Werkeln am Wehr: Am Hochablass soll 2017 gebaut werden

Wehrhafte Schönheit: Am Hochablass wird im kommenden Herbst gebaut. Foto: David Libossek


Der Hochablass ist die wohl berühmteste Staustufe Augsburgs. Nicht nur, dass es prächtig aussieht, wenn die Wassermassen des Lechs das Wehr hinunterstürzen. Das 100 Jahre alte Bauwerk versprüht mit seinen Türmen zudem den Charme des frühen 20. Jahrhunderts. Außerdem ist es für Ausflügler die wichtigste Brücke zwischen Siebentischwald und Kuhsee.

Ab dem Herbst des kommenden Jahres werden sie wohl auf den Steg verzichten müssen. Am Hochablass muss gebaut werden. Und zwar gravierend. Das rund 20 Meter breite Walzenwehr, wie der Teil rechts des Turmes offiziell heißt, hat sein Verfallsdatum erreicht. Zwar liegt zur Statik keine Berechnung vor, dennoch ist klar: Die Stahlkonstruktion ist nach fast 105 Jahren zu alt - eine neue muss her.

Das alte Wehr einfach zu sanieren, wie es der Denkmalschutz freilich lieber sähe, käme jedoch zu teuer. Deshalb wird das Tiefbauamt neu bauen. Immerhin mit einer Stahlwalze, die der alten nachempfunden sein wird. Ein halbes Jahr Lieferzeit rechnet die Behörde dafür ein, die Kosten seien jedoch noch unklar. Anders der Baubeginn, den das Amt auf Herbst 2017 terminiert.

Auch für die historische Walze wolle man Verwendung finden. Sie soll in der Umgebung des Hochablasses ausgestellt werden.

Warten auf Fischtreppe

Ob gleichzeitig auch Teile des Stegs erneuert werden - ein Vorhaben, das die Bauverwaltung seit Jahren auf dem Schirm hat - ist noch offen. 1,8 Millionen Euro soll sie kosten.

Auch ein anderer Dauerbrenner am Hochablass steckt in der Warteschleife: die Fischtreppe. Weil die Genehmigung der Unteren Wasserrechtsbehörde noch immer nicht erteilt ist, müssen die Stadtwerke als Bauherr weiter warten - eigentlich sollte bereits vor der diesjährigen Badesaison mit dem Bau begonnen werden. Geplant ist eine 220 Meter lange und 1,5 Millionen Euro teure Aufstiegshilfe, die Fischen mithilfe von 72 Betonbecken ermöglicht, die 7,50 Meter Höhenunterschied zu bewältigen.


Allerdings befürwortet einerseits der Denkmalschutz die zum Gesamtbauwerk passende Betonvariante, zum anderen haben sich Vorschriften geändert, die eine naturnahe Variante verhindern. "Das Wichtigste ist, dass die Treppe funktioniert. Wir hätten die Treppe auch gerne schon 2014 fertig gehabt und optisch schöner", sagt Jürgen Fergg, Pressesprecher der Stadtwerke. (lib)
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