümern des Schwabencenters und dem Centermanagement zu verdanken, die kostenlos die Nutzung der Ladenfläche zulassen. An der Finanzierung ist die Augsburger Hospitalstiftung, die AWO und die Lokale Agenda 21 beteiligt. So können alle Veranstaltungen und Angebote im Wohnzimmer fast kostenlos genutzt werden. Das Wohnzimmer steht allen aus dem Stadtteil und natürlich auch darüber hinaus offen. Lokale Gruppen können den Raum für Treffen und Versammlungen nutzen und wer Fragen oder ein Interesse daran hat, das monatlich erscheinende Programm regelmäßig per Email zugesandt zu bekommen, kann sich an den Lenkungskreis wenden.
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